Auch wenn es für ihn der spannendste Job ist, den es derzeit in der Schweizer Nuklearbranche gibt: Ein Kindheitstraum war dieser Beruf für Stefan Klute nicht. Erst wollte er Polizist werden, dann Archäologe. Schliesslich jedoch wurde er Diplomingenieur und spezialisierte sich auf Kernkraftwerke. Eigentlich mit der Idee, sie später mal zu bauen, doch dazu kam es nie. «Ich bin schon während des Studiums in das Rückbauthema hineingerutscht.»Und in diesem Bereich arbeitete der 47-Jährige auch, zuletzt 15 Jahre lang bei einem Nukleartechnikdienstleister in Heidelberg (D). «Aber immer nur für Projekte in verschiedenen KKW, einen Rückbau von A bis Z konnte ich bisher noch nie begleiten.»
Genau das tut Klute nun beim KKW Mühleberg – und freut sich sichtlich darüber. «Das ist der Traum jedes Ingenieurs.» Er ist seit Ende 2014 bei der BKW Energie AG angestellt, die das idyllisch an der Aare gelegene KKW knapp 20 Kilometer westlich der Stadt Bern betreibt. Wenn es am 20. Dezember nach 47 Betriebsjahren für immer abgestellt wird, ist bereits alles für den äusserst komplexen und langwierigen Rückbau vorbereitet: Sämtliche Bewilligungen sind eingeholt, sämtliche Konzepte ausgearbeitet, das Personal und die Öffentlichkeit vorbereitet.