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Migros - Ein M besser

Nach dem Lockdown

Darauf freue ich mich!

Freunde treffen, «reale» Meetings, Reisen oder Live-Konzerte: Vieles ist der Coronakrise zum Opfer gefallen. Wir wollten wissen, worauf sich die Menschen freuen, wenn sie endlich wieder tun dürfen, was sie möchten.

Text Ralf Kaminski, Lisa Stutz, Benita Vogel, Michael West, Rahel Schmucki
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Edita Alija (31)

Edita Alija
Edita Alija

Fachleiterin Brot und Backwaren, Migros-Filiale Schlieren Rietbach

Ich werde mit Freunden und Familie eine Grillparty feiern. Und natürlich möchte ich auch wieder auf eine Reise gehen. Andererseits habe ich während der Coronakrise auch Neues entdeckt und konnte mehr Zeit als sonst mit meinen Kindern verbringen. Das möchte ich unbedingt beibehalten.

Joel Basman (30)

Joel Basman
Joel Basman

Schauspieler aus Zürich

Ich freue mich auf einen gemütlichen Grillabend mit Familie und Freunden – und dass das Modeatelier Basman wieder öffnen darf.

Adriana Shahini (41)

Adriana Shahini
Adriana Shahini

Picking Assistant bei Digitec Galaxus

Am meisten freue ich mich, wenn die Grenzen öffnen und ich meine Eltern im Kosovo wieder besuchen und umarmen darf.

Fabian Lustenberger (31)

Fabian Lustenberger
Fabian Lustenberger

Fussballspieler BSC Young Boys

Ich freue mich, wenn ich mit meiner Frau und den Kindern wieder meine Eltern besuchen kann und wir an einem Sommertag abends zusammen im Garten grillieren können.

Darauf freut sich unsere Facebook-Community

Christian Hubschmid Ich freue mich, wenn die Schwingfeste endlich beginnen und ich wieder kampfrichtern darf.

Angela Baumann Ich freue mich, wenn wir wieder mit dem Wohnwagen auf einen schönen Campingplatz fahren dürfen, eine schöne Bergwanderung machen können. Und das mit den besten Freunden.

Monika Kalt Rogantini Ich freue mich auf eine fette Grillparty nach dem Freibadbesuch mit den Liebsten – mit feinem Fleisch von der Migros.

Conny Künzle Ich freue mich, wenn ich wieder zur Arbeit gehen darf, aufs Pendeln, darauf, mich im SportXX fürs Sommerjogging einzukleiden, klettern zu gehen und mich einfach wieder unbeschwert mit meinen Freunden und Liebsten zu treffen und den Sommer gemeinsam geniessen zu können.

Urs Junghans (49)

Urs Junghans
Urs Junghans

Network Administrator, Migros-Genossenschafts-Bund

Ich freue mich darauf, dass alle Gastronomiebetriebe wieder offen sind, und man wieder wählen darf, wo man zum Mittagessen hingeht oder ein Bier trinkt.

Hedy Graber (59)

Hedy Graber
Hedy Graber

Leiterin Direktion Kultur und Soziales, Migros- Genossenschafts-Bund

Ich freue mich, dass ich in den vergangenen Wochen so viele positive Erfahrungen gemacht habe und das Gelernte auch in Zukunft anwenden kann. Sehnsüchtig hoffe ich, in diesem Jahr irgendwo in Europa im Meer zu schwimmen. Aber am meisten freue ich mich darauf, Menschen wieder im realen Raum zu begegnen. Und natürlich bin ich gespannt, wie sich das kulturelle und gesellschaftliche Leben verändern wird: Gemeinsame Erlebnisse sind der Kitt für die Gesellschaft, fördern das Wohlbefinden und inspirieren. 

Marco Solari (75)

Marco Solari
Marco Solari

Präsident des Locarno Film Festival

Ich bin seit jeher ein Familienmensch und kein Festbruder. Vielleicht bin ich auch – einige werfen es mir vor – ein wenig Patriarch. Ich freue mich darum besonders darauf, mit Ehefrau Michela, den Söhnen mit ihren Angetrauten und den Enkelkindern am Sonntagabend am grossen Tisch zusammenzusitzen, zu essen und zu trinken, zu lachen und manchmal auch zu streiten. Das ist wahres Leben.

Doris Biedermann Mit der ganzen Familie inklusive Enkelkinder in einer Gartenwirtschaft gemütlich essen gehen.

Giuseppina Masiero Ich freue mich auf Ferien im Tirol, wenn man wieder dahin reisen kann. Und auf den Malkurs, der hoffentlich im August wieder beginnt.

Yannick Brunner Ich freue mich sehr, wenn ich endlich wieder in den Europa-Park gehen kann.

Sandra Bacher-Lehnherr Meine Eltern und Schwestern mit Familien wiederzusehen und unsere Freunde. Dass unsere Kids wieder mit ihren Gspändli spielen dürfen. Oh, wie sehr wir uns auf diesen Moment freuen.

