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Sparen und Anlegen

So spart die Schweiz

Wie viel Geld legen Schweizerinnen und Schweizer im Monat zur Seite? Wie legen sie ihr Geld an? Wer spart mehr? Wer weniger? Eine grosse Umfrage der Migros Bank gibt nun Auskunft darüber. 

Text Benita Vogel
Fotos Andrea De Santis
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Rang eins beim Anlegen belegt das Sparkonto – es ist die häufigste Sparmethode der Befragten. 62 Prozent des frei ­verfügbaren Vermögens ruht dort – trotz Tiefstzinsen. An zweiter Stelle folgt das Privatkonto.
Wer konkret für seine  Altersvorsorge und die Frühpensionierung spart, tut dies am häufigsten mit Einzahlungen in die Säule 3a.

83%

... schätzen ihre finanzielle Situation als gut ein – 40 Prozent als gleich gut und 43 Prozent gar als besser im Vergleich zu vor zwei Jahren. Vor allem jüngere Personen und Männer sind positiv gestimmt. Das könnte daran liegen, dass die Ausgaben für Freizeit in der Coronapandemie gesunken sind.

54%

Einfach drauflossparen: Die Mehrheit der Befragten überlegt sich nicht, wie sie das Sparziel am effizientesten erreichen kann.

14%

... der Befragten sparen gar nicht. Meist genannter Grund ist das fehlende Geld. Bei den Älteren gibt ein grosser Teil an, bereits über genug Ersparnisse zu verfügen und deshalb nicht weiter zu sparen.

59%

... der Sparenden legen bis  zu 1000 Franken pro Monat zurück. 7 Prozent sparen mehr als 3000 Franken im Monat. Männer sparen im Durchschnitt höhere Beträge als Frauen.

Jeanette Schaller, Leiterin Finanzplanung der Migros Bank

«Mehr als zwei bis drei Mo­natslöhne reichen, um in Fonds zu investieren»

Jeannette Schaller ist Leiterin Finanzplanung bei der Migros Bank.

Viele Schweizer sparen trotz tiefen Zinsen immer noch mit Spar- und Privatkonto. Gemäss Jeanette Schaller Leiterin Finanzplanung der Migros Bank schätzen viele ihr Vermögen falsch ein und wissen zu wenig über Finanzanlagen.

Jeannette Schaller, trotz Pandemie schätzen die Leute die finanzielle Situation heute besser ein als noch vor zwei Jahren. Wie kommt das?
Das erstaunte mich auch ein wenig. Allerdings haben die grosszügigen staatlichen Stützungsmassnahmen Wirkung gezeigt. Die Arbeitslosigkeit ist tief und die Einkommen haben kaum gelitten. Der wirtschaftliche Aufschwung hat sich gefestigt. Die Schweiz ist in einer beneidenswerten Situation.

Auf dem Konto kriegt man kaum noch Zinsen. Wieso sind Spar- Privatkonto dennoch die beliebteste Sparmethode?
Viele denken, ihr Vermögen reiche nicht, um investieren zu können. Das ist oft falsch. Wer auf dem Sparkonto mehr als zwei bis drei Monatslöhne liegen hat, verfügt über genügend freie Mittel, um in Fonds zu investieren.

Wie viel entgeht einen, wenn man statt Aktien das Sparkonto wählt?
Wer sein Geld in Finanzanlagen investiert, holt viel mehr heraus. Mit Schweizer Aktien hat man in den letzten 25 Jahren rund 550 Prozent Vermögenszuwachs erzielt, mit dem Sparkonto hingegen lediglich knapp 20 Prozent.

Das ist krass! Sind Schweizer einfach risikoscheu?
Das ist einer von vielen Gründen. Um gut zu leben, mussten wir bisher keine Risiken eingehen. Aber das wird sich ändern. Unser Vorsorgesystem ist in Schieflage. Wir werden gezwungen, selbst vorzusorgen und in risikobehaftete Anlagen zu investieren. Ein weiterer Grund ist aber das mangelnde Wissen über Finanzthemen. 53 Prozent der Jungen kennen sich nicht mit Anlagen aus. Das ist alarmierend. Dabei hätten sie einen langen Anlagehorizont und könnten mit kleinen regelmässigen Einzahlungen viel sparen – und ihr Geld zu Gunsten ihrer Vorsorge arbeiten lassen.

