Beratung & FAQ

Migros Ernährungsberatung

Ihre Gesundheit und Ihr Wohlbefinden sind der Migros wichtig. Deshalb sind wir, die Ernährungsberaterinnen des Migros-Genossenschafts-Bundes, für Sie da. Haben Sie Ernährungsfragen im Zusammenhang mit unseren Produkten, so dürfen Sie sich gerne an uns wenden.

Andrea Fringeli-Bader und Christina Daeniker Roth

Kontaktieren Sie uns:
Christina Daeniker Roth, Ernährungswissenschaftlerin
Andrea Fringeli-Bader, dipl. Ernährungsberaterin HF

Postadresse:
Migros-Genossenschafts-Bund
Ernährungsberatung
Postfach
8031 Zürich

E-Mail: ernaehrung@mgb.ch
Telefon: 044 277 31 50

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FAQ - Ernährung

Hier finden Sie die Antworten auf die häufigsten Fragen rund um das Thema Ernährung und Gesundheit.

  • Was versteht man unter dem glykämischen Index?

    Der glykämische Index gibt Auskunft darüber, wie stark einzelne Lebensmittel den Blutzuckerspiegel ansteigen lassen. Je schneller der Blutzucker nach dem Essen steigt, desto höher ist der glykämische Index.

    • Zucker und Honig, Süssgetränke, Süsswaren und Snacks, aber auch Reis und Kartoffeln haben einen mittleren bis hohen glykämischen Index.
    • Früchte und Gemüse, Hülsenfrüchte, Nüsse, Milch sowie Teigwaren (al dente) dagegen haben einen tiefen glykämischen Index.

    Ein hoher Blutzuckerspiegel führt zu einem verstärkten Anstieg des Hormons Insulin. Dieses hilft, den Zucker aus dem Blut in die Zellen zu schleusen. Hohe Insulinwerte reduzieren aber die Verbrennung von Fetten durch den Körper. Wenn durch eine häufige, über den Tag verteilte Aufnahme von Lebensmitteln mit hohem glykämischem Index der Blutzucker- und Insulinspiegel erhöht sind, trägt dies zur Entstehung von Übergewicht bei bzw. die wird Gewichtsabnahme erschwert.


    Es ist deshalb empfehlenswert, Nahrungsmitteln mit tiefem glykämischem Index grundsätzlich den Vorzug zu geben. Nahrungsmittel mit hohem glykämischem Index sollten nicht isoliert genossen werden, sondern kombiniert mit Nahrungsmitteln, die den Blutzuckeranstieg bremsen (nahrungsfaserreiche Nahrungsmittel, eiweiss- oder fetthaltige Nahrungsmittel). So ist aus der Sicht des glykämischen Index gegen eine kleine Süssigkeit im Anschluss an ein vollwertiges Essen nichts einzuwenden; der Konsum von Süssgetränken zwischen den Mahlzeiten ist hingegen sehr ungünstig.

  • Ist der in vielen Migros-Produkten enthaltene Süssstoff Aspartam krebserregend?

    Nein, kein Süssstoff hat, in normalen Mengen genossen, schädliche Auswirkungen!

    Der Süssstoff Aspartam zählt wie die anderen Süssstoffe zu den Zusatzstoffen. Allein die Tatsache, dass Zusatzstoffe den Lebensmitteln absichtlich zugefügt werden, bedingt, dass sie unsere Gesundheit nicht gefährden dürfen. Sie dürfen nur eingesetzt werden, wenn strenge toxikologische Prüfungen ihre Harmlosigkeit bewiesen haben. Deshalb zählen die Zusatzstoffe zu den am besten untersuchten Substanzen in unserer Nahrung!


    Verschiedene internationale Organisationen befassen sich mit der Sicherheit der Zusatzstoffe: die Weltgesundheitsorganisation (WHO), die Welternährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO) oder auch die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA). In der Schweiz legt dann das Eidgenössische Departement des Innern (EDI) in der Zusatzstoffverordnung die erlaubten Substanzen (Positivliste) sowie deren Anwendungsmöglichkeiten fest. Dabei koordiniert die Schweiz ihre Entscheide mit den internationalen Behörden.
    Solange die Behörden Aspartam als sicher einschätzen, gibt es keinen stichhaltigen Grund auf diesen Süssstoff zu verzichten.

    Weiterführende Informationen und Merkblätter zum Herunterladen finden Sie auf der Seite zu den Zusatzstoffen sowie auf der Webseite des Bundesamt für Gesundheit (BAG).

  • Was ist Glutamat? Warum wird es so vielen Produkten zugesetzt? Ist Glutamat schädlich?