Marcel Salathé (44)

Marcel Salathé
Marcel Salathé

Epidemiologe, ETH Lausanne

Ich freue mich am meisten darüber, wieder über etwas anderes als das Virus nachdenken zu können. 

Mona Vetsch (44)

Mona Vetsch
Mona Vetsch

SRF-Moderatorin

Ich freue mich darauf, dass die Hallenbäder wieder öffnen und der Kurs im Turmspringen weitergeht. Ich habe vermutlich alles verlernt und werde wieder beim «Ränzler» einsteigen.

Max Küng (51)

Max Küng
Max Küng

Journalist und Autor, Zürich

Natürlich freue ich mich auf das kulturelle Leben: Kino, Restaurant, im Plattenladen wühlen, selber wieder Lesungen geben. Am allermeisten aber freue ich mich auf Sport im Fernsehen: Fussball, Velorennen, Rugby – egal was, Hauptsache live!

Karin Huebscher Ich freu mich, die verschobenen Konzerte und Festivals nachfeiern zu können …

Yves Gamper Ich freue mich aufs Eishockeyschauen.

Andreas Landert Dass ich bei der Schweizer Tafel wieder als Freiwilliger mithelfen kann!!!

Cindy Ebnöther Ändlich wieder is Altersheim dä Grössel go bsueche.

Susanna Siegrist Ich freue mich, meine Freundin aus Konstanz wiederzusehen und gemeinsam unser Hobby zu pflegen: mit den Strickmaschinen stricken.

Freddy Burger (75)

Freddy Burger
Freddy Burger

Inhaber des Unterhaltungsveranstalters FBM Group

Die Zweisamkeit mit meiner Frau hat mir in diesen Tagen viel Kraft gegeben. Diese Zweisamkeit möchte ich bewusst weiterleben und mich mehr und mehr aus meinem Unternehmen zurückziehen. Zudem freue ich mich auf ein gutes Kotelett im Zürcher Restaurant Sonnenberg!

Tamy Glauser (35) und Dominique Rinderknecht (30)

Tamy Glauser (links) und Dominique Rinderknecht
Tamy Glauser (links) und Dominique Rinderknecht

Tamy Glauser (35)
Model und DJ

Ich freue mich, wenn wir uns endlich wieder umarmen dürfen. Und darauf, unsere DJ-Sets vor Menschen statt vor der Kamera im Livestream zu spielen.

Dominique Rinderknecht (30)
Model, DJ und Ex-Miss-Schweiz

Ich freue mich riesig, meine Freunde wieder treffen zu können. Diese Onlinemeetings sind zwar besser als nichts, aber einfach nicht das Gleiche.

Angela Vonlanthen Mir hoffe, dass üsi Rundreis ide Schottische Highlands wird stattfinde. Üser Ching fröie sich siteme Jahr druf u üebe scho ganz fest Änglisch, damit si säuber chöi ztrinke bsteue ide Resti dert.

Ivana Bogi Bogojevic Ich freue mich darauf, Freunde und Familie wieder treffen und «normal» begrüssen zu können, auf meine Wellness-Besuche im Fitnesspark, auf meine Ferien und Weekendtrips.

Eva Lithander Nach Schweden reisen und meine Familie wiedersehen

André Wiederhold Freue mich, meine Freunde und Kollegen wieder zu treffen. Einmal richtig gut Thai und Indisch zu essen. Und mit dem Sohn in die Kletterhalle zu gehen!

Daniel Koch (64)

Daniel Koch
Daniel Koch

Corona-Delegierter beim Bundesamt für Gesundheit

Ich freue mich darauf, wieder mehr Zeit für mich, meine Familie und meine Hunde zu haben. Wenn alles gut geht, hoffentlich ab Sommer.

Stephan Blunschi (37)

Stephan Blunschi
Stephan Blunschi

Bereichsleiter Einkauf Früchte und Gemüse, Migros-Genossenschafts-Bund

Ich freue mich darauf, dass sich die Kinder wieder ohne Einschränkungen im Quartier mit Freunden treffen können. Und auch auf den einen oder anderen spontanen Apéro, der sich daraus ergibt.

Philipp Dettling Auf die Hochzeit mit meiner baldigen Ehefrau

Edith Bammerlin Ich freue mich darauf, meinen Töchtern, Schwiegersöhnen und Enkelkindern wieder nahe sein zu dürfen. Aufs Schwimmen zweimal die Woche. Dass Therapien wieder möglich sind. Dass die Grosskinder über Nacht zu mir dürfen und ich den Eltern wieder mal die Möglichkeit geben kann, etwas alleine zu unternehmen. Weil: Hut ab vor allen Eltern in dieser Zeit.

Baltensberger Claudia Ich freue mich wieder auf den Yoga-Kurs.

Netty Linschoten Wieder selber einkaufen zu gehen und danach meine Ferien zu planen.

Ursula Nold (51)

Ursula Nold
Ursula Nold

Präsidentin Verwaltung, Migros-Genossenschafts-Bund

Ich freue mich darauf, dass Meetings nach dem Lockdown vermehrt real durchgeführt werden können. Virtuelle Sitzungsräume sind zwar praktisch, können echte Begegnungen aber nicht ersetzen. Und auf die Bewegungsfreiheit, um endlich wieder Freunde und Familienmitglieder treffen zu können. Ganz bewusst werde ich es auch geniessen, im Café zu sitzen, einen feinen Espresso zu trinken und das Treiben auf dem Berner Märit zu beobachten.

