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Abstimmung Vaterschaftsurlaub

Unser Vaterland

Sie leben als Bauern auf dem Land, wurden plötzlich alleinerziehend oder kamen ganz unverhofft zum Elternglück: Neun Väter geben anlässlich der Abstimmung zum Vaterschaftsurlaub Einblick in ihr Leben.

Text Anne-Sophie Keller & Monica Müller
Fotos Samuel Trümpy
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Nicolas Untersteiner (35) aus Mon GR

lebt mit Frau Lena und drei Kindern auf dem Bauernhof: Chasper (9), Jelscha (7), Giacumin (4). Das ist der Tagesablauf der Familie.

06:00 Ich stehe auf und gehe in den Stall, um die Tiere zu füttern.

06:45 Wir essen alle zusammen Zmorge und besprechen, was in der Schule oder sonst so läuft.

07:15 Die Grossen sind in der Schule. Lena und ich besprechen mit unserer Aushilfsarbeiterin, wer welche Arbeit macht. Giacomin kommt meistens mit mir mit. Er sitzt auf meinen Rücken oder spielt am Wiesenrand. Am liebsten fährt er auf dem Traktor mit.

12:00 Die Grossen kommen von der Schule nach Hause. Im Sommer macht Lena Zmittag. Früher haben wir uns die Essenszubereitung aufgeteilt. Aber die landwirtschaftliche Arbeit ist anstrengend, deshalb übernehme ich das oft. Zweimal in der Woche bleiben die Kinder in der Schule.

13:30 Nach dem Mittagsschlaf der Kleinen machen sie sich an ihre Aufgaben oder gehen hinaus zum Spielen. Im Winter fahren sie Ski und im Sommer sind sie im Stall oder in der Werkstatt basteln. Lena und ich arbeiten derweil.

16:00 Gemeinsamer Zvieri mit etwas Obst oder einer Glace. Von Frühling bis Herbst geht die Stallarbeit los; im Sommer die letzten Stunden der Feldarbeit. Auch hier kommen die Kinder meistens mit.

18:30 Die Kinder machen Hausaufgaben. Jelscha braucht nicht viel Hilfe, bei Chasper hocke ich oft daneben. Es macht Freude zu sehen, wie gut er das macht.

19:00 Wir essen Käse und Aufschnitt vom Hof zum Znacht, dazu ein frisch gebackenes Brot. Oder eine Gemüsesuppe. Das ist unsere Art von Luxus. Den Znacht übernehme ich, wenn Lena den Zmorge gemacht hat. Dafür geht sie jetzt noch in den Stall.

20:00 Lena räumt meistens die Küche auf, und ich kümmere mich um die Kinder. Wir putzen zusammen die Zähne, und ich bringe jedes Kind einzeln ins Bett. Wenn ich ihnen etwas vorsinge oder vorlese, kommt Lena meistens noch dazu.

20:45 Lena und ich haben Zeit für uns und trinken zusammen Tee, machen Büroarbeit oder tauschen uns aus. Egal, wie stressig der Tag war, wir wollen den Tag mit lieben Worten zusammen beenden. Das ist ganz wichtig.

22:00 Nachtruhe.

Avni Rexhepi (30) aus Basel

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Avni Rexhepi wollte schon immer früh Vater werden, gern Anfang 20. Nur hat die richtige Frau dazu erst noch gefehlt. Als er 25 Jahre alt war, lernte er sie über Freunde kennen und war gleich hin und weg. «Sie ist ein Familienmensch mit einem grossen Herzen», schwärmt er.

Beruflich lief es zu dieser Zeit weniger gut. Avni Rexhepi stürzte im Treppenhaus in seinem Wohnblock so unglücklich, dass er seinen Beruf als Möbelschreiner aufgeben musste. Er brach sich dabei das Handgelenk, musste es mehrmals operieren und war ein Jahr krankgeschrieben. Wo immer er sich damals bewarb, befand man: «Sie sind ein sympathischer junger Mann, aber die Geschichte mit ihrem Handgelenk könnte Sie weiterhin einschränken.»

Erste Tochter im letzten Lehrjahr
Avni Rexhepi wollte unbedingt arbeiten, jobbte auch auf dem Müllwagen und bewarb sich überall – auch bei Bestattungsunternehmen. Schliesslich gab ihm die Migros eine zweite Chance. Er absolvierte eine Lehre als Detailhandelsassistent. In seinem letzten Lehrjahr kam seine erste Tochter Neela (2) zur Welt. «Vater werden ist eine unglaubliche Erfahrung», sagt er, «wunderschön.»