    Glutamat ist ein Zusatzstoff, der Lebensmitteln zur Geschmacksverbesserung und -verstärkung beigegeben wird. Glutamat entfaltet seine Wirkung am besten zusammen mit Salz und ist deshalb oft auch Bestandteil von Streuwürzen oder Würzmischungen. Glutamat wird meist als Natriumsalz (Natriumglutamat) verwendet und trägt dann die Nummer E621.


    Als Eiweissbaustein ist Glutamat (in Form von Glutaminsäure) aber auch in der Natur weit verbreitet, vor allem in Milch-, Weizen-, Mais- und Sojaeiweiss. Besonders reich an natürlichem Glutamat ist Sojasauce.


    Lange Zeit vermutete man, dass ein reichlicher Genuss von Glutamat zu vorübergehenden Symptomen wie Taubheitsgefühl im Nacken, Herzklopfen und Schwächegefühl führen kann. Diese Symptome sind unter der Bezeichnung „China-Restaurant-Syndrom“ bekannt geworden, da sie häufig nach dem Genuss von Speisen auftraten, die grosse Mengen an Sojasauce enthielten. Neuere wissenschaftliche Untersuchungen konnten diese Zusammenhänge jedoch nicht bestätigen. Heute wird der Verzehr von Glutamat nach Ansicht von Experten und nach allgemeiner Erfahrung als unbedenklich angesehen. Diejenigen Personen, die aus eigener Erfahrung überempfindlich auf Glutamat reagieren, sollten diese Substanz jedoch meiden.

    Weiterführende Informationen und Merkblätter zum Herunterladen finden Sie auf der Seite zu den Zusatzstoffen sowie auf der Webseite des Bundesamt für Gesundheit (BAG).

  • Was sind modifizierte Stärken?

    Modifizierte Stärken sind chemisch veränderte Stärken.
    Für ihre Herstellung wird meist Maisstärke, manchmal auch Reis- oder Tapiokastärke und selten Weizenstärke verwendet. Diese Stärken werden durch Oxidation oder Phosphateinbau so verändert, dass sie den technologischen Anforderungen der industriellen Lebensmittelproduktion optimal entsprechen. Durch die chemische Veränderung werden die Stärken beispielsweise stabiler gegen Hitze und Säure oder besser quellfähig.

     

    Modifizierte Stärken zählen zu den Zusatzstoffen. Sie werden in vielen Produkten, beispielsweise in Milchdesserts, als Gelier- und Verdickungsmittel eingesetzt. Sie haben vor allem einen Einfluss auf die Konsistenz eines Produktes.


    „Modifiziert" bedeutet also nicht, dass die Stärke gentechnologisch verändert wurde!

     

    Weiterführende Informationen und Merkblätter zum Herunterladen finden Sie auf der Seite zu den Zusatzstoffen sowie auf der Webseite des Bundesamt für Gesundheit (BAG).

  • „Enthält eine Phenylalaninquelle“: was bedeutet das?

    Der Hinweis „enthält eine Phenylalaninquelle“ muss von Gesetzes wegen auf allen Produkten stehen, die den Süssstoff Aspartam enthalten. Er ist für Personen wichtig, die unter der Krankheit “Phenylketonurie” (PKU) leiden; für Gesunde ist er nicht von Bedeutung. PKU ist eine vererbbare, angeborene Stoffwechselstörung, die bei vier bis fünf der jährlich etwa 75 000 Neugeborenen in der Schweiz auftritt und bereits kurz nach der Geburt diagnostiziert wird. Aufgrund eines Enzymdefektes kann bei dieser Krankheit ein lebensnotwendiger Eiweissbaustein, die natürliche Aminosäure Phenylalanin, nicht wie erforderlich abgebaut werden: Phenylalanin und abnorme Abbauprodukte stauen sich im Körper und können das Gehirn schwer schädigen. Mit einer phenylalaninarmen Diät lässt sich die Krankheit jedoch sehr gut behandeln. Bei dieser Diät ist der Süssstoff Aspartam streng verboten, weil er Phenylalanin enthält.

  • Blähungen und Durchfall nach dem Genuss von zuckerfreien, zahnschonenden Süssigkeiten Warum?

