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Ab nach Griechenland

Kleines Lefkada – alles da!

Lefkada hat alles, was Griechenland ausmacht. Es ist nur etwas ruhiger. Die Touristenströme sind bescheiden, die Musik am Hotelpool ist ein Tick leiser. Die Natur trumpft hingegen auf und zeigt sich von brachialer, vielseitiger Schönheit. 

Text Dinah Leuenberger
Fotos Bruno Karl Stebler
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Soll ich springen? Strände mit türkisblauem Wasser und natürlichen Sprungbrettern gibts auf Lefkada häufiger als Sand am Meer.

Lange bevor die Stars und Sternchen dieser Welt mit Frappucinos in Starbucks-Bechern fotografiert wurden, und damit einen Hype auslösten, hatten die Griechen ihr eigenes Trendgetränk im Becher: das Frappé. Aufgeschäumter Kaffee aus Nescafé-Pulver, vielen Eiswürfel und noch mehr Zucker, mehr brauchts nicht zum erfrischenden Glück. Selbstverständlich gehören die Becher in den Händen auch auf der Insel Lefkada zum Ortsbild wie türkisblaues Meerwasser und üppige Rosmarinsträuche. 

Über 1000 Strände findet man auf der kleinen Insel

Die Insel liegt südlich von Korfu am Ionischen Meer. Und wie das Kultgetränk ist auch ihre Grösse auf den ersten Blick unaufgeregt. In knapp drei Stunden hat man sie mit dem Auto umrundet. Aber: Lefkada ist die Insel für alle, die sich nicht entscheiden wollen. Denn sie bietet eine unglaubliche Naturvielfalt. Über 1000 Strände sind auf der Insel zu finden.

Natürlich, manche sind winzig klein, versteckt, oder nur per Boot erreichbar. Für andere braucht es gutes Schuhwerk, um die engen Pfade der Klippe entlang hinunter zu spazieren. Wieder andere sind bequem per Auto, Roller oder zu Fuss erreichbar. Es sind Sandstrände oder Kiesstrände, manche flach, andere mit schwindelerregend hohen Klippen. An wieder anderen liegen über die gesamte Länge riesige Felsbrocken im Wasser, die man umschwimmen oder – mit Badeschuhen bestückt –sogar besteigen und als natürliches Sprungbrett verwenden kann.  

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Das Dorf Vassiliki, direkt am Hafen gelegen, sieht aus wie die meisten Örtchen auf Lefkada: die Gassen sind schmal und üppig begrünt.

Doch nicht nur der Inselrand ist spannend. Trotz trockener Phasen im Sommer ist die Insel äusserst grün. Und auch das Grün ist besonders vielseitig. Auf dem hügeligen Inselinnern wechseln sich Eichen mit Erdbeerbäumen (ja, Bäumen!) ab, Föhrenwälder stehen direkt neben Brombeersträuchern. Allgegenwärtig ist ein milder Olivenduft der tausenden Olivenhaine. Er mischt sich mit Rosmarin, Lavendel, Thymian und Salbei - die Insel ist ein einziger Kräutergarten. Auch noch im August, obwohl die Hauptblütezeit der Mai wäre. Ohnehin seien Frühling und Herbst die idealen Reisezeiten, sagt man auf «Lefkas», wie die Einheimischen ihre Insel nennen. 

Zu dieser Zeit erspäht man in den meisten Buchten eine blaue Flagge. Sie bedeutet, dass das Meer besonders sauber ist. Die unerfahrenen Schweizer erachten es allerdings auch im August als äusserst türkis, klar und sauber und legen sich gerne hinein. Bunte Gummitiere und Luftmatratzen könnte man zwar überall auf Lefkada kaufen. Benötigen tut man sie nicht: der Salzgehalt des Wassers ermöglicht ein schwereloses Badeerlebnis. Also: Ab ins Meer, Hände hinter den Kopf, Augen schliessen, und dem fröhlichen Knistern der im Wasser herumwirbelnden Kieselsteine zuhören.  

7 Tage, 7 Strände – und 1 grandiose Aussicht 

Der Pompöse: Porto Katsiki

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Ungewöhnliche Strand-Aussicht: die raue Klippe ragt fast senkrecht Richtung Himmel.

Beim Parkplatz trennen einen etwa 100 Treppenstufen vom Strand. Man nimmt sie gern, denn der Blick von oben auf das türkisblaue Wasser ist atemberaubend. Jener von unten ebenfalls: Wo sonst kann man im Wasser liegend eine immense Felswand bestaunen? Knurrt der Bauch, braucht man die Stufen nicht wieder zu erklimmen: Seit sagenhaften 17 Jahren erledigt das Team des nahen Restaurant Bilvi einen Knochenjob. Am Strand sammelt es die Bestellungen ein, holt diese oben im Restaurant ab und bringt sie direkt ans Strandtuch – und das zigmal pro Stunde, zu Fuss, bei 35 Grad. Und: das Essen schmeckt. Stichwort Gyros-Clubsandwich! 

Der, den man sich verdienen muss: Egremni 

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Das türkisfarbenste Wasser muss man sich verdienen.