Neben Jungen haben auch Frauen häufig wenig Ahnung von Anlegen. Was sollte geändert werden?
Budget, Finanzen und Vorsorge müssen Teil des Lehrplanes an Schulen sein, spätestens Auf Sekundarstufe. Es sollte Lernplattformen oder andere Gefässe geben, mit denen man Wissen auf unkonventionelle Art abholen kann. Zudem muss man für das Thema sensibilisieren. Insbesondere Frauen könnten Lücken in der Altersvorsorge vermeiden, wenn sie mehr darüber wüssten und frühzeitig vorsorgen würden.

Frauen sind auch im Nachteil, weil sie weniger Geld sparen können als Männer. Die Genderfalle etwa bei den Löhnen, schlägt hier zu.
Absolut. Tiefere Löhne sowie Erwerbsunterbrüche und Teilzeitpensen führen zu tieferen Einzahlungen in die Vorsorgesysteme und somit zu einer tieferen Rente im Alter. Verschärft wird das Problem durch die höhere Lebenserwartung der Frauen. Damit verbunden ist die Gefahr der Armut im Alter. 

Die Umfrage zeigt, dass Kryptowährungen an Bedeutung gewinnen. Ist das nur ein Strohfeuer?
Da ist viel Neugier dahinter. Insbesondere junge Anleger ohne langen Anlagehorizont probieren das aus. So gesehen dienen Kryptowährungen eher der Spekulation. Sie können inzwischen schnell und unkompliziert gekauft werden und versprechen schnelle Gewinne. Ob sie langfristig ihren Wert halten können, ist hingegen  unklar, denn Knappheit allein reicht nicht als Argument für eine ständige Wertvermehrung.

 Inwiefern wird die Digitalisierung den Umgang mit Geld, Sparen, Anlegen verändern?
Die Zukunft ist digital. Das Bankengeschäft wird es auch. Zahlungen tätigen, Anlegen und Sparen ist für die meisten Menschen administrativ aufwändig. Es werden diejenigen Anbieter/Apps erfolgreich sein, die diese Dienstleistungen möglichst einfach und verständlich machen.

25%

Die Schweizer Bevölkerung spart am häufigsten für  ­Altersvorsorge und allfällige Notfälle. Für ein Viertel ist die Vorsorge für das Rentenalter das wichtigste Sparziel. Ein Fünftel spart in erster Linie für Wohneigentum.

58%

... der Befragten ­sparen trotz Tiefstzinsen weiter wie bisher – nämlich primär auf Spar- und Privat­konten. Nur gerade 33 Prozent haben ihr Sparverhalten ­angepasst. Die ­meisten der anderen glauben, zu wenig Geld für Finanz­anlagen zu haben. Bei Frauen spielt auch mangelndes Wissen eine Rolle. Zudem ­bevorzugen viele schlicht Sicherheit statt Rendite.

47%

... schätzen ihr Wissen über Finanzthemen als «überhaupt nicht gut» ein. Gleich 59 Prozent der Frauen geben an, sich nicht auszukennen.

31%

... der Befragten sieht bei Geldanlagen ein niedriges Risiko als wichtigstes Kriterium. Für 18 Prozent ist eine hohe Flexibilität wichtig, für 17 Prozent hohe Gewinne und für 13 Prozent die Nachhaltigkeit der Anlage.

14%

... haben oder hatten schon (einmal) Geld in Kryptowährungen investiert. Die meisten aus Neugier.

28%

Was machen Sie mit einer Erbschaft von  200 000 Franken? 28 Prozent würden es in Wohn­eigentum investieren.

 

Repräsentative Umfrage
Die Onlineumfrage im  Auftrag der Migros Bank  basiert auf 1503 Interviews mit über 18-Jährigen aus der ganzen Schweiz.

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