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Oh Tannenschaf

Auf der Tannenbaumplantage der Familie Wälchli weiden Shropshire Schafe. Sie sind Rasenmäher und Düngerlieferanten zugleich. So wachsen die regionalen Weihnachtsbäume ökologisch.

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Mit Futter klappt es immer. Sobald Paul, Pascale oder Noel Wälchli den Kessel mit der Getreidemischung schütteln und den Schafen rufen, eilen diese herbei und lassen sich überallhin locken. «Sie sind sehr verfressen», sagt Paul Wälchli lachend. «Kein Wunder», ergänzt er. «Ihr Leben besteht aus Fressen und Schlafen.» Genau fürs Fressen hat Paul Wälchli vor über 20 Jahren auch die ersten fünf Schafe aus England geholt. Von März bis Oktober weiden die Tiere auf der 12 Hektaren grossen Tannenbaumplantage auf der Wäckerschwend in Oschwand BE, fressen das Gras und fungieren gleich auch noch als Düngerlieferanten. «Das ist sehr ökologisch», sagt Paul Wälchli.

Die Tannenbaumproduzenten müssen das Gras nicht maschinell mähen. Die chemische Unkrautbekämpfung beschränkt sich aufs Minimum, weil es auf der ganzen Plantage eine flächendeckende Grasnarbe hat. Und auch der Düngereinsatz reduziert sich. 


Aufs richtige Futter kommt es an
Die Rasse der Shropshire Schafe stammt ursprünglich aus England. Sie eignen sich gut für die Tannenbaumplantage, weil sie keine Nadelhölzer fressen – sofern die Rahmenbedingungen stimmen. «Wir müssen uns gut um die Schafe kümmern und ihnen das richtige Futter geben, sonst funktioniert es nicht», erklärt Pascale Wälchli. Insbesondere müssen die Tiere genügend Mineralsalze haben, sonst kompensieren sie den Mangel mit dem Verzehr von Nadelbaum-Trieben. Weil der Salzbedarf nicht übers ganze Jahr gleich ist, bieten Wälchlis den Schafen fünf verschiedene Mischungen von Mineralsalzen an. So können die Tiere instinktiv das richtige lecken.
Auch Stress lieben die Schafe nicht, zum Beispiel zu wenig Platz zum Weiden. Und sie müssen regelmässig entwurmt werden. Sonst knabbern sie an den Tannenbäumen, um den Stress abzubauen oder die Würmer zu bekämpfen. Die jährliche Schafschur und eine gute Klauenpflege gehören ebenso dazu, um Krankheiten vorzubeugen.
Die Schafe weiden von März bis Oktober draussen. Den Winter verbringen sie im Stall. Im Januar kommen die ersten Lämmer zur Welt. «So sorgen wir selber dafür, dass wir jedes Jahr genügend Schafe für die Pflege der Plantage haben», sagt Pascale Wälchli. Im Winter sind es jeweils rund 100 Schafe, im Frühling dann über 150. Jedes Mutterschaf bringt pro Jahr ein bis zwei Lämmer zur Welt. Deshalb müssen jeweils auch einige Schafe und Lämmer geschlachtet werden, sonst haben sie zu wenig Platz. «Der Metzger unseres Vertrauens verarbeitet das Fleisch unter anderem zu Trockenfleisch oder Lammrücken», erzählt Paul Wälchli. 

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Jedes Jahr 5'000 bis 6'000 Weihnachtsbäume
Zwischen 5'000 und 6'000 Tannenbäume verkauft die Familie Wälchli jährlich. Die meisten sind Nordmanntannen. «Wir bauen aber auch spezielle Sorten wie zum Beispiel Korktannen oder Nobilis an», sagt Paul Wälchli. Erhältlich sind sie in allen Grössen und Formen von 75 Zentimeter bis 6 Meter. Wer will, kann sich seinen Weihnachtsbaum jeweils bereits ab September auf der Plantage aussuchen und reservieren. Seit Mitte November läuft der Verkauf direkt ab Plantage. Und bei der Migros Aare gibt es Weihnachtsbäume «Aus der Region. Für die Region.» von der Wäckerschwend.

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