Er bezog drei Wochen Vaterschaftsurlaub, die die Migros seit 2015 allen Vätern gewährt, und hängte noch zwei Wochen Ferien dran. So konnte er die ersten fünf Wochen daheim sein und mitanpacken. Er wickelte, kochte, ging mit dem Kinderwagen spazieren, kaufte ein und räumte auf. «Ich habe diese Familienzeit extrem geschätzt und genossen», sagt Avni Rexhepi. Er ist überzeugt, dass seine Anwesenheit zu Hause in der allerersten gemeinsamen Zeit das Fundament für seine schöne Beziehung zu Neela gelegt hat. «Dafür bin ich der Migros sehr dankbar.»

Seit zwei Wochen arbeitet Avni Rexhepi wieder in der Molkereiabteilung seiner Migros-Filiale. In jeder freien Minute greift er zum Handy, um die neuesten Bilder seines sechs Wochen alten Töchterchens Aleena zu sehen. Auch bei der Geburt war er dabei und hat ihre ersten 30 Tage und Nächte hautnah miterlebt. Er erzählt von Kollegen, die Vater wurden und dafür nur einen einzigen Tag freibekamen. «Das ist hart», sagt er, «und einfach auch falsch.»

Islam Alijaj (34) aus Zürich

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Vater mit Zerebralparese und zwei gesunden Kindern: Bakir (6) und Gjeneta (3). Seine Wunschliste

1. Ich wünsche mir, dass wir den Frauen, die uns geboren, gehütet, gebildet, ernährt, unterstützt und gepflegt haben, den gebührenden Respekt zollen.

2. Ich wünsche mir, dass Pflege und Sorgearbeit endlich gerecht entlohnt wird.

3. Ich wünsche mir, dass ich weiterhin so viel Zeit wie möglich mit meinen Kindern verbringen kann.

4. Ich wünsche mir, dass die Gesellschaft Väter als gleichwertige Elternteile anerkennt

5. Ich wünsche mir, dass meine Kinder allen Mitmenschen mit Respekt und Offenheit begegnen.

6. Ich wünsche mir, dass meine Kinder ihren Vater mit Behinderungen als Vorbild betrachten.

Elia D. (31) aus Liechtenstein

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Transmann und Vater, derzeit im Prozess der Geschlechtsangleichung. Ein Protokoll.

«Mein Kinderwunsch existiert seit etwa acht Jahren, im vergangenen Sommer kam dann unsere Tochter zur Welt. Ich musste Hormone nehmen, um schwanger zu werden. Zudem hatte ich nie einen normalen Zyklus und brauchte eine Insemination. Mein Körper hat als Frauenkörper nie gut funktioniert. Nach der Geburt unserer Tochter hatte ich beispielsweise keinen Milcheinschuss. Für mich wurde immer klarer, dass die weibliche Seite nicht zu mir passt. So konnte ich nicht weiterleben. Im Oktober habe ich das dann meinem Mann gesagt.

Ich bin Mama und Papi
Nun wird er mit einem Mann zusammen sein. Er findet, wir müssen das jetzt einfach nehmen, wie es kommt. Diese Offenheit ist nicht selbstverständlich. Vor zwei Monaten habe ich meine Transition mit einer Hormontherapie begonnen. 2018 habe ich meinen Namen bereits auf Elia geändert. Eines Tages will ich mein Geschlecht offiziell ändern lassen, was aber derzeit noch nicht möglich ist.

2017 haben mein Mann und ich geheiratet. Wäre ich fortan als Mann eingetragen, ist es nicht klar, ob diese Ehe rechtlich weiterbestehen würde. So richtig als Transmann geoutet habe ich mich erst diesen Sommer. Wenn du ein Kind hast, ist das eine noch grössere Hürde. Natürlich bin ich noch eine Mama, aber Mama zu sein, ist ein Gefühl, kein Geschlecht. Wenn meine Tochter mich Mama nennen will, soll sie das. Aber eigentlich bin ich der Papi. Mir ist wichtig, dass es meinem Mann und meinem Kind gut geht. Viele denken, ein Kind braucht eine Mutter. Aber ich glaube nicht, dass das stimmt. Ein Kind braucht vor allem Liebe und Geborgenheit. Es laufen derzeit viele Prozesse gleichzeitig: meine Transition, mit meinem Mann, mit meiner Tochter, mit der rechtlichen Situation. In fünf Jahren möchte ich immer noch mit meinem Mann zusammen sein. Unsere Tochter soll gut in der Schule aufgenommen worden sein. Die Ehe für solche Paare soll bis dahin offiziell möglich sein. Ich will meinen Personenstand geändert und dabei meine Rechte behalten haben. Ich will eine schöne, tiefe Stimme haben. Und als Mann anerkannt werden.»