    Die Beschwerden sind auf die Zuckeraustauschstoffe zurückzuführen, die in diesen Produkten enthalten sind. Zu den Zuckeraustauschstoffen zählen Xylit, Sorbit, Mannit, Maltit, Isomalt, Lactit und hydrierte Stärkehydrolysate. Aufgrund ihrer speziellen Eigenschaften werden diese Stoffe gerne für zahnschonende Süssigkeiten und Diabetikerprodukte verwendet. Von unserem Körper werden sie nur langsam verdaut und aufgenommen; ein Teil gelangt unverdaut in den Dickdarm. Dort werden sie einerseits von den Mikroorganismen unter Gasbildung abgebaut; anderseits binden sie Wasser und weichen dadurch den Stuhl auf. Diese Vorgänge machen sich in Form von Blähungen und/oder Durchfall bemerkbar. Kinder und Personen, die nur selten mit Zuckeraustauschstoffen gesüsste Produkte geniessen, reagieren besonders empfindlich. Nach einer Gewöhnungsdauer verschwinden die Beschwerden aber meist wieder. Dennoch gilt zu beachten, dass auch zahnschonende Süssigkeiten mit Mass genossen werden müssen.


    Aus den erwähnten Gründen muss gemäss Lebensmittelkennzeichnungs-Verordnung auf zahnschonenden Süssigkeiten, welche pro Kilogramm oder pro Liter mehr als 100g Zuckeraustauschstoffe enthalten, der Hinweis "kann bei übermässigem Verzehr abführend wirken" aufgedruckt werden.

  • Sind Süssstoffe gesundheitsschädigend?

    Süssstoffe sind in üblichen Mengen genossen gesundheitlich unbedenklich. Es wurden zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen durchgeführt, welche die Sicherheit dieser Stoffe belegen. Süssstoffe zählen zu den am besten untersuchten Substanzen in unserer Nahrung.
    Aufgrund der wissenschaftlichen Untersuchungen legt die WHO (Weltgesundheitsorganisation) jeweils sogenannte ADI-Werte (Acceptable Daily Intakes) fest. Der ADI-Wert gibt an, welche Menge eines Stoffes täglich und während des ganzen Lebens aufgenommen werden kann, ohne dass dies ein erkennbares gesundheitliches Risiko darstellen würde. Nachfolgend die ADI-Werte für die verschiedenen Süssstoffe:

    Saccharin 5 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht
    Cyclamat 11* (bzw. 7**)
    Aspartam 40
    Acesulfam-K 15* (bzw. 9**)
    Sucralose 15
    Neohesperidin 5
    Thaumatin -

     * ADI-Wert der JECFA (Joint WHO/FAO Expert Committee on Food Additives)
    ** ADI-Wert des SCF (Scientific Committee on Food)

     

    Hier ein paar Beispiele:
    Eine 70 Kilogramm schwere Person könnte demnach täglich folgende Mengen an Süssstoffen konsumieren:


    Saccharin: 350 Milligramm
    Diese Menge ist in 28 M-Budget-Süssstofftabletten enthalten.

     

    Cyclamat (berechnet mit dem vorsichtigeren ADI-Wert des SCF): 490 Milligramm
    Diese Menge ist enthalten in:

    • 12 Zucrinet-Würfeln oder
    • Knapp 1Teelöffel Zucrinet flüssig oder
    • 5.4 Gramm Zucrinet-Süsspulver (entspricht in der Süsskraft einer Menge von 54 Gramm Zucker).

    Aspartam: 2800 Milligramm
    Diese Menge ist enthalten in 155 Zucritam-Würfeln

     

    Leichtere Personen, insbesondere Kinder, sollten entsprechend ihrem Gewicht weniger Süssstoffe aufnehmen.

     

    Weiterführende Informationen und Merkblätter zum Herunterladen finden Sie auf der Seite zu den Zusatzstoffen.

  • Was ist Inulin? Ist Inulin glutenfrei?

    Inulin ist ein Ballaststoff, der natürlicherweise in vielen Pflanzen vorkommt. Besonders reich an Inulin sind neben Zwiebeln, Knoblauch, Schwarzwurzeln, Topinambur und Artischocken auch Zichorienwurzeln.
    Inulin und auch Oligofructose (teilweise abgebautes Inulin) werden heute in immer mehr Produkten als Zutat eingesetzt. Sie haben eine günstige Wirkung auf die Konsistenz und das „Mundgefühl“ eines Produktes.

  • Enthalten Migros-Produkte gehärtete Fette?

    Gehärtete Fette und Öle werden in industriell hergestellten Produkten häufig verwendet. Die Härtung ermöglicht es, aus (flüssigen) pflanzlichen Ölen ein massgeschneidertes (festes) Fett herzustellen, welches hohen technologischen Anforderungen genügt.


    Kritisiert werden im Zusammenhang mit gehärteten Fetten meist die sogenannten Transfettsäuren, die bei der Härtung entstehen. Grössere Mengen solcher Transfettsäuren werden – ähnlich wie gesättigte Fettsäuren – als gesundheitlich ungünstig angesehen, da sie eine Cholesterin steigernde Wirkung haben. Mit der Anwendung moderner Härtungsverfahren ist es aber möglich, den Transfettsäuregehalt tief zu halten.


