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Migros - Ein M besser

Emissionsfreie Herstellung

Dieses Fondue wärmt nachhaltig

Gemeinsam mit der Dörig-Bergsenn-Käserei in Disentis stellt Mifroma das «Bündner Bergkäse»-Fondue her – ausschliesslich mit erneuerbarer Energie.

Text Benita Vogel, Laurent Nicolet
Fondue Bündner Bergkäse

Für die Produktion des «Bündner Bergkäse»-Fondues fliesst kein Tropfen Heizöl.

Ohne Strom kein Fondue: Das gilt zumindest für die Herstellung in der Käserei. Aber dass es ausschliesslich mit grüner Energie geht, zeigen die Dörig-Bergsenn-Käserei in Disentis GR und die Verarbeiterin Mifroma in Ursy FR.

Ihr Fondue «Bündner Bergkäse» wird heute vollständig mit erneuerbarer Energie hergestellt. Die beiden Firmen belasten so die Umwelt viel weniger mit klimaschädlichem Kohlendioxid (CO₂). Auf vier Portionen Fondue rechnen sie damit, 378 Gramm an CO₂ einzusparen. Auf die gesamte 2020 verkaufte Fonduemenge entspricht das 7000 Kilogramm CO₂. So viel benötigt man etwa, um 23 000 Kilometer Auto zu fahren oder 1,2 Millionen Mal das Handy zu laden. Wie ist diese Reduktion möglich?

 

Von der Käserei ins Caquelon

Mit Fernwärme des Klosters …

Seit zehn Jahren bezieht die Käserei die Energie aus dem Fernwärmenetzwerk des Klosters Disentis und aus den vielen Stauseen in der Region. Käsermeister Andreas Wild benötigt vor allem Wärme, um die jährlich über sechs Millionen Liter Milch im Käsekessi zu erhitzen und den Bündner Bergkäse herzustellen. Die zwei Warmwasserspeicher mit je 10 000 Litern im Keller sorgen dafür, dass Wild jederzeit bereit ist, die Produktion aufzunehmen. 

 

In seinen Speichern wird überschüssige Wärme aus dem klösterlichen Wärmeverbund automatisch gespeichert. «Käsereien, die mit Heizöl wärmen, müssen erst den Dampfkessel aufheizen, bevor sie loslegen können», erklärt der Käser. Seine Dörig-Bergsenn-Käserei, ein Produktionsbetrieb der Migros, ist Pächterin der Klosterkäserei.

Wärme gewinnt Wild auch von Kühlanlagen, etwa von Aggregaten, die die Milch kühlen. Betrieben werden diese mit Wasserstrom. Auch sonst wird in der Käserei laufend nach Möglichkeiten gesucht, um Strom, Wärme und Wasser zu sparen. Man produziert möglichst viele Chargen pro Tag, um pro Käse den Wasserverbrauch, der vor allem beim Reinigen der Anlagen anfällt, in Grenzen zu halten. 

… und Strom aus Käseabfällen

Auch die Mifroma, die aus Laiben Fondue herstellt, setzt seit vergangenem Herbst ausschliesslich auf erneuerbare Energie. Ein Mix aus Wasserstrom, Biogas und Wärme, der von Kühlanlagen stammt, macht das möglich. Was so einfach klingt, erforderte zur Umsetzung drei Jahre.

Herzstück ist die Wärmerückgewinnung von Kühl- und Druckluftmaschinen. Mit den Wärmepumpen wird die Abwärme gesammelt und nochmals komprimiert. Das funktioniert ähnlich wie bei einer Velopumpe. «Dadurch können wir etwa 95 Prozent des Wärmebedarfs decken», sagt Jean-Pierre Ramseier, der bei Mifroma die technischen Dienste verantwortet.

Für den Rest verwende der Betrieb Biogas aus Abfällen der Käseproduktion. Der früher eingesetzte Ölbrenner ist stillgelegt. So spart man 218 350 Liter Heizöl ein. Dies entspricht einer jährlichen Reduktion von 578 Tonnen CO₂ – oder 102 Millionen Mal das Handy aufladen.

Was ist mit dem Transport?

Ein Wermutstropfen bleibt: Noch wird der Käse in Diesellastwagen transportiert. «Wir achten genau darauf, immer mit vollen LKW zu fahren», sagt Oskar Huber, Chef der Dörig Käsehandel AG, zu der die Käserei in Disentis gehört. Aber auch hier halten neue Technologien Einzug. Der Fuhrpark von Mifroma wird laufend erneuert, neue Fahrzeuge sind elektrisch angetrieben. Ziel ist es, bald vollständig fossilfrei unterwegs zu sein. 

Nachhaltige M-Industrie

Die Migros setzt auf erneuerbare Energien 

Auch in anderen ­Industriebetrieben der Migros sind er­neuerbare Energien ein grosses Thema. «Wir sind sukzessive daran umzustellen», sagt Daniel Schilliger, Nachhaltigkeitschef der M-Industrie. Ziel sei es, bis 2040 in allen Firmen ausschliesslich mit erneuerbaren Ener­gien zu produzieren. Dies auch, um den CO₂-Abdruck der Produkte zu reduzieren. Die Mifroma in Ursy FR ist das erste Unternehmen der M-Industrie-, welches vollständig mit erneuerbarer Energie betrieben wird.

Lesen Sie hier, was die Migros in Sachen CO2-Ausstoss sonst noch alles unternimmt. 

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