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Ein unverhoffter Erfolg

Das Leben schreibt die spannendsten Geschichten – so auch bei der Roten Hexe, der zartschmelzenden Käsespezialität der Bodensee Käse AG mit Sitz in Rossrüti. Wie aus einer ungewöhnlichen Idee ein aussergewöhnlich erfolgreiches Produkt wurde.

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«Käse kann man nicht immer wieder neu erfinden», sagt Betriebsleiter Hans Trachsel, während er durch die Produktionsanlage schreitet. «Doch man kann immer wieder neue Geschichten erzählen.» Und die Rote Hexe hat eine ganz spezielle Geschichte. Denn in der Regel müssen Produkte zuerst entwickelt werden, bevor man passende Namen aussuchen kann. Hier war es umgekehrt, wie Geschäftsführer Marcel Ledergeber erläutert: «Eine Schweizerin hatte den Namen Rote Hexe geschützt. Eine Bekannte von ihr betrieb in den USA einen Käseladen, und so reifte bei ihr die Idee heran, speziell für Halloween einen Käse in die Vereinigten Staaten zu exportieren.» Auf der Suche nach einem geeigneten Hersteller sei sie schliesslich auf die Bodensee Käse AG gestossen. Das war vor rund zwölf Jahren. «Unser Inhaber Christian Oberli reiste damals mit einem Mustersäckli nach Bern, um die Frau zu treffen. Ganz ehrlich: Er glaubte nicht, dass daraus etwas werden würde.» Doch er sollte eines Besseren belehrt werden. Heute ist die Rote Hexe das erfolgreichste Produkt der Käserei – hierzulande und ennet des grossen Teichs, wo es «für amerikanische Verhältnisse gut läuft», wie Ledergerber erklärt. Schweizer Käse hätten dort aufgrund ihres verhältnismässig hohen Preisniveaus keinen leichten Stand.

Wildes Aussehen, milder Charakter

Der Erfolg beruhe auf verschiedenen Faktoren. «Es ist ein allgemein bekömmlicher Käse, der Kindern und Erwachsenen schmeckt», sagt der Geschäftsführer. «Die Rote Hexe hat etwas mehr Fett, ist speckig, also brennt sie nicht auf der Zunge und hat einen ausgewogenen Charakter.» Ganz im Gegensatz dazu steht ihr furioses Auftreten: «Durch die rote Rinde fällt der Käse natürlich sofort auf, verleitet zum Probieren und ist leicht wiederzuerkennen», sagt der gebürtige Niederbürer. Ihr Aussehen verdankt die Spezialität einer Paprikafarbmischung, die nach der Lagerung aufgetragen wird, jedoch keinen Einfluss auf den Geschmack hat. «Es geht wirklich nur ums Aussehen», meint Marcel Ledergerber schmunzelnd. Neben der Roten Hexe stellt die Bodensee Käse AG verschiedene Sorten Raclette her und diverse weitere Spezialitäten, wie auch Past-Tilsiter. «Wir waren ursprünglich ein reiner Past-Tilsiter-Betrieb», erzählt Ledergerber, der seit 2012 die Geschicke des Unternehmens leitet. «Doch unterdessen ist das ein verschwindend kleiner Anteil unseres Sortiments.» Auch sonst hat sich im Betrieb in Rossrüti einiges verändert. Nach dem Ausbau der Produktion vor rund 20 Jahren wurde ein Käsekeller gebaut, dessen Kapazität 2014 noch einmal verdoppelt wurde.

Alles aus einer Hand

Nun können bis zu 80 000 Laibe gleichzeitig gelagert werden. «Unser Ziel ist es, alles aus einer Hand bieten zu können und die Produkte von ihrer Entwicklung bis zur Vollendung der Reifung in unserer Obhut zu behalten », kommentiert Marcel Ledergerber. Auch das Rohmaterial wird ganz in der Nähe bezogen. Die Milch – ausschliesslich in silofreier Qualität – stammt von 28 Bauernhöfen im Umkreis von nur zehn Kilometern. Geschichten gäbe es noch einige zu erzählen. Etwa, warum sich eine Käserei in der Nähe von Wil Bodensee Käse AG nennt. Oder weshalb das Team seine Besprechungen in einem Wohnzimmer durchführt. Sicher ist: Die kreativen Köpfe und engagierten Hände in Rossrüti werden dafür sorgen, dass noch viele weitere spannende Kapitel folgen werden.

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