Thomas Wusem (40)

Thomas Wusem
Thomas Wusem

Logistik-Projektleiter LeShop

Am meisten freue ich mich auf Tapetenwechsel, sprich: endlich wieder einen Abend mit Kollegen in die Beiz zu gehen. Ob drinnen oder draussen wäre mir egal; Hauptsache, wieder gute Gespräche ausserhalb der eigenen vier Wände.

Fabrice Zumbrunnen (50)

Fabrice Zumbrunnen
Fabrice Zumbrunnen

Präsident der Generaldirektion, Migros-Genossenschafts-Bund

Ich freue mich auf die vielen persönlichen Kontakte und Gespräche mit Familienmitgliedern und Freunden, mit Mitarbeitenden und Geschäftspartnern. Auch werde ich es geniessen, wieder klassische Konzerte besuchen zu können.

Barbara Beckenbauer (50) hat eine eigene psychologische Praxis in Zürich. Sie berät und coacht Menschen in allen Lebenslagen.

Weshalb wir so ungern einfach zu Hause sitzen

Barbara Beckenbauer (50) hat eine eigene psychologische Praxis in Zürich. Sie berät und coacht Menschen in allen Lebenslagen.

Das ganze Unglück der Menschen rührt allein daher, dass sie nicht ruhig in einem Zimmer zu bleiben vermögen, sagte einst der Philosoph Blaise Pascal. Hat das was?
Absolut. Wer das kann, erreicht in einigen spirituellen und philosophischen Schulen die höchste Stufe. Es spricht für eine enorme Gelassenheit gegenüber sich selbst, dem Leben und seinen Bedingungen. Die meisten können es nicht. 

Warum fällt uns das so schwer?
Wer allein zu Hause sitzt, ist eher mit sich selbst konfrontiert, muss sich vielleicht mit grundsätzlichen Fragen befassen, Problemen, existenziellen Ängsten, etwa die vor dem eigenen Tod. Viele vermeiden das lieber und lenken sich mittels Aktivitäten und Konsum ab – und die Wirtschaftswelt profitiert kräftig von diesem Mechanismus. Zudem haben wir vollkommen verlernt, Langeweile auszuhalten. Nur schon, wenn man zwei Minuten an der Haltestelle warten muss, zückt man sein Smartphone. Aber es fällt nicht allen gleich schwer.

Wem weniger?
Introvertierten Menschen, die Menschansammlungen auch sonst eher vermeiden und sich gut ein Wochenende allein zu Hause beschäftigen können. Extrovertierte mit intensivem Sozialleben haben in den letzten Wochen sicher gelitten – und Jüngere, die generell mehr ausgehen. Aber die Krise hat eben auch gezeigt, wie anpassungsfähig und resilient die Bevölkerung insgesamt ist. Anders als befürchtet scheint es nicht mehr Menschen mit Angststörungen oder Depressionen zu geben als sonst. 

Werden wir nun all das Verpasste nachholen, sobald wir wieder dürfen, was wir möchten?
Das Nachholbedürfnis wird sicherlich gross sein. Viele haben durch den erzwungenen Stillstand aber auch realisiert, was sie wirklich vermissen – und dass sie auf das eine oder andere problemlos verzichten können. 

Für viele wird’s wohl dennoch ein anstrengender Sommer und Herbst… Was raten Sie: Wie vorgehen, damit es nicht zu stressig wird? 
Es ist ein bisschen wie beim Essen: Man kann es auch übertreiben. Wenn man sich zu oft überisst, merkt man es gar nicht mehr, und der Genuss geht verloren. Das erste Mal nach der Krise wieder ins Kino zu gehen, ist ein besonderes Erlebnis. Doch dieser Kick schwindet schnell, wenn man eine Woche lang jeden Abend ins Kino geht. Generell tut ein Übermass an Aktivitäten kaum jemandem gut. Doch vielleicht hilft die erzwungene Pause auch, diesen persönlichen Massstab besser einschätzen zu können. Wie viel Ablenkung und Konsum brauche ich überhaupt, damit es mir gut geht?

Gibt’s auch Leute, die den erzwungenen Stillstand schätzen gelernt haben? 
Auf jeden Fall, das höre ich auch von einigen Klientinnen und Patienten – es sind aber wohl eher jene, die sich kaum finanzielle oder gesundheitliche Sorgen machen müssen. Einige haben während der Krise gemerkt, dass es sich auch mit eingeschränkteren Möglichkeiten ganz gut leben lässt – für den Kampf gegen die viel grössere Krise rund ums Klima ist das vielleicht eine Chance. Aber der grösste Teil wird sich wohl an Ende wieder bei der persönlichen Normalität vor Corona einpendeln.

Bilder: zVg, Keystone, Locarno Festival, Oscar Alessio/SRF

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