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April 2021 Ein Kopf-an-Kopf-Wachsen

Der Salat ist ein zartes Pflänzchen. Produzent Stefan Balimann aus Finsterhennen BE weiss, wie die Köpfe am besten gedeihen – auch wenn manchmal Mäuse dem Salat und ihm das Leben schwer machen.

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Stefan Balimanns Lieblingssalat mögen auch die Mäuse besonders gern: den roten Kopfsalat. Doch trotz einiger Löcher im Salatteppich leuchtet es im Gewächshaus hellgrün und rötlich. Nach vielen Jahren als Gemüsebauer weiss Balimann: Ausfälle gehören dazu. Im Gewächshaus wachsen Hunderte Salate Kopf an Kopf. Kopfsalat grün und rot, Eichblatt grün und rot sowie Batavia. «Die grünen Salate wachsen schneller als die roten, warum auch immer», erzählt der Produzent. Während unseres Besuchs Ende März sind aber alle Salatköpfe noch zu klein für den Verkauf. Ab April wird die Kundschaft in der Gemüseauslage der Migros Aare täglich «Aus der Region. Für die Region.»-Salate aus Finsterhennen finden.

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Auf sieben seiner insgesamt 18 Hektaren Land im Seeland baut Balimann Salat an. Auch wenn Maschinen einen Teil der Arbeit übernehmen, geschieht immer noch sehr vieles von Hand. So war Balimann mit zwei Mitarbeitenden vier Tage lang beschäftigt, um die Salatsetzlinge in den zwei Gewächshäusern zu pflanzen. «Das Pflanzen geht noch am schnellsten», erzählt er. Mehr Zeit braucht das Bearbeiten des Bodens und das Auslegen der schwarzen Mulchfolie zuvor. Während er zwischen den einzelnen Reihen mit einer Maschine jäten kann, zupfen er und seine Helfer zwischen den Salatköpfen das Unkraut von Hand aus. «Sonst beginnt der Salat zu stängeln, weil er zu wenig Licht und Platz hat.»

Ein heikles Pflänzchen

Der Salat – ein heikles Pflänzchen. Es mag viel Licht und die Wassermenge muss genau passen, damit es «kein braunes Rändli» kriegt. Ist es zu windig, besteht die Gefahr, dass der Salat austrocknet, weil er zu viel Wasser verdunstet. Darum kontrolliert Produzent Balimann fast täglich seine Salate im Gewächshaus und auf dem Feld.

Auf den Feldern hat er den Salat mithilfe einer Maschine gepflanzt – ein paar Wochen später als im Gewächshaus. Denn Mitte März wächst alles viel schneller als noch im Januar, weil die Licht- und Temperaturverhältnisse ganz anders sind. Solange noch Nachtfrost möglich ist, schützt ein Vlies die Salatköpfe – drinnen und draussen. Als uns Stefan Balimann das Feld zeigt, hebt er kurz das Vlies an. Er ist zufrieden. «Der Salat wächst gut. Das Unkraut aber auch», fügt er lachend an. Im Gewächshaus pflanzt er einmal pro Saison Blattsalate an, an der freien Luft zwei bis drei Mal auf dem gleichen Feld. Pro Jahr liefert Stefan Balimann etwa 100'000 grüne und 90'000 rote Kopfsalate an die Migros Aare, Eichblatt und Batavia sind es rund 75.000 Stück. Bis Anfang November wird man bei der Migros Aare noch AdR-Salat aus Finsterhennen kaufen können. «Die letzten Salatsetzlinge werde ich im September pflanzen», erzählt Balimann. Dann herrscht Pause im Salatanbau – bis im März alles wieder von vorne beginnt.

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Gelernt hat der 37-Jährige das Handwerk in der landwirtschaftlichen Schule in Ins und bei einem Bauern in Kirchleerau AG. Besonders viel brachte ihm aber sein Vater bei, der auch schon jahrelang die Migros beliefert hatte. Die beiden führten den Betrieb einige Jahre gemeinsam, ehe der Vater 2013 unerwartet verstarb. Seither hat Stefan Balimann Hilfe von Gastarbeitern, zudem erledigt seine Frau Michelle die Büroarbeiten. Und immer mal wieder packen die zwei Jungs Lars (6) und Nils (3) tatkräftig mit an.

Besonders gerne sitzen sie beim Papa auf dem Traktor. Auch Stefan Balimann liebt das Traktorfahren. Schon als Bub fuhr er damit auf dem Feld. «Und mit anderen Kindern haben wir uns Rennen mit Trettraktoren geliefert», erinnert er sich. Am schönsten für den Gemüsebauern ist indes die Ernte. «Dann sehe ich, was wir erschaffen haben.»

Tipps von Profi Stefan Balimann

1.  In einem durchlüfteten Boden wächst auch der Salat besser. Daher das Beet gut auflockern, ehe man die Pflanzen setzt.

2. Schnecken gehen den Salatköpfen gerne an die Blätter. Darum einen Jutesack in die Nähe des Beets legen, dort ist es feucht, die Schnecken fühlen sich wohl und vergessen vielleicht den Salat daneben. Zusätzlich einen Schneckenschutzring um die Jungpflanzen in die Erde stecken.

3. Ausser bei hochsommerlichen Temperaturen sollte man nicht täglich giessen. Sonst wird der Salat gelb und wächst nicht zu einem schönen, grossen Kopf.

4. Jäten bringts: So kann das Unkraut dem Salat weder Platz noch Licht stehlen.

Kopfsalat – der Klassiker bei der Migros Aare

Am häufigsten kaufen die Leute in den Filialen den grünen Kopfsalat. Beliebt sind aber auch der Eisbergsalat sowie die roten Salattypen. «Das Auge isst mit», sagt Adrian Lehmann, Produktmanager bei der Migros Aare. Neu dazugekommen sind in letzter Zeit der Triosalat aus einer Hydrokultur im Aargau sowie diverse Salate in Bio- oder Demeter-Qualität. Pro Saison von April bis November gehen durchschnittlich 4,2 Millionen Salate (Eichblatt, Eisberg, Batavia und Kopfsalat) in Filialen der Migros Aare über den Ladentisch. In der Hauptsaison kommen die allermeisten Salate aus der Region.