Sehnsucht nach dem Ursprung

Die Schweizer sind mit ihrer Ernährung nicht zufrieden, sie sehnen sich nach möglichst naturnahen, regionalen Esswaren. Allerdings spielen auch Take-Away- und Convenience-Produkte eine immer grössere Rolle. Das Wesen des modernen Konsumenten erklärt die «Studie Consumer Value Monitor» des Gottlieb-Duttweiler-Instituts (GDI). Autorin Mirjam Hauser über Wünsche, Tatsachen und Trends.

Büroangestellte während des Mittagessens

Welches sind die zentralen Aussagen ihrer Studie?

Die Konsumenten haben den Eindruck, beim Angebot nur halbwegs das zu finden, was sie erwarten. Sie stehen zwar vor einem breiten Angebot an Lebensmitteln, aber sie wissen nicht genau, wie sie ihre Wünsche umsetzen können. Sie wollen wissen, woher die Produkte kommen, wie und unter welchen Bedingungen sie hergestellt wurden. Die Konsumenten fordern Transparenz und stellen Fragen.

Mirjam Hauser

Steht dahinter die Sehnsucht nach vergangenen Zeiten, als man noch eindeutig zu wissen glaubte, was man kauft und isst?

Viele Konsumenten vermissen die einstige Unbeschwertheit, sie pendeln zwischen dem Wunsch nach einem gesunden, nachhaltigen Lebensstil und ihrem schnelllebigen Alltag, der das immer weniger zulässt.

Was ist zu tun, damit wir zufriedener sind mit unserer Ernährung?

Unsere Studie zeigt, dass die Konsumenten gerne einfache, umfassende Handlungsanleitungen hätten, um sich leichter einen gesunden Essensrhythmus zu schaffen.

Spielen günstigere Preise eine stets wichtigere Rolle?

Die Preissensibilität für Lebensmittel hat tatsächlich zugenommen. Wenn die Lebensmittel laufend günstiger werden, fragt sich der Konsument, warum das so ist. Und das wachsende Angebot erschwert zudem direkte Preisvergleiche und überfordert den Konsumenten. Hier gibt es noch Spielraum.

Was empfehlen Sie dem Detailhandel?

Der Detailhandel kann Anstösse zu einer Entwicklung geben, die den Konsumenten in seiner Zerrissenheit abholt: Etwa der Käseproduzent, der am Samstag in der Filiale seinen Stand hat und dort seine saisonalen Produkte verkauft. Vorstellbar ist auch die Bestellung übers Internet von Produkten des Bauern von nebenan, den man kennt.

Daniel Sidler

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