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Zoff am Wasser

Was tun wenn in der Badi...

Nirgendwo treffen so viele unterschiedliche Menschen aufeinander wie in der Badi. Das bringt nicht nur Freude mit sich. Wir beantworten die zehn wichtigsten Verhaltensfragen.

Text Lisa Stutz
Zankapfel Badi: Auf dem Bild Badende auf der Zürcher Saffa-Insel

… Ihre Tüechlinachbarn in voller Lautstärke Gangster-Rap hören?

«Ich f*** deine M***», hämmert es aus der Boombox der ­Grup­pe neben Ihnen. So hatten Sie sich das Entspannen in der Badi sicher nicht vorgestellt. Doch irgendwie getrauen Sie sich nicht, etwas zu sagen. «In diesem Fall macht es Sinn, den Badmeister darauf auf­merksam zu machen. Er kann im Sinn der Allgemeinheit argumen­­tieren», rät Martin Enz vom Verband Hallen- und ­Frei­bäder auf Anfrage. Oder – finden wir – Sie bringen das nächste Mal eben­falls einen Lautsprecher mit. Wer machts wohl länger: Vivaldi oder Farid Bang? 

… Sie sich gern in ein Gespräch über Beziehungsprobleme einmischen würden? 

Das mit der Sabrina auf dem Tüechli nebenan und ihrem Stefan funktioniert nicht mehr so richtig. Sie schildert die Probleme lautstark ihrer besten Freundin. Ob Sie wollen oder nicht: Sie hören – und denken – mit. «Mach Schluss!», möchten Sie am liebsten raten. Sollen Sie? «Da lautet die Antwort ganz klar: Nein!», sagt die Psychologin Barbara Beckenbauer. «Mischen Sie sich nicht in Gespräche ein, die nicht für Ihre Ohren gedacht sind.» Natürlich: Wer eine laute Unterhaltung in der Badi führt, muss damit rechnen, dass mitgehört wird. Doch als Beobachter bleibt man besser unauffällig – und sieht es als Feldstudie.

… ein Kind Sie absichtlich mit einer Wasserpistole anspritzt? 

Sie sonnen sich gerade so schön, da trifft Sie ein kalter Strahl. Sie heben Ihre Sonnen­brille und entdecken den kleinen Übeltäter. Er grinst schelmisch. Natürlich könnten Sie ihn nun zurechtweisen. «Sie könnten die Abkühlung aber auch geniessen», sagt
die Familienkolumnistin des Migros-Magazins, Monica Müller. Ihr Tipp: Bewaffnen Sie sich und spritzen Sie einfach frech zurück!

… nach dem Baden Ihr Handy verschwunden ist? 

Badetücher mit grosser Aus-wölbung, unter denen die Wertsachen «versteckt» sind – man begegnet ihnen auf jeder Badiwiese. «Auch ein Dieb sieht sie aus weiter Ent­-fernung», hält Frank Kleiner von der Kantonspolizei Zug fest. Von dieser Methode rät
er deshalb dringend ab. Am besten nehme man nur die Wertsachen in die Badi mit, die man unbedingt braucht, und verstaut sie in einem Schliess­fach. Oder man bittet Kollegen, darauf aufzupassen. Ist das Handy weg, sollte man die Angestellten vor Ort informieren und eine Anzeige bei der Polizei machen.

… Ihnen die ganze Zeit Zigaretten- oder Cannabisrauch ins Gesicht weht? 

Statt frischer Luft und Sonnen-cremeduft atmen Sie nur noch Rauch ein. Für Nichtraucher kann das sehr un­angenehm sein. Doch in den meisten Badean­lagen ist das Rauchen von her­kömmlichem Tabak gestattet. «Deshalb gibt es einen einfachen Tipp», sagt Badi-Sprecher Enz: «Das Tüechli nehmen und sich an einem anderen schönen Plätzli niederlassen.» Von denen gibt es in den Schweizer Badis zum Glück genug.

… jemand Sie heimlich fotografiert? 

Klingt verstörend, kommt aber leider vor. Was schon mit Kleidern unangenehm ist, fühlt sich in Badesachen umso schlimmer an. Grundsätzlich gelte auch in Badis das Recht am eigenen Bild, so Kapo-Sprecher Kleiner. Wenn Badende – vielleicht sogar Kinder – fotografiert werden, können Sie den «Fotografen» selbst darauf ansprechen. Oder das Gespräch gemeinsam mit
dem Bademeister suchen, wenn Sie sich so wohler fühlen. Lässt sich die Situation im Gespräch nicht klären, ist es ratsam, die Polizei zu rufen. 

… jemand ohne zu duschen ins Wasser geht? 

Die Schilder sind kaum zu über­sehen. Dennoch gibt es immer wieder Badigäste, die aufs Duschen vor dem Bad verzich-
ten. Obwohl allgemein bekannt ist: Schmutz, der sich auf der Haut befindet, gelangt so ins Wasser, durch Schweiss, Öle, Cremes, Körperflüs­sigkeiten und Ausscheidungen finden Erreger den Weg ins kühle Nass. Es ist laut Hallen- und Frei-
bäderverband erwünscht, dass Badegäste solche Personen höflich auf die Notwendigkeit des Duschens hinweisen.

… Sie als fitter Schwimmer von langsamen Planschern ausgebremst werden? 

In den meisten Badis hat es für Sportschwimmer extra abgesperrte Bahnen. Wenn sich trotzdem ein Planscher dort-hin verirrt, dürfen Sie ihn darauf ansprechen. Aber Achtung: «An Spitzentagen mit vielen Badegästen, die nur noch das kühle Nass suchen, ist es möglich, dass ein Badibetreiber die Sportbahnen nicht mehr anbieten kann», so Badi-Sprecher Enz. Dann werden die Trennleinen temporär aus dem Wasser genommen.

… Ihnen jemand übers Tüechli latscht, obwohl es genügend breite «Strössli» hätte? 

Die meisten Menschen mögen wohl weder fremde Füsse noch fremdes Tropfwasser auf ihrem mitgebrachten Badetuch. Dennoch kommt es vor, dass Badegäste den direktesten Weg zum Glacestand wählen. Auch hier empfiehlt der Hallen- und Freibäderverband, sich direkt zu wehren. Eine kon-struktive Gesprächskultur hilft, damit Sie den Tag in der Badi trotz Konfrontation geniessen können. Zudem gibt es vor allem jetzt, da auf den Liegewiesen der Corona-Sicherheitsabstand gilt, genügend freie Flächen.

… Sie schon zum dritten Mal von einem Fussball getroffen werden?

Nicht in jeder Badi gibt es ein definiertes Fussballfeld. Und wo doch, ist es besetzt. Also «tschutten» manche Kinder kreuz und quer. Dass da mal ein Ball danebengeht, ist klar. Doch wenn sich schon die dritte Beule abzeichnet, sollten Sie den Kleinen vielleicht mal zeigen, wie man zielsicher kickt. MM

 

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