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Migros - Ein M besser

Migros Ideen-Initiative «Gemeinsam engagiert»

Junge Köpfe generieren frische Ideen

Sie wollen die Welt mit grünen Cumulus-Punkten verbessern: Bilge, Fernanda, Ilhana und Marina haben beim Ideen-Wettbewerb «Gemeinsam engagiert» gewonnen. Die vier KV-Lernenden von Denner setzten sich gegen 450 Kollegen und Kolleginnen aus der ganzen Migros-Gruppe durch.

Text Benita Vogel
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So sehen Siegerinnen aus: Ilhana Kevro, Fernanda Reithaar, Marina Chatzis und Bilge Ugur (von links) haben mit ihrer Idee für grüne Cumulus-Punkte überzeugt.
(Bild: Annika Zehnder)

Wenn ihr weiterhin im Winter importierte Erdbeeren esst, ist es irgendwann mal so heiss hier, dass ihr eure Erdbeeren im Dezember selber anpflanzen könnt», ruft Bilge Ugur ins Publikum. «Das kann nicht sein.» Ihre Kollegin Marina Chatzis ergänzt: «Wir haben eine Lösung. Schaut mal unter eure Stühle.» Die Köpfe der Zuhörerinnen und Zuhörer senken sich Richtung Boden. Dort liegen grosse grüne Punkte.

Bilge (19) und Marina (17) stellen mit ihren Kolleginnen Fernanda Reithaar (17) und Ilhana Kevro (17) im Hochhaus des Migros-Genossenschafts-Bundes (MGB) in Zürich ihre neue Idee vor. Die vier KV-Lernenden von Denner zeigen auf, wie sie das Miteinander in der Gesellschaft stärken und die Welt gleichzeitig ein bisschen grüner machen wollen. Sie sind eins von drei Finalistenteams der Migros Ideen-Initiative «Gemeinsam engagiert. Für unsere Welt von morgen.».

Die Detailhändlerin hatte das gruppenweite Projekt Anfang Jahr lanciert. Alle Lernenden erhielten die Chance, freiwillig in Teams eine Idee zu entwickeln, wie die Migros ihr gesellschaftliches Engagement stärken kann (siehe Box). «Es ist mir ein grosses Anliegen, der jungen Generation Gehör zu verschaffen und ihre Visionen, Ziele, Wünsche und Vorstellungen für eine gemeinsame Zukunft sichtbar zu machen», sagt Sarah Kreienbühl, Leiterin des Departements Human Resources, Kommunikation, Kultur, Freizeit des MGB.

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Unter die Top-3 geschafft: Vier IT-Lernende des MGB haben ein Programm entwickelt, das Jugendlichen mit Beeinträchtigungen den Eintritt ins Arbeitsleben erleichtert.
(Bild: Désirée Good)

Über 450 Lernende der Unternehmensgruppe, zu der auch Denner gehört, haben mitgewirkt. 133 Ideen kamen zusammen. Eine Abfüllstation für Getränke zum Beispiel, ein Reparaturdienst für kaputte Elektrogeräte in den Migros-Filialen, ein Foodfestival, Kulturanlässe oder ein Migros-Schiff auf dem Zürisee. Drei Lernende von Chocolat Frey schlugen vor, eine Plattform zu entwickeln, auf der sich Migros-Mitarbeitende für diverse freiwillige Einsätze eintragen können. Vier Informatik-Lernende beim MGB brachten ein Programm ein, das Jugendlichen mit schwierigen Lebensläufen hilft, ins Arbeitsleben zu finden.

So entstand die Idee «Green M»

Das Denner-Team tat sich zu Beginn schwer, eine Idee zu finden. «Unser erster Gedanke war, etwas mit Abfall oder Recycling vorzuschlagen», sagt Bilge. Weil das zu simpel erschien, zerbrachen sie sich während Lehrlingssitzungen und in gemeinsamen Pausen weiter die Köpfe. Bis sie auf Cumulus kamen. Auch wenn es das Punkte-sammelsystem bei ihrem Lehrbetrieb Denner nicht gebe, sei es doch einzigartig für die Migros. «Es lag dann auf der Hand, dass es etwas mit Nachhaltigkeit sein muss», sagt Ilhana, «diese beschäftigt uns ja alle.»

Und so war die Idee von «Green M» geboren: Für die Schweizer Erdbeeren, im Sommer gekauft, und andere saisonale, regionale oder Bioprodukte sollen die Kundinnen und Kunden zusätzliche Cumulus-Punkte erhalten. Diese können sie nach dem Einkauf via App einer gemeinnützigen Institution nach Wahl oder sozialen Projekten spenden. Die vier jungen Frauen fragten Kolleginnen und Vorgesetzte, was sie vom Einfall hielten. «Fast alle fanden ihn gut», sagt Fernanda. Trotzdem glaubten die vier Freundinnen anfänglich nicht so richtig an einen Erfolg.

Keine leichte Wahl

Die Lernenden mussten ihre Ideen in einem Video oder einer Präsentation vorstellen. Diese wurden von Migros-Kaderleuten gesichtet und beurteilt (siehe Box). «Es gab unglaublich viele gute Ideen», sagt Hedy Graber, Leiterin der Direktion Kultur und Soziales des MGB, die im Expertenpanel sass. Die Wahl sei nicht leicht gefallen.

