Ein Bauer auf Biokurs

Getreidebauer Andreas Perler stellt derzeit seinen Familien-Betrieb auf Bio um. Trotz Mehrarbeit und grösserem Ausfallrisiko, schläft Bauer Perler zufriedener ein.

Bauer Andreas Perler auf seinem Getreidefeld

Wünnewil (FR). Andreas Perler (43), Vater von drei Kindern, betreibt mit seiner Familie Ackerbau. Er baut Gerste an, Weizen, Dinkel, Hafer sowie Mais, Erbsen, Kleesamen und Kartoffeln. Vor gut zehn Jahren hat er den Hof von seinem Vater übernommen. Gemeinsam stellten sie den Betrieb auf Integrierte Produktion (IP Suisse) um. Gut 20 Jahre später zündet er die nächste Stufe.

Das Interesse an Bioprodukten wächst und gedeiht

Perler befindet sich mit seinem Hof im zweiten Jahr der Umstellung auf Bio. Im nächsten Jahr wird die Umstellungsphase abgeschlossen sein und der Hof das Bio-Gütesiegel tragen. Gemäss Bio Suisse hat im vergangenen Jahr die Anzahl Betriebe, die sich für die Umstellung auf Bio entschieden haben, um gut 27 Prozent zugenommen. Auch der Bio-Umsatz im gesamten Schweizer Detailhandel stieg im vergangenen Jahr um 4,2 Prozent auf gut 1,7 Milliarden Franken. Die Migros verzeichnete gar eine überdurchschnittliche Steigerung der Nachfrage um 7 Prozent. In den Migros-Regalen finden sich mittlerweile über 1000 Bio-Produkte. Neu führt sie auch Erzeugnisse von Schweizer Bauern, die sich mit ihrem Hof noch in der Umstellungsphase befinden. Diese können so ihre Ware noch während der Umstellung zum Bio-Preis verkaufen. Die Produkte sind mit dem Bio-Label und dem Zusatz «Umstellung» klar gekennzeichnet.

Bio heisst mehr Arbeit, aber auch grössere Befriedigung

Die steigende Nachfrage nach Bio-Produkten verlieh Bauer Perler das letzte Quäntchen Mut für die Umstellung. «Ich hatte mich noch nicht einmal für die Umstellung auf Bio angemeldet, schon erhielt ich Anrufe von Getreidehändlern, die in Aussicht stellten, meinen kompletten Ertrag zu kaufen», erzählt er. Die Produktion nach Bio-Richtlinien bedeutet für Perler mehr Arbeit. Unkraut muss der Bauer heute per Maschine und zum Teil gar von Hand aus seinen Kulturen entfernen. Früher erledigten das Herbizide für ihn. Die Bio-Richtlinien verbieten jedoch den Einsatz von synthetischen Behandlungsmitteln. Das Risiko für Ernteausfälle wird dadurch grösser. Um Komplettausfällen vorzubeugen, baut Perler unterschiedliche Kulturen an. Mit dem Restrisiko muss er lernen umzugehen. Perler betont jedoch: «Ich schlafe so ruhig wie zuvor. Sogar zufriedener.»

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