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Migros - Ein M besser

Nach der Jagd ist vor der Jagd

Zeit für Rehfleisch

Wildhüter, Jäger und Metzger: Markus Wechsler ist für die Migros Luzern der Mann für Rehfleisch aus dem Napfgebiet. In seinem Revier laufen die Vorbereitungen für die Pirsch auf Hochtouren.

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Schützen die Jäger den Jungbaum nicht mit einem «Korb», wetzen die Rehböcke ihre Geweihe daran ab.

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Die Jagdtrophäe eines Hirsches und Geweihe von Unfallböcken (verunfallten Tieren) im Jagdhaus Chilchbrig.

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Gesellige Runde nach getaner Arbeit: Zum Znacht gibts Schweinsfilet im Teig – noch kein Wild.

Was hat eine zerbeulte Stossstange mit der Jagd zu tun? Eigentlich nichts. Dasselbe gilt für einige Aufgaben eines Wildhüters. Im Jagdrevier Schötz/Alberswil hat Markus Wechsler dieses Ehrenamt inne. So war er es, der an jenem späten Abend den «Wildunfall» mit einem teuren italienischen Sportwagen unter die Lupe nahm. Doch vom vermeintlich angefahrenen Unfalltier fehlte jede Spur. Bald auch vom Fahrer, als der Wildhüter die Polizei aufbieten wollte – wegen Versicherungsbetrugs. Als Folge eines Wildunfalls getarnt, wäre der Parkschaden nämlich von der Versicherung berappt worden.
Szenen- und Rollenwechsel: Markus Wechsler steht mit einem Heckenschneider in einem Waldstück nahe Schötz und bahnt sich den Weg durch dichtes Dornengebüsch. Gemeinsam mit den übrigen Pächtern des Jagdreviers – insgesamt gibt es 124 Reviere im Kanton Luzern – trimmt er den Wald für die Jagd. Es entstehen Korridore für Jäger und Wild. Doch auch Aufforstungen, der Schutz von Jungbäumen und die Rettung von Rehkitzen gehören zu den Aufgaben der örtlichen Jagdgesellschaft, bevor es im eigentlichen Sinn um die Wurst geht: Zwischen dem 1. Oktober und 15. Dezember machen sich die Weidmänner aus dem Luzerner Hinterland dann für die Migros Luzern auf die Pirsch.

 

«Auf keinen Fall beim Wein sparen»

Rund 60 Rehe vermuten die Jäger aufgrund der frühjährlichen Tierzählung im 18 Hektar grossen Jagdgebiet. 42 davon hat der Kanton dieses Jahr für den Abschuss freigegeben, zur Bestandesregulierung. Zu wenig, um die Migros Luzern mit feinstem Rehfleisch aus der Region (AdR) zu beliefern. Deshalb bezieht Jäger und Metzger Markus Wechsler auch von benachbarten Jagdgesellschaften erlegte Tiere. Erhältlich sind die AdR-Wildspezialitäten aus dem Napfgebiet wie Rehrücken, -entrecôte oder -racks solange Vorrat an den bedienten Fleischtheken der Migros Luzern. Zurück in den Wald: Obwohl Markus Wechsler das Revier Schötz/Alberswil wie seine Westentasche kennt, ist er «manchmal selbst überrascht, wo die Tiere sich überall verstecken». Einzelne Bäume und Büsche genügen ihnen  ft als Unterschlupf. Und genau das ist es, was ihn an seinem zeitaufwendigen Hobby so reizt: In der Natur unterwegs sein und diese beobachten, als Ausgleich zu seinem Berufsalltag in der Nebikoner Wechsler Metzg. «Es geht mir nicht primär ums Jagen», erzählt er weiter, «wenn eine Geiss mich mit einem schönen Jungtier überrascht, lasse ich sie ziehen.» Einem richtig guten Rehpfeffer kann auch er nicht widerstehen. Sein Zubereitungstipp als Profi: «Auf keinen Fall sollte man beim Wein sparen.» Apropos Essen: Bei Einbruch der Dunkelheit zieht sich die gesellige Runde ins Jagdhaus Chilchbrig zurück. Zur Stärkung gibts Schweinsfilet im Teig, Nüdeli und Salat – noch hat an diesem Tag die Jagd ja nicht begonnen. Und ohne ordentliches Weidmannsheil geht bei den Jägern erst recht nichts. Auf ihr Jagdgespür können sie sich indes ganzjährig verlassen. Das weiss auch der «entschwundene» Fahrer des Sportboliden: Er wurde schliesslich doch aufgespürt.

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