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Berufswahl

Wie Schnuppern während Corona?

Corona hat Schnupperlehren zum raren Gut werden lassen. Damit Jugendliche trotzdem etwas schnuppern können, stellen fünf Lernende hier ihren Beruf vor. 

Text Dario Aeberli
Fotos Roger Hofstetter
Nathalie Fumey arbeitet als Lernende im Detailhandel bei der Migros im Zugerland. Beim Schnuppern hatte sie eine ganz andere Vorstellung des Berufs.

Nathalie Fumey arbeitet als Lernende im Detailhandel bei der Migros im Zugerland. Beim Schnuppern hatte sie eine ganz andere Vorstellung des Berufs.

Nathalie Fumey, Detailhändlerin im 1. Lehrjahr

«Der Job ist noch besser als ich dachte»

«Ich bin gerade im 1. Lehrjahr als Detailhändlerin – und ich habe mir den Job ganz anders vorgestellt. Er ist noch besser als gedacht. Bevor ich im letzten Jahr meinen Lehrvertrag unterschreiben konnte, habe ich eine Woche lang beim Migros-Supermarkt im Zugerland geschnuppert. Danach dachte ich, dass man als Detailhändlerin praktisch den ganzen Tag nur Regale auffüllt – aber das stimmt gar nicht. Das habe ich in der Lehre schnell gemerkt. Alle zwei, drei Monat wechsle ich die Abteilung. In der Gemüse- und Früchteabteilung musste ich etwa jeden Morgen kontrollieren, ob Äpfel, Tomaten oder Bananen in der Auslage zu faulen beginnen. Ist das der Fall, müssen die Produkte entsorgt werden. Wenn das Ablaufdatum bei den Salaten näher kommt, mache ich einen Rabattkleber drauf. Und in der Abteilung mit den Fertigprodukten – darunter fallen etwa Chips, Frischbackbrötchen oder Fischstäbchen – konnte ich Rabatttische mitgestalten. Das sind die Tische mit zu Pyramiden gestapelten Produkten, vor denen ein oranges Plakat mit der Aufschrift «Aktion» steht. Mein Arbeitstag startet um 6 Uhr früh. Ich stehe aber bereits zwei Stunden früher auf, weil ich am Morgen meine Zeit brauche. Andere können 30 Minuten vor Arbeitsbeginn aufstehen und auf dem Weg frühstücken, ich starte meinen Tag lieber in Ruhe. Mit der Ruhe ist es aber vorbei, sobald ich meine Uniform angezogen habe. Dann kommen Fragen von Kundinnen, wo der Kamillentee ist oder wo sie Zitronensaft finden – mittlerweile kenne ich den Laden in- und auswändig. Immer wieder kommen auch englischsprachige Kunden auf mich zu. Ich finde das super, wenn ich dann mein Schulwissen brauchen kann. Es gibt aber auch einige freche Kunden. Die sind schlecht gelaunt, sagen weder Hallo noch Bitte und beschweren sich bei mir, weil sie ein Produkt in unserem Sortiment vermissen. Am Anfang haben mich solche Begegnungen beschäftigt, aber mittlerweile nehme ich das nicht mehr persönlich. Die zwei Monate, die ich im Kundendienst war, haben mir bisher am besten gefallen.»

Lenny Dick, Polymechaniker im 3. Lehrjahr

«Ohne uns würde der Betrieb keine Woche lang funktionieren»

Wieso ist das Gipfeli krumm? Lenny Dick weiss es. Er ist Polymechaniker-Lernender bei der regionalen Bäckerei der Jowa in Volketswil, die Zitronencakes, Butterzöpfe oder Gipfeli für zahlreiche Migros-Filiale in der Region herstellt. Vor ihm auf der Werkbank liegt ein etwa eineinhalb Meter langes Konstrukt aus Metall. «Dieser Roboterarm biegt die Gipfeli in ihre bekannte Form», erklärt Dick. Jetzt ist das Gerät, das Gipfeli biegt, selbst verbogen. Ein Mitarbeiter in der Werkstatt nimmt sich dem Problem an und nimmt den Gipfelibieger zu sich.

Lenny Dick arbeitet als Polymechaniker bei der Bäckerei Jowa. Nur wenn er die Maschinen richtig einstellt, gibts in den Migros-Filialen Gipfeli.

Lenny Dick arbeitet als Polymechaniker bei der Bäckerei Jowa. Nur wenn er die Maschinen richtig einstellt, gibts in den Migros-Filialen Gipfeli.

