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Reisen für Unschlüssige

Wo der Würfel hinfällt 

Reisen ohne Plan? Für unsere beiden Redaktorinnen ungewohnt. Sie haben es trotzdem gewagt – mit zwei Würfeln im Rucksack, die jede Entscheidung übernommen haben. 

Text Dinah Leuenberger, Lisa Stutz
Fotos Dinah Leuenberger, Lisa Stutz
Illustrationen: Martin Haake
Die Migros-Magazin-Redaktorinnen Dinah (rechts) und Lisa freuen sich auf die Reise – und sind ein bisschen nervös.

Die Migros-Magazin-Redaktorinnen Dinah (rechts) und Lisa freuen sich auf die Reise – und sind ein bisschen nervös.

Das Einzige, das wir wissen: Wir treffen uns um 10 Uhr am Bahnhof Bern. Alles andere werden die Würfel entscheiden. So planlos sind wir noch nie in eine Reise gestartet. So rollkofferlos auch nicht. Wir wollen auf alles vorbereitet sein und haben darum praktische Rucksäcke gepackt. Mit Kleidern für zwei Tage, Pyjama und Bikini – man weiss ja nie. Unter der grossen Anzeigetafel würfeln wir, auf welches Gleis wir gehen.  

1 und 2 = 3!

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Der erste Zug, der ab Gleis 3 fährt, ist es also. Hurra, es geht in die Westschweiz! 10.04 Uhr Richtung Genf Flughafen. Doch wo steigen wir aus? Dinah würfelt:

6 und 6 = Joker!

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Die dritte Sonderregel kommt zum Zug. Diese haben wir bereits vor der Reise definiert:

  • Dreimal hintereinander dieselbe Zahl: zurück auf Feld 1, also Bern. 
  • Beide Würfel zeigen dieselbe Augenzahl: Ein Schöggeli nehmen. 
  • Bei zwei 6ern: Joker: wir dürfen wählen!

Aus einer 8 wird eine 10

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Wir dürfen uns eine Zahl wünschen. Wir entscheiden uns für den 3. Halt, Palézieux. Bis jetzt ist Palézieux für uns wie Arth Goldau einfach nur ein Durchfahrtsort. Man steigt dort nicht aus. Wir tun es trotzdem. Mal schauen, was so ein Durchfahrtsort zu bieten hat. Zuerst einmal nicht viel: Der Bahnhof ist 20 Gehminuten vom «Village» entfernt. Also spazieren wir der Hauptstrasse entlang.

Gross ist das Dorf nicht – unser Hunger mittlerweile schon. Hervé ist unsere Rettung, denn seine Auberge Communale bietet Pizzas zum Mitnehmen an. Die Pizzakarte ist nummeriert – wie für uns gemacht. Lisa würfelt eine 8, Quattro Formaggi. Wir ziehen lange Gesichter: Wir mögen weder Ziegenkäse noch Gorgonzola, excusez-nous! Wir diskutieren miteinander, ob ein zweiter Wurf in Ordnung wäre. Und mit Hervé, ob er die Pizza auch ohne die beiden Zutaten zubereiten kann. Ihm wird es zu bunt: Kurzerhand wirft er die Würfel nochmal über den Tresen. Pizza Nummer 10 – mit «Lard» und «Champignons» – ist mehr nach unserem Geschmack. 

Dinah und Lisa's Reise in Bildern

Wir verspeisen die Pizza auf einem Bänkli, die Sonne scheint. Danach sind Kirche und Gässchen schnell angeschaut, ein Wegweiser empfiehlt einen anderen Weg zurück zum Bahnhof. Wir folgen ihm. Bald spazieren wir auf der Rue des Pêcheurs, wo Schilder uns über seltene Flora aufklären, ein Bach plätschert und ein Fischerhaus zum Picknicken und Grillieren einlädt. Wie idyllisch! Palézieux gefällt uns immer besser. Zurück am Bahnhof fragen wir die Würfel nach dem weiteren Vorgehen.

Eine 4!

