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Park im Grünen Ein Paradies für Bibbo und Bibba

Vor zwei Jahren hat sich ein Biber im Park im Grünen in Basel angesiedelt. Inzwischen sind es zwei – und das scheue Nagerduo hinterlässt Spuren, die im Winter besonders gut zu sehen sind.

Biber im Park

Da er nur im Dunkeln aktiv ist und Menschen grundsätzlich lieber aus dem Weg geht, ist der Biber nur selten zu sehen.

Biber im Park

Die Biberspuren finden sich rund um den hinteren See im Park im Grünen.

Biber im Park

Vor zwei Jahren hat Eric Ribstein die ersten angeknabberten Bäume entdeckt.

Biber im Park

Der eher ungewöhnliche Biberbau befindet sich nicht unter der Erde, sondern zur Hälfte auf dem Wasser.

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Eine Jury hat Ende 2017 für die beiden Biber im Park im Grünen aus einer Vielzahl spannender Vorschläge die passenden Namen ausgewählt: Sie heissen jetzt Bibbo und Bibba.

Vor zwei Jahren entdeckten Eric Ribstein und sein Team bei einem Kontrollgang mehrere Biberspuren im Park. «Vor fünf Jahren war schon einmal einen Biber zu Besuch, der aber wieder verschwand. Wir wussten deshalb nicht, ob dieser bleiben wird», erinnert sich der Chefgärtner, der schon seit 30 Jahren im Park im Grünen tätig ist.

Besucherattraktion
Doch dieser Biber ist geblieben, hat sich häuslich eingerichtet und mittlerweile Gesellschaft eines Artgenossen erhalten. Das hat sich herumgesprochen: «Viele Besucher kommen extra wegen der Biber. Sie scheinen beliebt zu sein», sagt Ribstein. Vor mehreren hundert Jahren war der Nager auch beliebt, doch aus völlig anderen Gründen: Wegen seines Fells und Fleischs wurde er gejagt und bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts in Europa grossflächig ausgerottet.

Langsame Rückkehr
In den 50er-Jahren wurden die Nager gezielt wieder angesiedelt, davon 140 in der Schweiz. Jedoch erst 2004 wurden in der Region Basel wieder Biber gesichtet. Inzwischen sind es schweizweit über 3000 und in der Region rund 30 Biber – zwei davon im Park im Grünen. «Wir pflegen den hinteren Teil des Parks auf naturnahe Art. Deswegen fühlen sich die Biber hier so wohl», erzählt Ribstein.

Einfallsreiche Architekten
Astrid Schönenberger, Biberverantwortliche bei Pro Natura Baselland, war überrascht, wie der Biber sich hier einrichtete. «Zum Schutz vor Raubtieren graben Biber den Eingang ihres Baus einen halben Meter unter der Wasseroberfläche in die Böschung. Bei einem betonierten Seebecken ist das allerdings nicht möglich.» Doch die Tiere sind sehr anpassungsfähig. So haben sie den Eingang kurzerhand oberirdisch an den Seebeckenrand gebaut und mit Lehm so verdichtet, dass keine Störenfriede eindringen können. «Ein sehr eindrücklicher und unüblicher Biberbau», sagt Schönenberger.

Kleinere Bäume bevorzugt
Im Sommer ernähren sich Biber von Kräutern und Gräsern, im Winter grösstenteils von Weichhölzern, die sie auch für ihren Bau verwenden. Sie fällen bevorzugt kleinere Bäume, die sie leicht ziehen können. Bei grösseren Bäumen entfernen die Biber zuerst die Äste und zerlegen dann den Stamm in handliche Stücke. Kleinere Bäume und Sträucher gibt es im Park in Ufernähe genügend. «Sie müssen hier für Nahrung und Baumaterial nicht weit schwimmen, weshalb dieses Revier im Vergleich zu anderen Revieren an Flüssen relativ klein ist», weiss Schönenberger.

Fleissige Forstarbeiter
Fünf Bäume und über ein Dutzend Sträucher sind schon gefällt oder angenagt. «Das ist noch in einem überschaubaren Rahmen», sagt Ribstein. «Wenn die Biber Bäume anknabbern, die tabu sind, müssen wir diese durch Drahtgitter schützen.» Besteht die Gefahr, dass ein angeknabberter Baum auf einen Gehweg stürzt, wird er gefällt und zur Seite geräumt, aber nicht entfernt. «Sonst frisst der Biber gleich den nächsten an», weiss Ribstein.

Scheue Parkbewohner
Der Biber wird erst mit der Dämmerung aktiv und ist deshalb selten zu sehen. Obwohl Eric Ribstein fast täglich im Park unterwegs ist, hat er erst ein einziges Mal einen der Biber angetroffen. «Frühmorgens an einem Wochenende sah ich etwas im Wasser treiben und hielt es für einen breiten Ast. Doch als es blitzartig im Wasser verschwand, wusste ich, dass es ein Biber sein musste.»

Refugium für Exoten
Ein Teil des Parks wird sehr naturnah gepflegt, weshalb sich hier immer wieder spezielle Tiere ansiedeln. Auch seltene Eisvögel und Pflanzenarten wie die Wiesenorchidee sind im Park im Grünen zu Hause. «Es ist ein ganz besonderes Lob für unsere Arbeit, wenn sich bei uns nicht nur Menschen, sondern auch seltene Tiere und Pflanzen wohlfühlen», freut sich Ribstein.

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