«Ohne uns würde der Betrieb keinen Tag lang funktionieren», sagt Dick. Er zeigt auf ein Förderband vor ihm in der Produktionshalle, das kleine Küchlein transportiert. «Das Band ist etwas schief, so kann ein Küchlein hängenbleiben, was die Produktion unterbrechen könnte», sagt er. Wenn man die Schrauben am Gerüst des Förderbandes auf einer Seite etwas mehr anzieht, sollte es wieder richtig laufen. Für die meisten Probleme, die im Alltag auftauchen, gibt es keine Bedienungsanleitung in einem Handbuch. «Darum sind eigene Ideen gefragt, das gefällt mir sehr», sagt Dick. Ein Mitlernender von Dick formuliert es so: «Unser Job hier bei der Jowa ist brutal abwechslungsreich.» Dick gefällt, dass seine Arbeit sinnvoll ist. «Es macht mir Spass, weil ich sofort sehe, ob funktioniert, was ich gemacht habe.» Er hatte Glück und fand 2017 relativ rasch eine passende Lehrstelle. Lernende in der Polymechanik seien sehr gefragt. «Man sollte sich aber bewusst sein, dass die Schulfächer Mathematik und Physik in der Berufsschule sehr anspruchsvoll sind.»

Die Migros als Arbeitgeber

Schnupperlehre und Lehre bei der Migros-Gruppe

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Wie komme ich zu ­einer Schnupperlehre?

«Mein Rat ist: Hört euch in eurem Netzwerk um. Vielleicht habt ihr einen Kollegen oder eine ­Kollegin, die bereits eine Lehre absolviert, und ihr dürft dort vorbeigehen. Fragt eure Freunde, Verwandten und Nachbarn nach Ideen und sucht den Austausch. Konsultiert regelmässig die Websites der Lehrstellenanbieter, die euch ­interessieren. Ruft auch an und fragt, was möglich ist. Nicht immer sind die OnlineDaten auf dem aktuellen Stand, zumal sich dieser ständig ändern kann. Wichtig scheint mir: Bleibt aktiv!»
Tipp von Stefan Gamper, Leiter von «Young Talents Migros»

 

Eine Lehre bei der Migros?

Du suchst eine Lehrstelle bei der Migros? Das bieten wir: 

  • 414 Lehrstellen in der ­Migros-Gruppe sind für den Sommer 2021 noch offen. Infos und Bewerbung
  • 59 Berurfe in 42 Unternehmen kann man in der Migros erlernen. Von Anlagen­führerin über den Recyclisten bis zur Lebensmitteltechnologin.
  • 3690 Menschen absolvieren derzeit ihre Lehre in der Migros.

Yanik Lanz, Logistiker 1. Lehrjahr

«Ich bin seit Lehrbeginn deutlich fitter geworden»

Aus einer 40 mal 40 Zentimeter grossen Kartonschachtel starren Yanik Lanz zwei blaue Babyaugen an. Er zückt das Messer, schneidet den Karton noch ganz auf, klebt eine Etikette mit Strichcode auf die Babystirn und legt die Schachtel in eine Kiste auf das Förderband. Lanz ist kein verrückter Kinderhändler, er ist Logistik-Lehrling bei Online-Versandhaus Digitec Galaxus in Wohlen.

Yanik Lanz lernt bereits im ersten Lehrjahr als Logistiker, wie er einen Gabelstapler bedienen muss.

Yanik Lanz lernt bereits im ersten Lehrjahr als Logistiker, wie er einen Gabelstapler bedienen muss.

Gerade hat er eine rosa Babypuppe zum Versand bereitgestellt. «Etwas crazy sind wir Logistiker aber schon», sagt Lanz’ Lehrmeister Martin Rentsch. Lanz ist im ersten Lehrjahr, seine Ausbildung hat er während der Paket-Boomphase im Coronajahr angefangen. «Im Lockdown ist es bei uns richtig abgegangen.» Ihm habe das geholfen, schnell Teil des Teams zu werden und im Job anzukommen. «Ich habe mich sofort wohl gefühlt», sagt Lanz. Babypuppen zu verpacken, zu beschriften, Lieferpapiere zu erstellen und das alles möglichst schnell, das gefällt ihm. Bald macht er die Fahrprüfung für den Gabelstapler. Dann kann er durch die riesigen Hallen des Versandhauses fahren – eine willkommene Abwechslung zum vielen Laufen. Bei Digitec Galaxus legen Logistiker je nach Abteilung bis zu 16 Kilometer am Tag zu Fuss zurück. «Nach zwei, drei Wochen habe ich mich daran gewöhnt. Ich bin seit Lehrbeginn deutlich fitter geworden», sagt Lanz. Diesen Sommer starten bei Digitec Galaxus vier neue Logistiklernende. In Zukunft ist das Ziel jedes Jahr bis zu 16 Lernende unter Vertrag zu nehmen. Denn trotz Verpackungsrobotern und Automatisierung wird den Logistikern die Arbeit so schnell nicht ausgehen. «Roboter sind eine Hilfe, aber ohne Menschen würde der Betrieb nicht funktionieren», sagt Lehrmeister Rentsch.

Maria Kodzomanovic, Lebensmitteltechnologin, 2. Lehrjahr

«Ich muss Schokolade essen»

Probieren geht über studieren. Dieses Sprichwort passt zum Alltag von Maria Kodzomanovic. Sie arbeitet als Lebensmitteltechnologin bei Chocolat Frey in Buchs AG. Täglich misst sie die Temperatur der Schokoladentafeln mit dem Einhorn drauf, reinigt die Giessplatten wenn eine neue Schokoladensorte produziert wird und überprüft die Zusammensetzung der Lebensmittel am Computer. Aber um den Geschmack zu überprüfen, gibt es nur eine Möglichkeit: Ein Stück abbrechen und probieren. «Ich muss also regelmässig Schokolade essen», sagt Kodzomanovic und lacht.

