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Migros - Ein M besser

«Wir haben noch einige Pfeile im Köcher»

Ein Gespräch mit Stefano Patrignani, Geschäftsleiter der Migros Basel, über das vergangene Jahr, Angebotsneuheiten und seine Lieblingsprodukte.

Gespräch mit S. Patrignani

Das Bio-Ficelle gehört zu Stefano Patrignanis Lieblingsprodukten. Am liebsten isst er es zusammen mit dem Sélection Culatello di Parma.

Stefano Patrignani, letzte Woche wurde der Geschäftsbericht veröffentlicht. Sind Sie damit zufrieden?
Unser Umsatz ist bei einer Minusteuerung von 0,6 Prozent um 0,3 Prozent gewachsen. Das scheint auf den ersten Blick nicht viel zu sein, wenn man allerdings die Rahmenbedingungen – namentlich Einkaufstourismus, Onlinehandel und den aggressiven Preiskampf – berücksichtigt, sieht es schon anders aus. Wir hatten ein bisschen weniger Kundschaft, allerdings haben die Kunden quantitativ mehr eingekauft. Das hat dazu geführt, dass wir Marktanteile gewinnen konnten. Also ja, wir können zufrieden sein.

Der durchschnittliche Warenkorb ist gewachsen. Wie erklären Sie sich das?
Die Kundschaft scheint insbesondere mit den Mehrwertsortimenten von Bio-, Alnatura- und «Aus der Region»-Produkten sehr zufrieden zu sein. Wir sind der regionalste Retailer, und die Kundschaft sieht und schätzt das.

Wie hat sich das Marktumfeld in den letzten Jahren verändert?
Wir befinden uns in einem sehr garstigen Marktumfeld. Eine grosse und konstante Schwierigkeit ist der Einkaufstourismus. Dieser hat sich auf einem hohen Niveau gehalten. Doch auch der Strukturwandel vom stationären Handel zum Online-Einkauf prägt vor allem den Nonfood-Bereich.

Wie wirkt die Migros Basel dem entgegen?
Wir sind weiterhin beim Preis-Leistungs-Verhältnis ganz vorne, heben uns aber auch mit Mehrwertsortimenten wie Alnatura, Bio, Frisch & Handgemacht und «Aus der Region.» ab. Wir können diese Sortimente laufend ausbauen. So zählen wir momentan über 500 «Aus der Region»-Produzenten, Tendenz steigend. Doch wir machen auch bei den Fachmärkten vorwärts. Bei SportXX hat sich zum Beispiel die Fokussierung auf Outdoor- und Laufsportartikel als gute Entscheidung erwiesen. Bei Melectronics im Dreispitz ist mit dem «Service Center» vor Kurzem eine kompetente Anlaufstelle für jegliche technische Anliegen entstanden. Und mit dem Abholservice PickMup verknüpfen wir die Online-Welt mit dem stationären Handel. Dazu kommen laufend Investitionen in die Revitalisierung unserer Filialen. Wir waren schon letztes Jahr die Genossenschaft mit dem schweizweit jüngsten und modernsten Filialnetz, das wollen wir auch noch eine Weile bleiben. Auch das Familienrestaurant im Park im Grünen sowie der Fitnesspark Heuwaage und unsere Betriebszentrale konnten im vergangenen Jahr umgebaut werden. Diese Erneuerungen werden wir im laufenden Jahr fortsetzen. So revitalisieren wir die Migros Delémont, ein wichtiger Laden, der schon ein gewisses Alter erreicht hat, und eröffnen am 31. März an der Clarastrasse unser drittes Fitness-Center.

Das Sortiment wird laufend angepasst und erweitert. Haben Sie ein persönliches Lieblingsprodukt?
Oh, da gibt es einige … Ich liebe Charcuterie, insbesondere den Sélection Culatello di Parma. Am besten kombiniert mit einem frischen Bio-Ficelle aus der Hausbäckerei.

Was war im vergangenen Jahr Ihr Highlight?
Die Mitarbeitenden der Migros Basel waren für mich das Highlight des Jahres, denn sie haben den schweren Rahmenbedingungen standgehalten und unsere Strategie vorbildlich umgesetzt.

Wie blicken Sie in die Zukunft?
2016 konnten wir ein gutes Unternehmensergebnis erzielen. Wir können also mit Zuversicht in die Zukunft schauen. Auch in den nächsten Jahren werden wir die eingeschlagene Strategie fortführen.

Auf was freuen Sie sich am meisten?
Ich freue mich grundsätzlich über jede Revitalisierung, denn das ist ein Zeichen an die Kundschaft, dass wir sie schätzen und ihnen ein modernes Einkaufserlebnis bieten wollen. Zudem gibt es im laufenden Jahr ein paar spannende Produktneuheiten. Ich will zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht zu viel verraten, aber wir haben noch einige Pfeile im Köcher.

Vor rund einem Monat wurde die Kochplattform Migusto eingeweiht. Was haben Sie zuletzt gekocht?
Wie kann es anders sein, es war Pasta. Ich habe mich um die Sauce gekümmert. Eine Tomatensauce, nach einem Rezept meiner Mutter: mit Speckwürfeln, Dörrtomaten und viel Parmesan.

 

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