Zwölf Teams kamen mit ihren Ideen weiter in die nächste Runde. Darunter das Denner-Team. Für die jungen Frauen war die Aufgabe nicht immer einfach. «Es gab durchaus Momente, in denen wir einfach genug voneinander hatten», sagen die vier, die auch viel Freizeit miteinander verbringen. Wenn es zum Beispiel darum ging, die treffenden Worte für die Präsentation zu finden, herrschte nicht immer Einklang, wie Marina es diplomatisch ausdrückt. «Wir haben dann die Sitzung abgebrochen und eine Pause eingelegt», ergänzt Ilhana. Sie hätten aber immer gewusst, dass sie das zusammen durchstehen wollten. «Das Projekt hat uns gezeigt, dass es sich lohnt, dranzu- bleiben und nicht gleich aufzugeben, wenn nicht alles rund läuft», so Fernanda. Und schliesslich hätten sie gelernt, füreinander da zu sein, und wüssten nun, dass sie sich aufeinander verlassen können.

Das Top-12-Resultat steigerte das Selbstbewusstsein des Quartetts. «Wir waren jetzt quasi sicher, dass wir das Finale mit den Top 3 erreichen», sagt Marina. Schliesslich müsse man an sich glauben, wenn man etwas erreichen wolle. Sie hätten viel Unterstützung von ihrem Betrieb und von den Projektbegleiterinnen erhalten.

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Auch im Finale: Das Team Chocolat Frey schlug eine Plattform vor, auf der sich Migros-Mitarbeitende für freiwillige Einsätze melden können.
(Bild: Désirée Good)

An Workshops mit internen und externen Coaches feilten sie und die elf anderen Teams an den Ideen, ihren Videos und später an der Präsentationstechnik. Radio 24-Moderator Dominik Widmer beispielsweise verriet, dass der Michael-Jackson-Move (Arme auf die Seite und Kopf runter) gegen Lampenfieber helfe. «Wir lernten, selbstbewusst auf der Bühne zu stehen und so zu präsentieren, dass es die Zuhörerinnen und Zuhörer auch verstehen», sagt Fernanda, die Aufritte vor Publikum eigentlich nicht mag. Die Coaches hätten ihnen auch empfohlen, das Publikum beim grossen Finalauftritt zu involvieren.

Vom Konfettiregen zur Umsetzung

So stehen die vier jungen Frauen nun auf der Bühne am grossen Live-Finale und rufen die Zuschauerinnen und Zuschauer auf, die grünen Punkte vom Boden zu nehmen. Darauf steht «Green M» – der Name ihrer Idee.

Auch die beiden weiteren Finalistenteams von Chocolat Frey mit der Idee «Gemeinsam helfen» und vom MGB mit dem «Inklusionsprogramm für Jugendliche mit Beeinträchtigung» geben an der Präsentation nochmals alles. Mit eindrücklichen Bildern und berührenden Worten versuchen sie die Final-jury von ihren Projekten zu überzeugen. Alle Migros-Mitarbeitenden, die sich für den Event vor Ort oder für den Livestream angemeldet haben, stimmen ab. Und ihr Urteil ist deutlich. Das Denner-Team gewinnt mit 58 Prozent der Stimmen vor den Teams MGB und Chocolat Frey, die beide 21 Prozent erzielen. Die Freude bei den vier Gewinnerinnen ist gross. Unter einem Konfettiregen mit roten, glitzernden Herzen liegen sie sich in den Armen. Wofür sie das Preisgeld von je 1000 Franken einsetzen wollen, wissen sie noch nicht so genau, sagen Bilge und Ilhana. «Ich werde es sparen», sagt Fernanda. «Vielleicht für Reisen oder für mein erstes Auto», ergänzt Marina.

Zunächst sind die vier Frauen aber gespannt, wie ihre Idee umgesetzt wird. Migros-intern wird nun abgeklärt, wie das Cumulus-Programm um «Green M» erweitert werden kann. Bilge, Fernanda, Ilhana und Marina freuen sich jetzt schon auf das Resultat: «Wisst ihr, wie stolz ich sein werde, wenn ich meinen Kinder später einmal sagen kann: Siehst du, diese grünen Cumulus-Punkte habe ich erfunden.»

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(Bild: Caroline Minjolle)

In drei Schritten zum Gewinnerteam

Die Lernenden-Initiative «Gemeinsam engagiert. Für unsere Welt von morgen.» soll das freiwillige gesellschaftliche Engagement der Migros-Gruppe erlebbar machen. Dieses setzt sich aus dem Migros-Kulturprozent, dem Förderfonds Engagement Migros und dem Migros Unterstützungsfonds zusammen. Im vergangenen Jahr investierte die Migros knapp 137 Millionen Franken in die Gesellschaft, etwa in Freiwilligenprojekte für ältere Menschen, in die Ausbildung von jungen Musikerinnen oder Tänzern oder in Start-ups, die innovative Ideen umsetzen. Aus den 133 eingereichten Ideen wählte ein Expertenpanel aus zwölf Vertreterinnen und Vertretern der Migros- Gruppe die zwölf besten Ideen aus.

  • Die zwölf Lernenden-Teams entwickelten die Ideen mit Unterstützung von Coaches weiter und drehten dazu Erklärungsvideos.
  • In einer zweiten Runde kürte eine Jury aus Mitgliedern der Generaldirektion, Genossenschaftsleitern und anderen Vertreterinnen und Vertretern der Migros-Gruppe die drei Finalistenteams.
  • Alle Mitarbeitenden der Migros-Gruppe wählten das Gewinnerteam an einem Live-Finale vor Ort und per Livestream.

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