    Die gesundheitliche Bewertung ist allerdings immer eine Frage der Menge: Nicht nur grössere Mengen an Transfettsäuren oder gesättigten Fettsäuren sind ungesund, sondern vor allem auch allgemein ein zu hoher Fettanteil in der Nahrung. Wer insgesamt wenig Fett konsumiert (d. h. sehr fettreiche Produkte und Zubereitungsarten meidet) und in der Küche hochwertige Fette und Öle verwendet, handelt deshalb in jeder Beziehung vernünftig.

     

    Schon seit langem ist die Migros bemüht, den Transfettsäurengehalt in gehärteten Fetten und Ölen auf unter 2% (bezogen auf den Fettgehalt) zu beschränken; seit dem 1. April 2008 ist dies in der Schweiz auch gesetzlich Pflicht. Die Migros verzichtet übrigens, wo technologisch machbar, ganz auf gehärtete Fette und Öle.

  • Was verbirgt sich hinter der Bezeichnung „Pflanzenöl“?

    « Pflanzenöl » ist ein Oberbegriff für sämtliche pflanzlichen Öle, die in der Produktion von Lebensmitteln verwendet werden, sei dies nun Raps-, Sonnenblumen-, Oliven-, Soja- oder Palmöl; nur Erdnussöl muss wegen seines Allergiepotenzials stets offen deklariert werden. Wenn auf einem Produkt also (lebensmittelrechtlich korrekt) „Pflanzenöl“ deklariert ist, so bedeutet das also nicht automatisch, dass es sich um Palmöl handelt. Es werden auch Mischungen von Ölen und Fetten verwendet.


    Die Verwendung des Oberbegriffs „Pflanzenöl“ in den Zutatenlisten unserer Produkte hat verschiedene Vorteile: er ist platzsparend (vor allem dann, wenn in einem Produkt verschiedene Fette und Öle verwendet werden), und bei Rezepturänderungen (z. B. aufgrund von Verfügbarkeit und Preisen auf dem Weltmarkt) muss nicht gleich die ganze Verpackung neu gedruckt werden.

  • Wieso enthalten so viele Produkte Palmöl?

    Die Nahrungsmittelindustrie ist auf Palmöl angewiesen: Denn Palmöl ist bereits bei Zimmertemperatur fest (dies im Gegensatz zu den „gesünderen“ Ölen wie Oliven-, Rapsöl etc.) und muss deshalb nicht gehärtet werden. Das ist ein Vorteil in der Produktion, denn beim unvollständigen Härten entstehen die unerwünschten Transfettsäuren.

     

    Nur durch die Mischung von Palmöl mit diesen anderen Ölen lässt sich beispielsweise eine streichfähige Margarine herstellen. Ohne einen gewissen (geringen Anteil an gesättigten Fettsäuren wären die Margarinen flüssig. Dies gilt auch für andere Fette, die in der industriellen Produktion von Produkten verwendet werden und aus technologischen Gründen eine gewisse Festigkeit aufweisen müssen.


    Wird Palmöl durch andere pflanzliche Öle oder Fette ersetzt, hat dies nicht nur einen entscheidenden Einfluss auf die Konsistenz, sondern auch auf die Haltbarkeit und das Mundgefühl eines Produktes.


    Ein weiterer Vorteil von Palmöl ist seine Stabilität. Aufgrund seiner Zusammensetzung reagiert Palmöl wenig empfindlich auf den Einfluss von Hitze und Sauerstoff (Oxidation), was ein technologischer und qualitativer Vorteil ist, vor allem bei lang haltbaren Produkten.

     

    Im Vergleich mit anderen Ölen gilt Palmöl als nicht besonders gesund – falls ausschliesslich konsumiert oder verwendet. Die darin reichlich enthaltenen gesättigten Fettsäuren – Laurinsäure, Myristinsäure und Palmitinsäure – haben eine cholesterinsteigernde Wirkung. Entscheidend ist aber schlussendlich die Fettsäurezusammensetzung des gesamten Produktes bzw. der gesamten Ernährung. Wer insgesamt wenig Fett konsumiert (d. h. sehr fettreiche Produkte und Zubereitungsarten meidet) und in der Küche hochwertige Fette und Öle verwendet, handelt in jeder Beziehung vernünftig.

     

    Zum Vergleich: Palmöl enthält insgesamt weniger gesättigte Fettsäuren als Butter. Der Anteil an den cholesterinsteigernden Fettsäuren (Laurin-, Myristin- und Palmitinsäure) ist in etwa gleich hoch.

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