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Migros - Ein M besser

Das Schweizer Sonnenkorn

Seit über 30 Jahren beliefert die Unicorn SA die Migros Basel mit Mais. Dessen Reise vom Feld ins Migros-Regal dauert nur etwa 24 Stunden.

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Seit über zwei Jahren ist Andrea Haas bei der Unicorn SA als Betriebsleiterin tätig.

Was, keine Einhörner?!... Zugegeben, es war vielleicht ein bisschen naiv, bei einem Besuch bei der Unicorn SA auf Einhörner – in welcher Form auch immer – zu hoffen. Trotzdem war ich leicht enttäuscht, als mir Betriebsleiterin Andrea Haas eröffnete, dass sie keine hätten. «Dafür haben wir ganz viel Mais», fügte sie an, und schon war meine Enttäuschung wie weggeblasen. Mais! Wie ich ihn doch als Kind liebte. Vorzugsweise mit Kräuterbutter und Salz. Die Kleider wanderten danach zwar direkt in die Wäsche, und das eine oder andere Maiskorn versteckte sich noch Stunden später hinter einem Zahn, doch das war es mir wert.

Nun stehe ich da, inmitten eines der vielen der Unicorn SA zugehörigen Felder, und bestaune die drei Meter hohen Pflanzen. Auf insgesamt 160 Hektaren, verteilt auf 45 Bauernbetriebe, wächst der Zuckermais in die Höhe. «Im April säen wir zum ersten und Mitte Juni zum letzten Mal. So gibt es den frischen Schweizer Zuckermais bis in den Herbst», erklärt Andrea Haas. Da sie aus einer Zuckermais-Bauernfamilie stammt, weiss sie auch, dass nicht nur Menschen die Kolben mögen: Im Frühstadium etwa können Schnecken ganze Feldteile auffressen, und im Endstadium die Dachse. «Doch seit einigen Jahren ist der Maiszünsler-Schmetterling der grösste Feind der Maispflanzen. Zur Bekämpfung auf biologischer Basis setzen wir zwei- bis dreimal jährlich natürliche Feinde wie Schlupfwespenlarven aus. So können wir auf den Einsatz von chemischen Mitteln verzichten», erklärt Andrea Haas.

Kurze Transportwege
Je nach Witterung, Sorte und Saatzeitpunkt ist der Mais nach 95 bis 120 Tagen erntereif. Dann muss er innert etwa einer Woche geerntet werden. Der frisch gepflückte Maiskolben passiert in der nahe gelegenen Verarbeitungshalle in Fischbach-Göslikon AG die Schneidemaschine und wird vorgerüstet in die beiden Rüstbehälter verteilt. Die flinken Hände der Mitarbeitenden befreien die Maiskolben von Blättern, kontrollieren und verpacken sie. Denn trotz moderner und effizienter Infrastruktur bleibt ein grosser Teil der Arbeit fest in Menschenhand – bis zu 80 Mitarbeitende finden in der Hochsaison beim Zuckermaisproduzenten einen Arbeitsplatz. Dank ihres speditiven Einsatzes und kurzer Transportwege liegen die Maiskolben in der Regel bereits 24 Stunden nach der Ernte in den Regalen der Migros Basel.

Ein ganz spezielles Korn
Vor 91 Jahren wurde die Unicorn SA gegründet. Etwas länger, nämlich seit über 7000 Jahren, wird im heutigen Mexiko das von den Mayas und Azteken als «Korn der Sonne» bezeichnete Getreide gegessen. Kurz nachdem Christoph Kolumbus vor bald 600 Jahren die Pflanze entdeckt und sie in seine Heimat gebracht hatte, wurde sie erstmals in Europa angebaut.

Während heutzutage Mais in Ländern wie Spanien und England zu jeglichen Tages- und Jahreszeiten auf dem Teller landet, ist er in der Schweiz vor allem in den warmen Monaten begehrt. So auch bei Andrea Haas: «Ich mag ihn am liebsten auf dem Grill. Da ist er eine gute Alternative zu Fleisch», sagt sie und fügt an: «Mais eignet sich aber ganz allgemein als Beilage.» Zudem sei das glutenfreie Getreide insbesondere auch für Menschen mit einer Glutenunverträglichkeit ideal.

Zu guter Letzt verrät Andrea Haas auch noch die Geschichte, die sich hinter dem Firmennamen verbirgt: «Firmengründer Kurt Heimberg wusste nicht, dass seine Namenskreation in der englischen Sprache bereits eine Bedeutung hat. Er wollte einfach einen Namen, der etwas über seine Produkte aussagt, also entschied er sich für ‹spezielles, respektive einzigartiges Korn› oder eben ‹Uni-Corn›». Und speziell ist dieses Korn definitiv. Speziell schmackhaft. Vorzugsweise mit Kräuterbutter und Salz.

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