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Migros - Ein M besser

Offenverkauf in der Migros

Es geht auch ohne Verpackung

Pasta, Reis und Hülsenfrüchte in Beutel aus Baumwolle abfüllen – das ist neu in der Migros Baden City möglich. So lässt sich der Plastikverbrauch vermindern und der Umwelt etwas Gutes tun. Bald gibt es dieses Angebot in weiteren Supermärkten.

Text Michael West
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Ein Kunde bedient sich am Ofenverkauf in der Migrosfiliale in Baden AG.

Es ist in verschiedenen Brauntönen ­gehalten und nicht zu übersehen: Ein impo­santes Regal, das die anderen Gestelle überragt, steht mitten im neu eröffneten Migros-Supermarkt beim Bahnhof ­Baden AG. Es ist mit ­einer ganzen Batterie röhren­förmiger Behälter aus Plexiglas bestückt. Zu kaufen gibt es hier eine Vielzahl lange haltbarer ­Lebensmittel, wie Pasta und Reis, Hülsen­­früchte wie Erbsen, Kichererbsen oder Linsen, dazu diverse Nüsse und Trockenfrüchte. Alle Produkte haben Bioqualität, meist stammen sie von der M-Industrie.

Menge selbst bestimmen

Die Kundinnen und Kunden ­ziehen einfach an einem Griff und lassen die gewünschte
Ware in ­einen Beutel rieseln. Zur ­Auswahl steht ein wiederverwendbares Säcklein aus Biobaum­wolle oder eine Papiertüte mit dem Waldschutz-Gütesiegel PEFC. Dann stellt man den Beutel auf eine Waage, die ein aufklebbares Preisschild ausdruckt. In Zukunft wird es auch möglich sein, die Lebensmittel in ein Tupperware oder ein anderes mitgebrachtes ­Gefäss abzufüllen. Den Sinn der Station macht ein Plakat an der Seitenwand klar: «Gemeinsam Plastik sparen», steht darauf. Wer hier Lebensmittel abfüllt, tut der Umwelt also ­etwas Gutes.

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Nüsse, Reis, Pasta, Cornflakes und Hülsenfrüchte: Kundinnen und Kunden der Migros können neu Bio-Lebensmittel selbständig abfüllen. Die Migros führt in mehreren Filialen Abfüllstationen ein. Im Vordergrund steht die Reduktion von Verpackungsmaterial. 

Baden ist dabei nur der Startplatz für ein langfristiges Projekt. Noch im November führen die Filialen Breitenrain Bern und Rolle VD eigene Abfüllsta­tionen ein. Im Januar folgen die Supermärkte Surseepark Luzern und Limmatplatz Zürich.

Das passt zu einem grossen Ziel, das sich die Migros im Jahr 2013 gesetzt hat: Im Rahmen von Generation M versprach sie, bis Ende 2020 Verpackungsmaterial im Gesamtgewicht von 6000 Tonnen umweltfreundlicher zu gestalten, also zum Beispiel aus rezyklierten Werkstoffen her­zustellen oder einfach weniger davon zu verbrauchen. Die ­Migros hat Wort gehalten: In­zwischen wurden sogar schon 7000 Tonnen Material angepasst. Bei den Abfüllstationen tut die ­Migros nun das Äusserste, was überhaupt möglich ist – sie lässt ­Einwegverpackungen ganz weg.

Was meinen Kundinnen?

Die Ware in den Abfüllstationen hat den gleichen Kilopreis wie vergleichbare Lebensmittel, die verpackt in den Verkaufs­regalen stehen. Verdient die ­Migros durch den Offenverkauf also mehr Geld? «Im Gegenteil», versichert Dennis Bacon, der als Projektleiter für die Stationen verantwortlich ist. «Die ­Behälter müssen vom Ladenpersonal ­regelmässig gereinigt und neu aufgefüllt werden. Das ist ein Mehraufwand, den wir den ­Kundinnen und Kunden nicht
in Rechnung stellen.»

 

Nicht in allen Migros-Filialen sollen die Stationen exakt gleich aussehen. «Im Supermarkt in Rolle planen wir eine Variante, die nicht braun ­verkleidet ist, sondern eine ­rustikale Holzoptik hat», sagt Corina Neuenschwander, Spezialistin für Ladenge­staltung beim Migros-Genossen­schafts-Bund. «Die Stationen ­sollen sich ins Ladenbild einfügen und trotzdem auffallen.»

Überall wird getestet, wie das Angebot bei den Kundinnen und Kunden ankommt: Wünschen sie sich eine andere oder noch grössere Auswahl an Produkten? Was lässt sich tun, ­damit die Ab­füll­stationen auch rege genutzt werden? Die Migros hofft auf viele Rückmeldungen an die M-­Infoline. 

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