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Migros - Ein M besser

Wie Genuss und Nachhaltigkeit sich vertragen

Nachhaltigkeit liegt im Trend. Doch wie verträgt sich diese mit Genuss, zum Beispiel bei der Freizeitgestaltung? In jüngster Zeit sind einige clevere Plattformen und Start-Ups entstanden, welche alle in irgendeiner Form das Teilen von Gegenständen zum Ziel haben. Eine altbekannte Form dieses Gedankens sind Bibliotheken und Ludotheken. In vielen grösseren Gemeinden kann man sich so mit Büchern, Filmen und Spielen versorgen, ohne diese alle kaufen zu müssen. In einigen Städten sind in den letzten Jahren auch sogenannte Bücherschränke zum Angebot hinzugekommen: Hier kann man sich ein Buch ausborgen und es gegen ein beliebiges anderes Buch tauschen – oder das geborgte Buch nach dem Lesen wieder zurückstellen. Bücherschränke gibt es beispielsweise in Bern, Aarau, Thun, Solothurn, Belp und Luzern. Die Standorte der Bücherschränke befinden sich oft in Parks oder an sonstigen öffentlichen Plätzen. Mancherorts, zum Beispiel im Berner Rosengarten, liegen die Bücherschränke und Bibliotheksfilialen sogar in so reizvoller Umgebung, dass die Angebote direkt vor Ort genutzt werden. Gerade jetzt, wo die Tage wieder länger werden, ist das ein angenehmer Zeitvertreib. Übrigens, falls es nicht gerade die aktuellsten Bücher, Platten, CDs etc. sein müssen, bieten auch viele Brockenstuben ein erfreulich breites Sortiment an.

Neue Formen des Teilens
In Bern wurde im Jahr 2018 die LeihBar gegründet: Ob Bretzeleisen, Glacemaschine, Schneeschuhe oder Bohrmaschine – in der LeihBar sind diese Gegenstände häufig mehrfach vorhanden und lassen sich gegen eine bescheidene Jahresgebühr ausleihen. Es handelt sich um ein Projekt der Stiftung für Konsumentenschutz. In eine ähnliche Richtung, jedoch nicht standortgebunden, geht der ursprünglich in Bern gegründete, heute aber europaweit vertretene Verein Pumpipumpe: Gegen eine kleine Gebühr kann man sich Sticker für den Briefkasten bestellen und so den Nachbarn mitteilen, welche Gegenstände man kostenlos verleiht. Idealerweise begeistert man seine Nachbarn gleich für diese Idee und kann so bald ein regelrechtes Tauschnetzwerk aufbauen und nutzen. Mit Sharely existiert auch eine kommerziellere und in der ganzen Schweiz vertretene Variante dieses Tausch-Gedankens: Auf diese Online-Plattform stellen private Vermieter anderen Menschen zum Beispiel Kameras, Gitarren, Sägen oder Bohrmaschinen gegen eine frei wählbare und meist geringe Mietgebühr zur Verfügung. Die vermieteten Gegenstände sind dabei automatisch versichert. 

Überflüssiges verschenken und Freude verbreiten
Wer gut erhaltene, aber nicht mehr benötigte Gegenstände besitzt, kann diese kostenlos auf der nationalen Plattform nimms.ch einstellen und verschenken. So erhalten so manches Möbelstück und manch ein Fernseher ein zweites Leben. Denn was manchmal den eigenen Ansprüchen nicht mehr genügt, kann zum Beispiel in einer WG noch einige Jahre gute Dienste leisten. Eine sinnvolle Alternative kann es auch sein, ungenutzte Gegenstände an Brockenstuben zu verschenken. Diese häufig gemeinnützigen Organisationen können dann daraus einen Verkaufserlös erzielen. Und bei Ihnen zuhause herrscht wieder mehr Übersicht. Eins steht fest – Teilen, Tauschen und Verleihen bereiten Freude – und das gleich mehrfach. Warum probieren Sie im erwachenden Frühling nicht mal die eine oder andere Tausch- oder Leih-Plattform aus?