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Migros - Ein M besser

Ich lege grossen Wert auf Ehrlichkeit

Ein Gespräch mit SportXX-Leiterin Sandra Fernezir und ihrem ehemaligen Lernenden Sascha Bernasconi, der heute selber Berufsbildner ist.

Interview FernezierBernasconi

Vor vier Jahren hat Sascha Bernasconi seine Lehre bei der Migros Paradies in Allschwil abgeschlossen. Seit letztem Jahr ist er Stellvertretender Leiter des SportXX Claramarkt und - als einer der jüngsten Berufsbildner- für drei Lernende zuständig. An seinem alten Arbeitsplatz trifft er seine ehemalige Chefin, Sandra Fernezir, und blickt mir ihr zusammen auf seine Lehrzeit zurück.                                              

Frau Fernezir, wie war Sascha als Lehrling?
Sandra Fernezir: Seine offene Art und wie er mit der Kundschaft umgegangen ist, hat uns sehr beeindruckt. Er hat von Anfang an perfekt ins Team gepasst. Wir pflegten ein sehr freundschaftliches Verhältnis. Er hat mich immer informiert, wenn auch mal was nicht in Ordnung war in der Schule oder im Privaten. Man konnte immer sehr direkt und ehrlich miteinander kommunizieren.

Im Betrieb scheint alles gut gegangen zu sein. Wie war es in der Schule?
Sascha Bernasconi: Notentechnisch war es meistens gut. Natürlich hatte ich auch mal einen Hänger - wie viele andere auch im zweiten Lehrjahr -, aber ich wurde immer gut unterstützt. Das hat wesentlich dazu beigetragen, dass am Ende alles so gut rausgekommen ist.

Warum haben Sie sich für eine Lehre bei der Migros entschieden?Bernasconi: In der Schule wusste ich schon, dass ich später im Verkauf tätig sein will. Nach meinem Abschluss erhielt ich den Zuschlag für eine Verkaufslehre in einer Bäckerei, die dann aber kurz vor Beginn aufgrund eines Krankheitsfalls wieder annulliert wurde. Danach hatte ich drei mögliche Lehrstellen im Sportbereich zur Auswahl, zwischen denen ich wählen musste.

Und Sie haben sich sofort für die Migros entschieden?
Bernasconi: Genau. Schon während der Schnupperlehre konnte ich mich für vieles begeistern und habe ich gemerkt, dass ich ins Team passe. Ich erhielt in dieser Schnupperzeit auch bereits viel Vertrauen und Verantwortung.

Zuerst wollten Sie in einer Bäckerei arbeiten. Danach hat es Sie zum Sport gezogen. Warum?
Bernasconi: Sport war bei mir immer ein Thema. Von Ski bis Cricket interessiert mich praktisch jede Sportart. Ich habe 16 Jahre lang intensiv Fussball gespielt und hatte Angst, dass das aufgrund der Arbeitszeiten nicht mehr möglich ist. Das Problem besteht in einer Bäckerei nicht. Doch mir wurde gesagt, dass man den Arbeitsplan soweit es geht nach dem Training ausrichten kann und so war die Lehre im Sportverkauf plötzlich wieder attraktiver.

Fernezir: Wir versuchen die Schichten jeweils so zu legen, dass die Mitarbeitenden auch ihrem Sport nachgehen können. Das muss auch möglich sein, schliesslich arbeiten sie ja in der Sportabteilung.

Was haben Sie von Ihrer ehemaligen Chefin mitgenommen für Ihre aktuelle Führungsposition?
Bernasconi: Ich lege grossen Wert auf Ehrlichkeit. Man muss über alles reden können - zumal man die Leute auf der Arbeit öfters und länger sieht als die eigene Familie. Trotz einem kollegialen Umgang habe auch ich aber eine sehr klare Linie. Das und noch viel mehr habe ich von ihr.

Welche Tipps können Sie den aktuellen Lernenden geben?
Bernasconi: Hört nie auf zu Lernen. Das Arbeitsumfeld entwickelt sich ständig und da darf man nicht hinterherhinken. Versucht die Motivation hochzuhalten und lasst euch nicht von der schlechten Laune anderer anstecken. Schlussendlich macht ihr diese Ausbildung für euch und nicht für jemanden anders.

Fernezir: Durchhaltewillen ist auch sehr wichtig und zahlt sich aus, wie man bei ihm gesehen hat. Nach seinem Lehrabschluss war keine Stelle für ihn frei. So hat er übergangsweise für ein halbes Jahr beim Dreispitz an der Kasse gearbeitet, ohne zu wissen wann eine Stelle frei wird. Es hat mich sehr beeindruckt, dass er nicht aufgegeben hat. Viele andere wären schon vorher gegangen.

Sie sind mit 24 Jahren bereits stellvertretender Filialleiter geworden. Wie geht es weiter?
Bernasconi: Diese Frage höre ich oft. Da es bis jetzt so schnell gegangen ist, gehen alle davon aus, dass es in dem Tempo auch weitergeht. Ich bin sehr stolz auf das Erreichte und freue mich auf den nächsten Schritt, der bestimmt irgendwann kommen wird.

Und der wäre?
Bernasconi: Filialleiter und Prüfungsexperte.

Seit 4 Jahren seid ihr nicht mehr im gleichen Team. Habt ihr trotzdem noch Kontakt?
Fernezir: Wir sind immer noch gut vernetzt. Wenn in einer SportXX-Filiale mal ein paar Leute ausfallen, hilft man sich gegenseitig aus. So sehen wir uns immer wieder mal.

Bernasconi: Als ich nach drei Jahren Ausbildung und vielen tollen dadurch entstandenen Freundschaften von hier weg bin, war es mein soweit schwerster und emotionalster Abschied. Umso schöner ist es, wenn ich ab und zu wieder hierher komme.

 

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