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Tipps zur Energieeffizienz

Strom sparen leicht gemacht

Welche Geräte fressen am meisten Strom? Worauf sollte man beim Kauf achten? Wie funktioniert die neue Energieetikette? Wir beantworten die drängendsten Fragen zum Energieverbrauch im Haushalt.

Text Ralf Kaminski
strom

Wer einige Dinge beachtet, kann eine Menge Energie und Kosten sparen. (Bild: Getty Images)

Wie viele Geräte sind in der Schweiz im Einsatz?

2019 gab es in der Schweiz 46,81 Millionen Haushaltgrossgeräte sowie IT-, Büro- und Unterhaltungselektronik-Geräte, die zusammen 6620 Millionen Kilowattstunden (kWh) Strom verbrauchten. Das entspricht 11,7 Prozent des Stromverbrauchs. Obwohl seit 2002 34,3% mehr Geräte im Einsatz sind, liegt der Stromverbrauch um 13,3% tiefer – dank technologischen Fortschritten und Förderprogrammen für energieeffiziente Geräte.

Welches sind die schlimmsten Energiefresser?

Unter den Haushaltsgrossgeräten sind das Elektroherde/Backöfen mit 1417 Mio. kWh – etwa halb so viel wie das AKW Mühleberg BE pro Jahr produzierte, Kühlgeräte (1034 Mio. kWh) sowie Wäschetrockner (842 Mio. kWh). Und je grösser und besser aufgelöst der Bildschirm des TV-Geräts, desto mehr Strom braucht er (eine doppelt so grosse Bildschirmdiagonale verbraucht viermal mehr Energie).

Worauf sollte man beim Kauf achten?

Die Geräte sollten möglichst energieeffizient sein – seit kurzem gibt es eine neue Energieetikette mit einer einheitlichen Skala von A (sehr effizient) bis G (nicht effizient), die im Laufe des Jahres stufenweise für die meisten Produkte eingeführt wird. Bei einigen Geräten wie Trockner, Klimageräte oder Staubsauger kommt die Etikette frühestens 2023. Mit der Einführung werden die verschärften Energieeffizenzvorschriften der EU ins Schweizer Recht übernommen.

Beispiel: Kühlschränke der Klasse E verursachen 2,4 mal höhere Stromkosten als Modelle der Klasse A (790 Franken statt 324 Franken während einer Nutzungsdauer von 15 Jahren bei 20 Rp./kWh).

energieetikette

Dieses neue Label wird bald auf mehr und mehr Geräten zu finden sein.

Auf welche Geräte verzichtet man am besten ganz?

Raumklimageräte. Sie verbrauchen viel Energie, und es gibt andere Möglichkeiten zur Kühlung: nachts und frühmorgens lüften, tagsüber die Fenster geschlossen lassen; Fensterläden oder Jalousien schliessen, wenn die Sonne auf die Fassade brennt; mit einem Ventilator für Luftbewegung und Abkühlung sorgen.

So verbraucht man weniger Energie

Geräte bei Nichtgebrauch komplett abschalten – manche verbrauchen im Standby-Modus mehr Strom als im Normalbetrieb

Desktop-Computer durch Laptops ersetzen

Internetverbindung trennen, wenn man sie nicht braucht

Halogen-Lampen durch LED ersetzen oder neue LED-Lampen kaufen

Den Deckel beim Kochen immer auf dem Topf lassen

Wasser für Tee und Suppen im Wasserkocher kochen

Den Geschirrspüler nur gut gefüllt laufen lassen

Den Kühlschrank auf 6 statt auf 4 Grad einstellen

Warme Speisereste zuerst abkühlen lassen, bevor man sie in den Kühlschrank stellt

Gefrorene Speisen im Kühlschrank auftauen lassen

Bei längerer Ferienabwesenheit der Kühlschrank ausräumen und abschalten

Den grössten Teil der Wäsche bei 30 Grad waschen

Die Waschmaschine nur gut gefüllt laufen lassen

Die Wäsche wenn möglich an der Luft trocknen lassen

Je kleiner und weniger hell das TV-Gerät desto weniger Energie verbraucht es

Ausrangierte oder kaputte Elektrogeräte unbedingt in einem Geschäft oder einer Sammelstelle zum Recycling abgeben – die Kosten sind im Kaufpreis inbegriffen

Wann ist es sinnvoll, Geräte zu ersetzen, auch wenn sie noch funktionieren?

Das ist abhängig vom Gerät und den eingesetzten Technologien. Bei neuen technologischen Entwicklungen kann ein Geräteersatz Sinn machen. Meistens ist es aber ökologisch sinnvoller, das eigene Gerät noch ein paar Jahr länger zu benutzen. Denn die graue Energie, die für die Produktion eines neuen Geräts nötig ist, muss durch ein effizienteres Produkt auch erst wieder eingespart werden.

Was bringt ein Gerät mit Topten-Label?

Topten ist eine neutrale und unabhängige Preisvergleichsplattform. Ihr Fokus liegt auf Energieeffizienz, geringer Umweltbelastung und Qualität. Energieeffiziente Gerät mit Topten-Label werden vom Bund mit 70 Franken gefördert. Ab August gibt melectronics ihren Kunden bei einem Kauf eines solchen Geräts diesen Betrag direkt als Rabatt. Bei Digitec/Galaxus läuft die Aktion bereits. Dazu gehören etwa Kühl- und Gefriergeräte, Geschirrspüler und Waschmaschinen.

Quellen: Bundesamt für Energie, Energie Schweiz, topten.ch

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