Remo Stalder (30) aus St. Gallen

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Remo Stalder hat gegen Ende einer kurzen Beziehung Leonidas (5) gezeugt. Seine Ex-Partnerin verheimlichte die Schwangerschaft und wollte das Kind zur Adoption freigeben. Leonidas’ Beistand sagte, beide Elternteile müssten zustimmen, und benachrichtigte Stalder mit einer Vaterschaftsanerkennungsklage. Nach dem positiven Vaterschaftstest entschied sich Stalder, Vormundschaft und Sorgerecht zu übernehmen. Sein Leben früher und heute:

Freizeit: Früher ging ich jedes Wochenende aus. Unter der Woche machte ich jeden Abend Ausdauersport. Nun mache ich Krafttraining, das kann man einfacher in den Wochenplan einbauen. Am Abend bauen Leonidas und ich mit Legosteinen und am Wochenende gehen wir baden. Ab und zu kommen meine Kollegen vorbei.

Finanzen: Schon früher hatte ich wenig Geld. Heute habe ich einige Probleme. Ich bekomme von der Mutter keine Alimente, da sie noch in Ausbildung ist. Und das Sozialamt sagte, ich könne mein Pensum nicht zugunsten des Kleinen herunterschrauben. Somit musste ich Leonidas in die Kita schicken. Das finde ich schwierig. Es wäre am wichtigsten, jetzt Zeit mit ihm zu haben.

Ferien: Früher bedeuteten Ferien nonstopp Party. Prag, Budapest, die ganze Nacht. Das ist heute eher schwierig. Unsere letzten Ferien waren im Tessin im Verzascatal. Wir gingen spazieren oder auf den Spielplatz. Alles ist ruhiger worden, naturverbundener. Ein Freund von mir ist mitgekommen, und da konnten wir auch ab und zu ein Bier zusammen trinken.

Flirten: Mit Leonidas ist es schwierig, jemanden kennenzulernen. Ich habe wenig Zeit, und es schreckt viele ab, wenn man schon ein Kind hat. Aber je älter Kinder werden, desto mehr Freiheiten hat man wieder.

Familie: Ich hatte nie gross Kontakt zu meiner Familie. Leonidas hat das Verhältnis verbessert. Er sieht seine Grosseltern oft. Und auch der Kontakt mit meinem Bruder, der ebenfalls Kinder hat, wurde häufiger. Wir wurden als Familie enger. Alle haben Freude aneinander, das ist schön!

Abstimmung Vaterschaftsurlaub

Am 27. September stimmt die Schweiz über den Vaterschaftsurlaub ab. Mit der Initiative sollen Väter innerhalb von sechs Monaten ab der Geburt eines Kindes zwei Wochen bezahlten Urlaub beziehen können.

Heute gibt es keine Regelung. Der Vater kann bei der Geburt seines Kindes im Rahmen der «üblichen freien Tage» Anspruch auf einen Urlaub geltend machen. Dabei werden meist ein bis zwei Ferientage gewährt. Bei der Migros sind es drei Wochen.

Finanziert werden soll der Vaterschaftsurlaub wie die Mutterschaftsentschädigung über die Erwerbsersatzordnung (EO). Der Bundesrat spricht sich für eine Annahme der Initiative aus; Wirtschaftsverbände sind dagegen.

Ja: SP, Grüne, EVP, CVP, GLP, BDP
Nein: SVP, FDP

Mark van Huisseling (55) aus Zürich

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Väterlicher Kinderwunsch
Die Forschung geht davon aus, dass zehn Prozent aller Männer einen echten Kinderwunsch haben. Viele Männer denken offenbar, sie wünschten sich Kinder, haben aber eher einen Familienwunsch: Sie sehen sich an einem Familienfest, umringt von einer Kinderschar, aber sie sehen sich nicht, ein Baby wickeln, Freizeit aufgeben oder Karrierechancen vorbeiziehen lassen. Ich gehöre zu den 90 Prozent, die keinen Kinderwunsch verspürten. Da bin ich ehrlich. Wie die allermeisten habe ich aber nicht Nein zu Kindern gesagt, und es ist dann «einfach passiert».

