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Migros - Ein M besser

Was blüht denn da?

Mit diesen Apps erkennst du jede Pflanze

Auf Wanderungen müssten sich die Eltern oft in Biologen verwandeln, um Fragen der Kinder zur Pflanzen- und Tierwelt richtig zu beantworten. Doch ein paar Apps helfen bei der Identifikation schnell weiter – manche nutzen selbst fortgeschrittene Naturfans. Wir haben angesagte Dienste getestet.

Text Reto Vogt
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Blühende Cosmeen richten sich an einem sonnigen Sommertag gen Himmel.

Kaum an der Bergstation angekommen, knien die Kinder schon das erste Mal nieder. Mit ihren kleinen Fingern zeigen sie auf eine winzige violette Blume und fragen, wie sie heisst. Viele Eltern kennen diese Situation, jedoch nur wenige die richtige Antwort. Dabei lässt sich mit etwas technischer Unterstützung jedes noch so seltene Exemplar aus Flora und Fauna identifizieren. Für die Nutzung der Erkennungsdienste brauchen die Eltern bloss ein Smartphone mit einem aktiven Datenpaket oder einer Datenflatrate. Die meisten Apps funktionieren gleich: Man schiesst mit der Handykamera ein Foto, lädt es hoch und wartet, bis der Dienst das Ergebnis ausspuckt. Wichtig: Die Apps benötigen mit einer Ausnahme einen aktiven Internetzugang zur Identifikation.

Im Ausland können also teure Roaminggebühren anfallen. Doch natürlich können die Fotos bei allen Diensten auch erst hochgeladen und identifiziert werden, wenn das Handy wieder WLAN-Verbindung hat. So lassen sich Kosten sparen. Das Migros-Magazin hat fünf Apps für Android und iOS ausprobiert. So viel vorweg: Am praktischsten ist Google Lens. Der Dienst ist eine Allzweckwaffe und eignet sich sowohl für Pflanzen wie für Tiere, sammelt aber User-Daten. Und: Vogelstimmen erkennen kann Google (noch) nicht. Dafür muss man auf spezialisierte Apps ausweichen – die leisten auch für Naturfans ohne Kinder prima Dienste.

Test

Alle gegen Google

Im Test traten spezialisierte Apps gegen den Allrounder Google Lens an. Gefüttert wurden sie mit je zwei zum Verwechseln ähnlichen Web-Bildern. Der Vergleich ging unentschieden aus.

Biene oder Wespe?
Insektenwelt und Google Lens können die Tiere unterscheiden und identifizieren die Wespe als «Gemeine Wespe». Bei der Biene tippt Google auf «Iberische Biene», Insektenwelt auf «Westliche Honigbiene». Fazit: unentschieden.

Thymian oder Oregano?
PlantNet erkennt den Thymian, identifiziert Oregano aber als Majoran (zugegeben: Beide gehören zur gleichen Familie). Google Lens macht es besser, aber nicht perfekt: Auch er erkennt Thymian, schlägt aber beim zweiten Kraut Oregano und Majoran vor. Sieg für Google in der Nachspielzeit.

Stein- oder Birkenpilz?
Pilz Erkenner identifiziert beide Pilze korrekt. Lens erkennt den Steinpilz, schlägt jedoch neben dem Birkenpilz auch den Röhrling vor. Das ist nicht ganz falsch: Der Birkenpilz wird auch Birkenröhrling genannt.

Apps

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PlantNet
gratis, für iOS und Android

Note: Sehr gut.

Die App ist auf die Erkennung von Pflanzen spezialisiert. PlantNet, von französischen Forschungseinrichtungen entwickelt, setzt ganz auf die Community: Je mehr User die App nutzen und Fotos von Pflanzen hochladen, desto genauer erfolgt die Identifizierung. Schon über 4000 Wildpflanzenarten werden erkannt. Im Test funktioniert dies zuverlässig. Tipp: Beim Knipsen des Objekts auf ein Detail fokussieren und nicht die ganze Pflanze aufnehmen.

 

 

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Pilzator
gratis, für Android, als Pilz Erkenner gratis für iOS

Note: gut.

Die iOS- und die Android-App sind darauf angelegt, Gift- von Speisepilzen zu unterscheiden, was bei weitverbreiteten Arten wie dem Pfifferling bestens klappt. Wer sich nicht auf die automatische Pilzerkennung verlassen will, kann sich registrieren, Fotos hochladen und andere Nutzerinnen und Nutzer um Rat fragen. Spass macht das Quiz, bei dem Pilze erkannt werden müssen. Störend sind die teilweise dürftigen Übersetzungen der Funktionen und Menüpunkte. Die Gratisversion zeigt Werbung, die werbefreie Vollversion kostet 8 Franken.

 

 

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Birdnet
gratis, für Android

Zwitschomat
4 Franken, für iOS

Note: Sehr gut.

Bereits gut bekannt ist Shazam, die App, die unbekannte Songs identifiziert. Ähnlich verhält es sich mit dem kostenlosen Birdnet (Android) beziehungsweise dem vier Franken teuren Zwitschomat (fürs iPhone): Beide verraten bei zwitschernden Vögeln zuverlässig, ob es sich dabei um Amsel, Drossel, Fink oder Star handelt.

 

 

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Insektenwelt
gratis, für Android und iOS

Note: gut.

Die vom deutschen Naturschutzbund entwickelte App verzeichnet die 122 häufigsten Insektenarten unseres Nachbarlandes. Ihre Erkennungsfunktion identifiziert aber nur die Arten, die in der Datenbank bereits erfasst sind. Bei allen anderen erkennt die App nichts. Lobenswert sind dafür die ausführlichen Informationen zu Merkmalen, Grösse und Vorkommen der gescannten Tierchen. Insektenwelt funktioniert gar ohne Internetzugriff, benötigt dafür aber über 300 MB Speicher auf dem Handy.

 

 

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«Lens» auf der App Google
gratis, für iOS und Android

Note: Sehr gut.

Der Erkennungsdienst von Google heisst «Lens» (Deutsch: «Linse»). Zur Identifikation der Objekte zeigt Google ähnliche Bilder aus seiner riesigen Datenbank an. So lassen sich Tiere und Pflanzen rasch und eindeutig identifizieren. Im Test klappt das in neun von zehn Fällen perfekt. Einziger Nachteil der App: Google baut seine umfangreiche Datensammlung damit weiter aus und erhält beispielsweise Zugriff auf die Standortdaten der Nutzerinnen und Nutzer. Tipp: Im «Inkognitomodus» werden die Suchdaten nicht gespeichert.

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