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Kleine Spende, grosse Wirkung

Mit ihrer Spendenaktion hilft die Migros Menschen, die in der reichen Schweiz Not leiden. Das nützt auch der achtjährigen Sara: Obwohl sie aus einer benachteiligten Familie kommt, kann sie Ballettunterricht nehmen.

Text Michael West
Fotos Gabi Vogt
ballett

Die Ballettlehrerin Yasmin Tobler (33) klatscht in die Hände. Sofort rennen neun Mädchen im Primarschulalter kreuz und quer durch einen kleinen Saal. Sie bewegen ihre Arme, als wollten sie fliegen. «Schmetterlingsschwarm» nennt sich diese Übung, mit der die Koordination trainiert wird.

Später übt Yasmin Tobler mit ihren Zöglingen typische Ballettschritte, lässt sie in zwei Kreisen tanzen und ein Publikum anlächeln, das sie sich vorstellen müssen. Denn wir befinden uns nicht auf einer Bühne, sondern in einer kleinen Ballettschule im reformierten Kirchgemeindehaus von Wädenswil ZH.

Zu den Schülerinnen gehört die achtjährige Sara. «Das war mega», sagt das Mädchen begeistert, als es nach der Lektion von ihrer Muttter Christine Kümin (37) abgeholt wird. Dem Kind ist anzusehen, wie sehr ihm der Unterricht gefallen hat. Es sagt dazu: «Ich mache alle Tanzschritte gern, vor allem aber die Pliés.» Damit sind die Ballettübungen mit den typischen Kniebeugen gemeint.

Ein Leben voller Verzicht

Dass Sara am Unterricht teilnehmen kann, ist keine Selbstverständlichkeit. Ihre alleinerziehende Mutter lebt seit ihrer Scheidung vor drei Jahren mit ihren beiden Töchtern am Existenzminimum. Anderthalb Jahre lang war die Sozialpädagogin arbeitslos; inzwischen hat sie zwei Jobs, die zusammen ein 40-Prozent-Pensum ergeben. Die Ballettlektionen kann sie trotzdem nur bezahlen, weil ihr Yasmin Tobler beim Preis entgegenkommt, vor allem aber, weil sie von einem Projekt der Winterhilfe profitiert. Es ermöglicht Kindern aus benachteiligten Familien eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung: Sie sollen sich sportlich oder künstlerisch entfalten können. Dieses Programm unterstützt die Migros im Rahmen ihrer diesjährigen Spendenaktion. Sie fördert ausserdem ausgewählte Hilfsprojekte von Caritas, Heks, Pro Juventute und Pro Senectute. Bei allen Projekten geht es um Menschen, die mitten in der reichen Schweiz Mangel leiden – wobei ihre Notlage oft lange übersehen wurde.

familie

Dankbar für den Beistand der Winterhilfe: Christine Kümin und ihre beiden Töchter Sara und Leonie

Schwierige Stellensuche

So hat das auch Christine Kümin erlebt, die vor allem während ihrer Stellensuche auf wenig Verständnis für ihre Situation stiess: «Es kam mir oft so vor, als sei ich als alleinerziehende Mutter im Nachteil. Man hielt mich offenbar für zu wenig flexibel.»

Nun hat sie zwar die 40-Prozent-Beschäftigung, muss ihren Töchtern aber noch immer viel vorenthalten. Ein Skiwochenende in den Bergen liegt nicht drin. Sara und ihre Schwester Leonie (10) wünschten sich lange vergeblich ein pinkes Barbie-Plastikschloss. Schliesslich erbarmte sich eine andere Familie: Sie verschenkte ein eigenes Spielzeugschloss an Sara und Leonie.

Der Ballettunterricht ist unter diesen Umständen ein absoluter Glücksfall. «Sara ist eigentlich ein schüchternes Kind», sagt Christine Kümin. «Durch den Tanz kann sie ihre Gefühle ausdrücken und selbstbewusster werden. Es ist wunderbar, das als Mutter mitzuerleben.»

Das passierte mit dem 2018 gesammelten Geld

Bei der letztjährigen Spendenaktion der Migros in der Vorweihnachtszeit kamen 1,8 Millionen Franken zusammen. Die fünf Partnerhilfswerke Caritas, Heks, Pro Juventute, Pro Senectute und Winterhilfe konnten damit viele Projekte in der Schweiz weiterführen oder sogar ausbauen.
 

Caritas
Die Caritas investierte ihren Spendenanteil unter anderem in das Projekt «Espace des Solidarités», einen Treffpunkt in Neuenburg. Randständige Menschen erhalten dort günstige Mahlzeiten, Sozialhilfeempfänger finden in der Küche eine Anstellung. Drei zusätzliche Stellen entstanden dank der Spenden.

Heks
Im Heks profitierte das Projekt «MosaiQ»: Gut qualifizierte Migranten werden bei der Arbeitssuche begleitet und sollen eine angemessene Stelle finden. Früher gab es dieses Angebot vor allem in der West- und Ostschweiz sowie in den Kantonen Aargau, Basel und Bern, neu auch in den Kantonen Schaffhausen, Glarus, Schwyz und Zug.

Pro Juventute
Die Pro Juventute investierte die Spenden unter anderem in den «Peer-Chat 147»: Verzweifelte Jugendliche erhalten Rat von Gleichaltrigen. Dieses Hilfsangebot wurde von der Deutschschweiz auf die Romandie und das Tessin erweitert.

Pro Senectute
Die Pro Senectute liess Geld in ihren Einzelhilfefonds fliessen, der Senioren in finanziellen Notlagen unterstützt. In diesem Jahr bekamen 26 Personen Zuwendungen für die Tilgung von Schulden, für 20 weitere Personen wurden Zahnbehandlungen bezahlt.

Winterhilfe
Die Winterhilfe verwendete das Geld für ihre Kleiderspenden: Über 5400 bedürftige Personen aus der ganzen Schweiz wurden im laufenden Jahr im Rahmen dieser Massnahme mit einwandfreien Kleidungsstücken aus zweiter Hand versorgt.

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So können Sie helfen

Jetzt gibt es in der Migros die Schokoladenherzen zur weihnachtlichen Spendenaktion. Sie kosten 5, 10 oder 15 Franken. Der Erlös fliesst vollumfänglich in den Spendentopf; zusätzlich zahlt die Migros für jedes verkaufte Herz einen Franken ein.

Am Ende geht der Gesamtbetrag zu gleichen Teilen an Caritas, Heks, Pro Juventute, Pro Senectute und Winterhilfe, die ihn für ausgewählte Hilfsprojekte in der Schweiz verwenden. Dazu einige Beispiele:

In den Caritas-Märkten können Menschen mit minimalem Einkommen, gute Produkte für wenig Geld kaufen. Das Projekt «Heks Wohnen» hilft Menschen mit einer psychischen Erkrankung oder Suchtproblemen Wohnraum zu finden. Dank der Hotline «Beratung + Hilfe 147» der Pro Juventute finden verzweifelte Kinder und Jugendliche rund um die Uhr Trost. Die Pro Senectute unterstützt gesellige Anlässe, bei denen Senioren Kontakt finden.


Weitere Infos:
migros.ch/spenden
 

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