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Migros - Ein M besser

Gemüse Schmids Sprossen spriessen

Vor 20 Jahren fing Heinz Schmid an, Sprossen zu züchten. Die Migros Basel war sein erster Abnehmer und ist auch heute noch ein treuer Partner.

Sprossen

Sprossen sind gesund und wieder voll im Trend.

Im luzernischen Gelfingen, am Fuss des Lindenbergs mit Blick auf den Baldeggersee, steht der Biohof von Heinz Schmid. Hier betreibt er eine Mutterkuhhaltung, produziert Heidelbeeren – und bestellt eine Halle voller Sprossen. «Angefangen hat alles vor 20 Jahren», erinnert sich Schmid. «Ich las in der ‹Bauernzeitung› einen Artikel über Sprossen, kurz darauf besuchte ich mit meinem Bruder die Luga Messe, wo wir eine Sprossenmaschine ausgestellt sahen. Da haben wir uns gesagt: Das können wir auch selber bauen.» Gesagt, getan. Wenig später schweissten die Brüder in einer kleinen Garage die erste Sprossenmaschine – eine runde, wendbare Tonne mit Luftlöchern – zusammen.

Gewaschen wurden die Sprossen damals noch in der Küche, zwischengelagert im Kühlschrank. Anfangs war sich Schmid nicht sicher, ob damit überhaupt Geld zu verdienen ist. «Doch weil wir zuvor die Schweinemast aufgegeben hatten, verfügten wir über freie Kapazitäten auf dem Hof. Diese haben wir genutzt, um verschiedene Sachen auszuprobieren.»

Sprossen von Heinz Schmid

Heinz Schmid (l.) und Marc Frei verbindet eine 20-jährige Partnerschaft.

Sprossenmaschine

Die erste Sprossenmaschine hat Heinz Schmid selber geschweisst, die neuen wurden nach seinen Plänen gebaut.

Aus der Garage wird eine Sprossenhalle

Die Idee mit den Sprossen zahlte sich aus, als kurz darauf die Migros Basel als erste Migros-Genossenschaft ihr Interesse an den Sprossen bekundete. Schnell war klar: Das kleine Zimmer reicht nicht mehr. Also bauten die Brüder die Garage aus und verwandelten sie in eine Sprossenzucht. Als Partner der ersten Stunde stattet Marc Frei, Fachleiter Agrar bei der Migros Basel, dem Biobetrieb regelmässig einen Besuch ab.

Seit wenigen Jahren ist die Sprossenzucht in der Halle beheimatet, in der früher noch die Schweinemast war. Doch das Innenleben erinnert eher an ein Labor. Desinfektionsschleuse, weisse Wände, mattgelber Industrieboden und Gerätschaft aus glänzendem Chromstahl. Hygiene wird bei Heinz Schmid grossgeschrieben. In fünf Räumen keimen Sprossengemüse in Keimbehältern. Dies geschieht ohne Zusatzstoffe, nur mit Feuchtigkeit, Wärme und Licht, perfekt abgestimmt auf die jeweiligen Bedürfnisse. «Trotz aller Technik ist es noch immer ein Naturprodukt», sagt Schmid.

Neun verschiedene Sprossensorten züchtet Schmid. Die am weitesten verbreitete ist die Mungo­sprosse, früher auch Sojasprosse genannt. Ihre Sprossen zieren so manchen Salat und werden auch in vielen asiatischen Gerichten verwendet. Doch auch die anderen haben ihre Eigenschaften. So bestechen Kirchererbsen- und Linsensprossen durch ihre Knackigkeit, während Radieschen- und Rettichsprossen scharf, Rucolasprossen nussig und Kresse- und Zwiebelsprossen würzig sind. Letztere sind auch etwas fürs Auge. Bei den Zwiebelsprossen bleiben die aufgebrochenen schwarzen Samen hängen und verleihen so dem Grün ein bisschen Kontrast.

Voll im Trend

Inzwischen sind Sprossen gefragter denn je. «Das hat sicher auch damit zu tun, dass sich die Leute vermehrt gesund ernähren wollen», vermutet Schmid. «Denn Sprossen haben eine einzigartige Dichte an Inhaltsstoffen, vor allem Vitamine.» Zudem sind sie vielseitig verwendbar. So kann man sie roh als Snack essen oder Salaten, Saucen, Smoothies und Sandwiches beigeben. «Am besten schmecken sie auf einem Brot mit Frischkäse, da kommt der Eigengeschmack der Sprossen ideal zur Geltung», weiss Marc Frei – als Sprossenkenner, aber auch als langjähriger Partner von Schmids Biohof.
 

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