Maria Kodzomanovic MUSS als angehende Lebensmitteltechnologin regelmässig Schokolade essen.

Maria Maria Kodzomanovic MUSS als angehende Lebensmitteltechnologin regelmässig Schokolade essen. (Bild: Chocolat Frey/Tim Herrmann)

In einem Ordner steht, wie die unterschiedlichen Sorten schmecken sollten. «Milchschokolade muss beispielsweise richtig süss sein», sagt Kodzomanovic. Seit sie bei Chocolat Frey arbeitet, hat sie auch die etwas bittereren, dunkleren Sorten mit höherem Kakaogehalt schätzen gelernt. Kodzomanovic ist im zweiten Lehrjahr. Ihr gefällt, dass sie bereits viel Verantwortung übernehmen kann – und vor allem, dass sie als Lebensmitteltechnologin weisse Arbeitskleider tragen kann. «Ich habe während der Sekundarschule viel im medizinischen Bereich geschnuppert, weil mir die hygienischen, weissen Uniformen so gefallen haben», sagt sie. Dass sie es gerne sauber hat, kommt ihr nun zu Gute, wenn sie die Anlagen im Betrieb täglich reinigen muss. Ihr sei vor Lehrbeginn nicht bewusst gewesen, wie oft in dem Beruf geputzt wird. «Beim Schnuppern hat man mir auch gesagt, ich müsse nur ganz selten etwas ausrechnen, ich mochte Mathe damals nicht. Jetzt rechne ich bei der Arbeit aber jeden Tag.» Mit der Mathematik hat sie inzwischen Frieden geschlossen.

Mia Moser, Kauffrau, 2. Lehrjahr

«Im KV hatte ich das Gefühl, ich könne mehr selbstbestimmen»

Mia Mosers Arbeitsplatz ist aktuell ihr Zuhause. Als KV-Lernende war sie bisher öfters im Home-Office als im echten Büro. (Bild: zVg)
Mia Mosers Arbeitsplatz ist aktuell ihr Zuhause. Als KV-Lernende war sie bisher öfters im Home-Office als im echten Büro. (Bild: zVg)

Was gefällt dir an der KV-Lehre?
Beim Migros-Genossenschaftsbund in Zürich wechseln wir alle sechs Monate die Abteilung, dadurch haben wir viel Abwechslung. In der Abteilung Frische konnte ich Backwaren, die neu ins Migros-Sortiment kommen degustieren. Im Marketing konnte ich mithelfen den Newsletter von Migusto mit den Rezepten zu schreiben. Was ich auch sehr lässig finde, ist, dass wir so viele Lernende sind und uns untereinander austauschen können.

Man sagt, wer nicht weiss, was er oder sie machen will, macht einfach mal das KV. War das bei dir auch so?
Nein. Ich habe viele Schnupperlehren in unterschiedlichen Berufen gemacht und das KV hat mir am besten gefallen.

Warum?
Ich habe beispielsweise als Chemielaborantin geschnuppert. Dort muss man sehr genau und strukturiert arbeiten. Im KV hatte ich das Gefühl, ich könne mehr selbstbestimmen, was ich wie machen will, und meine Ideen einbringen. Ich kann selbst sagen, wann ich meinen Arbeitstag starte, wann ich welche Aufgabe erledige und was ich lieber nicht machen möchte.

Gab es trotzdem etwas, das man dir während der Schnupperlehre nicht gesagt hat und dich dann bei Lehrbeginn total überrascht hat?
Ich war beim Schnuppern mega scheu und ruhig. Im Büroalltag habe ich aber schnell gemerkt, dass die Mitarbeitenden Freude haben, wenn man ihnen Fragen stellt und mit ihnen spricht.

Du bist im 2. Lehrjahr, hast aber wegen Corona fast drei Viertel deiner Lehre im Home-Office verbracht. Auf was freust du dich, wenn du wieder ins Büro kannst?
Auf die Gespräche in den Pausen, den persönlichen Kontakt mit den Mitarbeitenden im Büro, sich während dem Arbeiten unterhalten. Das gibt es im Moment leider nicht.

Was wirst du am Home-Office vermissen?
Den kurzen Arbeitsweg. Jetzt kann ich aufstehen, den PC anschalten und gleich arbeiten. Auch bei Feierabend bin ich sofort zuhause und muss nicht pendeln. Pro Weg spare ich so 30 Minuten pro Tag. Daheim ist es ausserdem entspannter, man muss sich etwa nicht extra schön anziehen.

Weisst du schon, wie es bei dir nach der Lehre weitergehen soll?
Ich überlege schon lange, was ich machen soll. Konkrete Pläne habe ich aber noch nicht, nein. Ich mache die Lehre inklusive Berufsmittelschule, damit ich später studieren könnte, falls ich das möchte.

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Tipps und nützliche Links

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