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November 2020 Im roten Sternenmeer

Beim Weihnachtsstern geht Klaus Gallaschs Gärtnerherz auf. Monatelang hegt und pflegt der Betriebsleiter bei der Jost Pflanzen AG die Pflanze, ehe diese Farbe in die Weihnachtsstube der Kundinnen und Kunden bringt.

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In den Gewächshäusern der Jost Pflanzen AG in Wiedlisbach sieht man rot. Von vorne bis hinten. Hier sind die Weihnachtssterne schon fast bereit für den Transport in die Regale der Migros Aare. Aus Hunderten von Töpfen zieht Klaus Gallasch einen heraus: «Dieser Weihnachtsstern ist zu klein. Der wird beim Packen stehen bleiben.» 
Auch in diesem roten Meer von Weihnachtssternen, behält Gallasch den Überblick und greift gezielt nach einzelnen Pflanzen. Kein Wunder: Seit 38 Jahren kümmert sich der gelernte Gärtner besonders gerne um diese Zierpflanze. Beliebt ist der Weihnachtsstern auch bei der Kundschaft der Migros Aare. «Mit seinem leuchtenden Rot bringt er Farbe in die dunkle Jahreszeit, er erinnert an einen Stern, zudem sieht man die Farbkombination rot-grün oft an Weihnachten», sagt Gallasch. 
 

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Heikles Pflänzchen
Damit der Stern zur Weihnachtszeit farbig leuchtet, muss sich der Kultivateur exakt an einen Zeitplan halten. Im Mai treffen die ersten Stecklinge in Wiedlisbach ein. Mitarbeitende stecken diese Pflanzentriebe in kleine Töpfe mit Erde, dort bilden die Triebe Wurzeln. Wenn es soweit ist, topft man die Jungpflanzen in die verschiedenen Topfgrössen. «Weihnachtssterne brauchen viel Aufmerksamkeit. Sie wollen monatelang sieben Tage pro Woche während 24 Stunden gehegt und gepflegt werden», weiss Profi Gallasch. 
Die Pflanze mag keine Temperaturschwankungen, braucht regelmässig Dünger und genug, aber nicht zu viel Platz. «Steht der Weihnachtsstern allein da, wächst er nicht.» Da braucht es ein geschultes Auge: Denn stehen die Töpfe zu dicht beieinander, wächst die Pflanze nur in die Höhe, gibt es zu viel Platz zwischen den einzelnen Töpfen, stimmt das Mikroklima nicht und der Weihnachtsstern gedeiht nicht. Darum rücken die Mitarbeitenden die Pflanzen drei bis vier Mal während des Wachstums. Das kann bis zu drei Tage dauern, bis der Abstand zwischen den Töpfen wieder stimmt. «Und braucht es das Rücken an einem Samstag, dann machen wir es auch dann», erzählt Gallasch. Insgesamt stehen viele tausend Weihnachtssterne auf etwa 10'000 m2 in Wiedlisbach. Natürliche Nützlinge wie Schlupfwespen und Raubmilben schützen die Pflanzen, ein speziell entwickeltes Bewässerungssystem führt den Weihnachtssternen Regenwasser zu.
 

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Künstliche Nachtruhe
Der Weihnachtsstern ist eine Kurztagespflanze, seine ursprüngliche Heimat Mexiko. Erst wenn die Tage kürzer werden, verfärben sich die Hochblätter (Brakteen) rot, rosa oder weiss. «Die Brakteen sind nicht die Blüten, sondern dienen nur als Lockmittel», erklärt Gallasch. Die eigentlichen Blüten sitzen unscheinbar in der Mitte zwischen den Brakteen. Bei der Schweizer Produktion verlängert man die Nacht künstlich, damit die Hochblätter ihre Ausfärbung erreichen. Dafür ist am Dach eine speziellen Folie befestigt. Ab Anfang Oktober wird es schliesslich bunt in den Gewächshäusern der Jost Pflanzen AG. Dann sind die Hochblätter ausgefärbt.
Ab diesem Zeitpunkt liefert die Gärtnerei täglich Weihnachtssterne in die Filialen der Migros Aare – ob grosse Weihnachtssterne mit fünf Brakteen, kleine Eintrieber oder Hochstämmchen. «Das ist das Allerschönste an meinem Beruf: Zu sehen, wie sich die Leute an den Pflanzen erfreuen, die wir so lange gehegt haben», sagt Klaus Gallasch und zieht strahlend einen einzelnen Topf aus dem roten Sternenmeer.
 

Wie die Farbenpracht lange anhält

Damit der Weihnachtsstern auch zu Hause möglichst lange Freude bereitet, gibt Klaus Gallasch ein paar Tipps:

  • Optimaler Standort: ein heller, warmer Platz um 20 Grad
  • Zugluft vermeiden.
  • Regelmässig mit lauwarmem Wasser giessen.
  • Staunässe unbedingt vermeiden.
  • Beim Transport darauf achten, dass der Weihnachtsstern gut verpackt ist. Temperaturen unter 10 Grad hält er nicht lange aus.
  • Während der Blüte nicht düngen.
     

Beliebte Weihnachtssterne

In den Supermärkten der Migros Aare gehen jährlich rund 70’000 Weihnachtssterne aus Schweizer Produktion über den Ladentisch. Mit grossem Abstand am beliebtesten sind die roten Weihnachtssterne, kaufen kann man sie aber mit rosa- oder pinkfarbenen, weissen oder sogar gesprenkelten Brakteen. Die Jost Pflanzen AG produziert ihre Weihnachtssterne an den Standorten Wiedlisbach und Rüfenach.