Timing
Ich bin mit fast 52 Jahren Vater geworden, und das ist gut so. Hätte ich ein Kind im Leben gehabt und mich einschränken müssen, würde ich viel von dem vermissen, was ich in den vergangenen 30 Jahren gemacht habe. Jetzt stimmen die Lebensumstände und die Frau an meiner Seite.

Leben mit Kind
Es ist nicht besser, schlechter, schöner oder reicher. Aber ein Leben mit Kind ist kompletter.

Mein Vater
Ich bin meinem Vater ähnlicher, als ich dachte oder sein wollte. Mein Vater war nicht der Typ, der gross auf mich einging, aber er bezog mich in sein Leben ein. Auch ich möchte nicht Lego spielen, bis mir der Rücken schmerzt. Lieber gehe ich mit Jim spazieren und nehme ihn mit, wenn ich etwas zu erledigen habe. Meine Aufgabe als Vater ist es, mein Kind zu verwurzeln und ihm Platz für Flügel zu lassen.

Der ideale Vater …
… ist oft einer, der anders ist, als der, den man hat, meint man. Aber einen zu haben, ist schon mal gut, er muss präsent sein – und dableiben.

Zur Person
Mark van Huisseling und seine erste Frau trennten sich, weil sie sich ein Kind wünschte, er aber nicht. Nach einer Beziehungspause konnte er es sich doch vorstellen, Vater zu werden. Zu dem Zeitpunkt war seine Frau bereits von einem anderen schwanger. Sie blieben noch eine Weile als Patchwork-familie zusammen. Seine nächste Partnerin hatte einen vierjährigen Sohn, dem er einige Jahre ein Stiefvater war. Vor sechs Jahren kam er mit seiner heutigen Frau zusammen, vor vier Jahren haben die beiden geheiratet, das Paar hat einen dreieinhalbjährigen Sohn. Für sein neues Buch «Mann, Baby, Mann» sprach Mark van Huisseling mit verschiedenen Vätern übers Vatersein.

Alija Šabanović (54) aus Zug

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Alija Šabanović ist Bauarbeiter und Vater von zwei erwachsenen Söhnen im Alter von 27 und 28 Jahren. Ein Gespräch zwischen Vater und dem jüngeren Sohn Dino.

Erinnerst du dich an den Tag als ich geboren wurde?
Die Wehen kamen in der Sonntagnacht. Wir hatten kein Auto und haben unseren Nachbarn gefragt, ob er uns ins Spital fahren kann. Damals gab es noch keine Handys, und ich wusste nicht, wie ich mich von meinem Arbeitsplatz abmelden sollte. Irgendwie konnten wir das dann organisieren. Während deiner Geburt habe ich deiner Mutter die Hand gehalten und versucht, sie zu unterstützen. Sie konnte zu dieser Zeit noch kaum Deutsch. Ich war glücklich und verängstigt zugleich.

Was ging dir durch den Kopf, als du mich zum ersten Mal sahst?
Gott sei Dank bist du gesund. Die Ärzte fragten mich, ob ich die Nabelschnur durchschneiden wolle. Lieber nicht, sagte ich. Ich wollte nichts kaputt machen! Du warst so schön; hattest dicke, schwarze Haare und bereits einen Wirbel. Ich war extrem erleichtert, dass alles in Ordnung war.

Wie war die Zeit nach meiner Geburt?
Am nächsten Tag bin ich arbeiten gegangen, und alle haben mich gefragt, warum ich am Vortag nicht erschienen sei. Ich habe ihnen erklärt, dass du zur Welt gekommen seist. Dann habe ich eine Runde ausgegeben, und alles war gut. Ich wusste, dass ich weiterarbeiten musste. Wir hatten Angst, dass wir die Arbeitsbewilligung verlieren würden.

Was ist deine schönste Erinnerung mit uns Kindern?
Später, als eure Mutter an den Wochenenden arbeitete, gingen wir drei Männer in den Wald. Dort haben wir grilliert, Indianer gespielt, mit Pfeilbogen geschossen. Da habe ich mich gefühlt, als wäre ich selbst wieder ein Kind. So konnte ich nochmals meine Kindheit geniessen.