Ein Unwetter hat kürzlich Gesteinsbrocken auf Strasse und Strand regnen lassen. Darum ist die Zufahrtsstrasse auf dem letzten Stück gesperrt. Hat man diese zu Fuss gemeistert, warten noch zusätzliche 400 Stufen. Allerdings: Nirgendwo auf der Insel ist das Wasser so türkis, die Strandarchitektur so spannend. Wer also gutes Schuhwerk hat und hitzebeständig ist, sollte den Ab- (20 Minuten) und Aufstieg (40 Minuten) in Angriff nehmen! 

Der Windige: Paralia Agios Ioannis 

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Hier treffen sich Windsurfende, Kitesurfende und Wellenreitende.

Direkt neben der gleichnamigen Hauptstadt von Lefkada liegt der bunteste aller lefkadischen Strände: Die starken Winde machen ihn nämlich zum Paradies für Kite- und Windsurfer, ihre Schirme glänzen in allen Farben. Auch für Badende hats genug Platz und der Einstieg ins Wasser ist äusserst angenehm: Riesige Steinbrocken wurden derart vom Wasser abgeschliffen, dass sie sich anfühlen wie künstlich angelegte Pfade. 

Der Steinige: Megali Petra 

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Steine im Weg: Megali Petra ist auch ein Hindernisparcours.

Megali Petra, was soviel bedeutet wie «Grosse Steine». Und der Name ist Programm: Grosse Felsbrocken, zum Teil noch am Trockenen, zum Teil im Wasser. Sie sorgen für ein spannendes Badeerlebnis. Wer sich links hält und gute Schuhe trägt, gelangt zum etwas längeren Strandabschnitt, auch dieser ist von Felsbrocken übersät. Dazwischen lässt es sich ungestört baden, sie dienen aber auch als natürliche Sprungbretter. 

Der Kleine, von dem man mit dem Kayak loszieht: Mikros Gialos 

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Eine kurze Kayak-Fahrt von Mikros Gialos entfernt eröffnen sich spannende Steinschluchten.

In einer Bucht gelegen, beweist schon der erste Blick, dass Mikros Gialos nicht das Ziel, sondern der Anfang ist. Zahlreiche Kayaks liegen am Ufer bereit, um ihre Passagiere an ungeahnt spektakuläre Orte zu befördern: Miniatur-Strändchen ohne Namen, steinige Schluchten und verborgene Grotten, in denen sich schnorcheln lässt. Perfekt für alle, die Action suchen. 

Der Klassische: Kathisma 

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Flach, sandig und garantiert mit genügend Liegestühlen: Kathisma liefert klassisches Strandfeeling.

Er ist lang, flach, liefert ausreichend Liegestühle und – für Partygänger – laute Musik. Auch das grosse #LEFKADA-Schild, mit dem man auf Social Media seine Anwesenheit bestätigt, steht hier. Hierhin kommen die Trendsetter der Insel. Aber auch alle, die einen Strand suchen, wie er im Lexikon steht.  

Der mit Free-Wifi: Gialos 

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Ruhig ist es am Gialos-Strand. Trotz Hüpfburg und Free Wifi. Oder gerade deswegen?

Das Meer ist hier etwas ruppiger, die Kieselsteine etwas rauer. Dafür bietet der Strand ungeahntes: Gratis W-Lan zum Beispiel, oder eine grosse Hüpfburg für Kinder. Auch können hier Liegestühle gemietet werden. Schön ist die Vegetation, die fast bis zum Strand runterkommt. Eine Abwechslung zu den vielen Klippen auf der Insel.  

Die 1A-Aussicht: Ellomenos 

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Wer den Aufstieg nicht scheut, wird mit einer grandiosen Aussicht über das ionische Meer belohnt.

Mindestens 15 ionische Inseln sieht man vom Berg Ellomenos, bei klarem Wetter sind es einige mehr. Diese einzigartige Aussicht ist aber nur eines von vielen Highlights beim Wandern auf Lefkada. Die grünen Hügeln sind ein Paradies für Schmetterlinge, wilde Ziegen und allerhand seltene Blumen. 

Tipps für Lefkada

  • Lefkada ist neu per Direktflug mit Edelweiss in knapp 2.5 Stunden zu erreichen. 
  • Badeschuhe einpacken, sie schonen empfind­liche Füsse. Wer darauf verzichtet, bekommt ­dafür eine natürliche Akupunkturmassage. 
  • Wer die vielen Facetten der Insel erkunden will, mietet sich ein kleines, aber starkes Auto (zum Beispiel von Hertz. Einige Strassen sind nicht ohne, aber­ ­absolut machbar.
  • Authentisches und ­Frisches aus dem Meer gibts bei Zolithros in ­Mikros Gialos, im Süden der Insel.
  • Action gefällig? Für ­Kajak- und Wander­touren ist Trekking Hellas die erste Adresse.

Ein bisschen Griechenland für Zuhause

Tipps für Lefkada

  • Badeschuhe einpacken – sie schonen empfindliche Füsse. Wer darauf verzichtet, bekommt dafür eine natürliche Akupunktur-Massage.
  • Wer die vielen Facetten der Insel erkunden will, mietet sich ein kleines aber starkes Auto (zum Beispiel von Hertz) – einige Strassen sind nicht ohne, aber absolut machbar.
  • Authentisches und Frisches aus dem Meer gibt’s bei Zolithros in Mikros Gialos, im Süden der Insel.
  • Action gefällig? Für Kayak- und Wandertouren ist https://trekking.gr/en/location/ionian-sea/ die erste Adresse!

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