Weltweit ist schätzungsweise eine Milliarde Menschen direkt von Nutztieren abhängig. In Afrika zum Beispiel leben über 80 Prozent der ländlichen Bevölkerung von der Viehzucht – so auch in Mali, das über eine der grössten Viehbestände Westafrikas verfügt.
Das Land importiert jedes Jahr fast 20 000 Tonnen Milchpulver – trotz grosser Viehbestände. Denn mit den tiefen Preisen der Importwaren können Bauern in Entwicklungsländern wie Mali nicht mithalten. Hinzu kommen die Mängel der Infrastruktur, schwierige klimatische Bedingungen sowie schlechte hygienische Standards. Hilfe leistet dabei die Vétérinaires sans frontières Suisse (VSF-Suisse). Mit der Ausbildung von Laientierärzten helfen die VSF-Spezialisten beim Aufbau einer veterinärmedizinischen Grundversorgung und berät die Tierhalter in den Bereichen Zucht, Hygiene und Krankheitsprävention.
Die einheimischen Bauern produzieren mehr Milch
Seit 2005 wurden in den letzten Jahren in mehreren Städten Netzwerke aus kleinen Milchproduzenten gebildet. Durch die Gründung mehrerer Milchgenosssenschaften und Sammelstellen sind das Angebot und die Qualität der Frischmilch auf dem lokalen Markt stark gestiegen.
Jede Genossenschaft erhält zudem Fahrräder mit Eismaschinen, mit denen die Milch zu den lokalen Abnehmern gebracht wird, sowie zukünftig neue Lieferfahrzeuge, um auch entlegenere und damit weniger gut versorgte Regionen erreichen zu können. Das Pilotprojekt ist so erfolgreich, dass mittlerweile landesweit fünf weitere solche Projekte ins Leben gerufen wurden. Seit 2011 ist der Migros-Hilfsfond mit finanzieller Unterstützung mit an Bord.
Das Ansehen der Frauen ist gestiegen
Das Projekt wirkt sich aber nicht bloss auf wirtschaftlicher Ebene aus, sondern führt zur Verbesserung des sozialen Status der Frauen. Sie sind es, die traditionellerweise die Milch auf den lokalen Märkten verkaufen. Die neu in Genossenschaften organisierten Frauen erhalten ein Vermarktungsset, das für die kleinsten Verkaufsstellen aus einem Tisch und einer Kühlbox oder für die grössten aus einem Kiosk mit Tiefkühlgerät besteht.
von Leïla Rölli
Generation M