Was macht dich traurig?
Dass ich nicht da sein konnte, als es am notwendigsten war. Hätte ich nach deiner Geburt mehr Zeit gehabt, wäre alles viel einfacher gewesen. Schon nur eine Woche hätte gereicht, damit deine Mutter wieder zu Kräften kommen konnte. Sie konnte kaum sitzen, und alles war unglaublich anstrengend. Ich arbeitete den ganzen Tag und habe ihr am Abend mit dem Haushalt geholfen. Wir hatten wenig Unterstützung.

Was würdest du mir auf den Weg geben, wenn ich einmal Vater werde?
Ich wünsche dir genug Zeit am Anfang. Und dass du auch später so viel Zeit wie möglich mit deinen Kindern verbringen kannst. Die Kindheit geht so schnell vorüber, und schon sind sie erwachsen.

Christian Rebosura (34) aus Luzern

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Er wurde am 12. Juni durch Noés Geburt zum ersten Mal Papa. Zehn Überlebenstipps für die ersten zehn Wochen.

1. Keine Panik! Man hat so oft Angst, dass etwas nicht stimmt. Aber vieles ist normal.

2. Sich nicht Sorgen machen um irgendwelche Szenarien.

3. Dreimonatskrämpfe können schnell kommen. Massagen helfen.

4. Der Schlafmangel ist brutal. Schlaft tagsüber, wann und wo immer ihr könnt!

5. Eine achtsame Kommunikation mit dem Partner beziehungsweise der Partnerin wird noch wichtiger.

6. Die Planung ist – wenn überhaupt möglich – ziemlich rollend. Man lebt im Moment.

7. Wir lassen uns nicht ganz alles von Noé diktieren und nehmen ihn von Anfang an zu Freunden oder in ein Café mit.

8. Zeit für die Partnerschaft – auch wenns nur ein Date pro Monat ist – stärkt einen als Eltern.

9. Sich Zeit nehmen für sich selbst. Ich geniesse mein Feierabendbier; sie trifft ihre Freundinnen.

10. Verbringt so viel Zeit mit dem Kind wie möglich. Sie ist einzigartig. Und sie schafft Bindung.

Mathias Seger (42) aus Zürich

Mathias Seger war 22 Jahre lang Eishockeyprofi. 19 Saisons spielte er für die ZSC Lions, zwölf davon als Captain.
Mathias Seger war 22 Jahre lang Eishockeyprofi. 19 Saisons spielte er für die ZSC Lions, zwölf davon als Captain.

Wo hört oder hörte man mehr auf Sie: heute als Hausmann oder damals auf der Bank des ZSC?
(lacht) Gute Frage. Eigentlich weder heute noch damals, zumindest kommt es mir manchmal so vor. Das Lustige bei Kindern ist: Wenn sie dich hören möchten, tun sie das; wenn nicht, dringt rein gar nichts durch.

Wie haben Ihre Töchter darauf reagiert, als Sie plötzlich zu Hause waren?
Für sie war es immer normal, mich auch tagsüber zu sehen. Als Profisportler hatte ich ungeregelte Arbeitszeiten und konnte zwischendurch viel Zeit mit ihnen verbringen. Dafür war ich am Wochenende meist weg. Seit ich nicht mehr Hockey spiele, geniesse ich die freien Wochenenden mit der Familie am meisten. Ich will der nächsten Generation mitgeben, dass es ganz normal ist, wenn der Papi zu Hause ist und das Mami arbeiten geht. Die Kinder sollen sehen, dass sie jeden Job machen und jeden Weg gehen können.

Wie erleben Sie die Rolle des Hausmanns?
Ich liebe es, mit den Kindern zusammen zu sein und geniesse die Zeit mit ihnen extrem. Wenn du näher dran bist, erfährst du viel mehr, was läuft. Ich finde es extrem spannend, was die Kinder in der Schule aufnehmen und auch an Gefühlen mitnehmen. Wir leben im Haus mit einer weiteren Familie zusammen. Oft kümmere ich mich um alle vier Kinder. Da geht es ziemlich turbulent zu.

Wie hat Ihr Umfeld auf Ihren neuen Job reagiert?
Grundsätzlich positiv. Viele haben von mir erwartet, dass ich im Eishockey bleibe oder irgendwo im Berufsleben gross einsteige. Das hat mich vor allem anfangs unter Druck gesetzt. Mittlerweile hat sich das aber gelegt. Mit meiner Frau haben wir die neue Aufgabenteilung schon lange geplant, und ich finde es perfekt so.

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