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Bye bye Palézieux, salut Genève! Die vierte Station ist Genf. Nach der Ruhe auf dem Land freuen wir uns aufs Grossstadt-Getümmel. Wir spazieren Richtung See, schliesslich wartet dort DAS Wahrzeichen von Genf. Doch so sehr wir auch suchen, der Jet d’eau ist nicht zu finden – wegen des Windes ist er nicht in Betrieb. Um die Laune zu heben, entschliessen wir uns für eine Runde Frustshopping. Aber wie viele Läden sind erlaubt?

4 und 6 = 10 Läden

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Challenge accepted! Der Concept Store «Black & Yellow»: hübsch kuratiert. Ein Bücherflohmarkt auf dem Place de la Fusterie: wir werden beide fündig. Die «Vintage-Garderobe»: gefährlich fürs Portemonnaie. Das läuft ja wie am Schnürchen. Im vierten Laden ist Dinah unsicher, ob sie den anprobierten Jeans-Overall kaufen soll oder nicht. Lisa hat die Lösung: Würfeln! 1 bis 3 heisst «Hier lassen!», 4 bis 6 heisst «Mitnehmen!».

4 = kaufen!

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Dinah freut sich über eine Vier – der Würfel hat richtig entschieden.

Wenig später stehen wir in der Gelatomania, der coolsten Gelateria der Stadt. Wir würfeln:

4 und 3 = viiiiel Glacé!

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Dinah darf vier Glacésorten aussuchen, Lisa drei. Nicht ganz einfach bei 36 Optionen. Roasted Bananas, Matcha, Cookie Dough, Popcorn … Yummie! Schleckend kommt uns in den Sinn, dass wir noch nicht wissen, wo wir übernachten. Der Würfel wählt aus drei Hotels, die unserem Budget entsprechen. Heute brauchen wir ihn nur noch einmal: Im peruanischen Hotelrestaurant dürfen wir dank ihm einen zweiten Pisco Sour schlürfen. Nach einer Folge «Keeping up with the Kardashians» dösen wir zufrieden ein.

Wer darf am nächsten Morgen zuerst duschen? Lisa würfelt die höhere Zahl und bekommt den Vorrang. Danach würfelt sie aus Langweile ins Blaue: Acht. Das gibt eine Carte Blanche für Dinah. «In 8 Minuten muss dein Rucksack gepackt sein!» Na gut.  

Eine erste Stärkung für den Tag gibt es im Café Ferdinand – wir sehnen uns nach Frankreich und wählen Café und Croissant. Der Würfel hat Pause. Zum Schluss der Reise wollen wir ins Museum. Wir wissen nur noch nicht, in welches. Wir ergoogeln uns eine Liste und nummerieren durch. 

5 + 2 = 7!

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Das Musée d’Ethnographie besticht schon von aussen: fancy Architektur! Auch drinnen gibt es einiges zu sehen – von der Samurai-Rüstung bis zur Thurgauer Hochzeitskrone. Auf dem Weg zum Bahnhof gibts nochmal eine Zwischenverpflegung, diesmal à la Taiwan: Fluffige gedämpfte Brötchen mit Schweinebauch und ein süsser Bubble-Tea von der «Bao Canteen». Wir verstauen die Würfel nun endgültig im Rucksack. Bilden wir es uns ein, oder scheinen die Würfelaugen müde vom vielen Entscheiden? Jedenfalls fallen auch unsere auf der Rückfahrt in die Deutschschweiz zu.

Die vier heissesten kulinarischen Tipps für Genf

  1. Gelateria «Gelatomania», mit 36 typischen und untypischen Glace-Sorten, Place du Bourg-de-Four 2, Genf 
  2. Café «Ferdinand» mit herrlichen französischen Croissants, Place du Bourg-de-Four 19, Genf
  3. Das «Yakumanka»: Peruanische Küche von Spitzenkoch Gastón Acurio – und herrliche Pisco Sour, Quai Turrettini 1, Genf
  4. Taiwan in Genf: In der «Bao Canteen» gibts frische gedämpfte Brötchen und diverse Sorten Bubble Tea – das Trendgetränk aus Taiwan, Rue du Conseil-Général 11, Genf

Die perfekte Verpflegung für die Reise

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