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Beliebte Süsskartoffeln

Orange Knolle mit grossem Potenzial

Man kann sie braten, backen, frittieren oder sogar Stocki aus ihr machen: Die Süsskartoffel ist so vielfältig wie fein. Und sie wächst in heimischer Erde – auch dank Tüftlern wie Sebastian Hagenbuch.

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Bei der Ernte helfen neben Freunden und Familie auch Flüchtlinge aus einer sozialen Institution mit. 

Rezept Süsskartoffelpüree

Zutaten für 3 Portionen

  • 50 g Butter
  • 100 ml Milch
  • 1 Prise Muskat
  • 1 Prise Salz und Pfeffer
  • 500 g Süsskartoffeln

Zubereitung

  • Die Süsskartoffeln mit der Schale in einem Topf mit Wasser weichkochen. Schälen und in kleine Stücke schneiden.
  • In einem Topf geben und mit Milch, Butter, Salz, Pfeffer und 1 Prise Muskatnuss aufkochen. Mit einem Kartoffelstampfer die Süsskartoffeln feinstampfen (oder mit dem Stabmixer durchmischen).

Er steht auf einem Feld in Rottenschwil nahe der Luzerner Kantonsgrenze und zieht ovale Knollen aus der Erde: Süsskartoffeln. «Farblich gleichen sie einem orangefarbenen Kürbis, und geschmacklich trifft es der Name nicht schlecht: Die Knolle hat eine dezente Süsse», sagt Sebastian Hagenbuch. Mit der Ernte bringt er zugleich die Früchte seiner wissenschaftlichen Arbeit ein: Bis vor einem Jahr hat sich Hagenbuch intensiv mit dem Süsskartoffelanbau in der Schweiz beschäftigt, diverse Sorten verglichen und Anbauformen untersucht. Dies im Rahmen seines Studiums an der Hochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften (HAFL) in Zollikofen BE. Bemerkenswert: Bereits ein Jahr später liefert der 28-Jährige seine erste Ernte als «Aus der Region»-Produzent an die Migros Luzern. 

 

Geerntet wird von Hand

Angepflanzt wurde auf einer ein Hektar grossen Versuchsfläche auf dem elterlichen Betrieb. Und zwar erst nach den Eisheiligen, denn Kälte schätzt die südamerikanische Pflanze mit den essbaren Speicherwurzeln gar nicht. Nach rund 120-tägiger Vegetationszeit ist es nun so weit: Mit zahlreichen Erntehelfern – mehrheitlich Flüchtlingen, vermittelt von einer sozialen Institution – werden in diesen Tagen rund 20 Tonnen Süsskartoffeln geerntet. «Die Süsskartoffel ist eine spannende Nischenkultur mit stetig steigender Nachfrage», sagt Hagenbuch. Speziell an ihr sei die Vielseitigkeit: «Von süss bis salzig, sie schmeckt als Dessert, Beilage oder als Hauptspeise» und sei darüber hinaus auch farblich sehr interessant – gerade auch für die Spitzengastronomie. Das Windengewächs, das mit dem gewöhnlichen «Härdöpfel» nicht verwandt ist, kann zudem gebraten, gebacken, grilliert oder auch frittiert werden. Er selbst mag die knallorange Knolle «leicht chrüspelig» als Ofengemüse oder als Stocki (siehe Rezept). Effizient ist die Zubereitung der Süsskartoffel in der Küche – dank der grossen Knollen fällt auch das Rüsten leicht.

Arbeitsintensiver ist die Feldarbeit: «Die empfindlichen Knollen werden bei uns von Hand geerntet und nicht maschinell», sagt Hagenbuch. Zudem stecke der Anbau noch in den Kinderschuhen: «Wir sind laufend gefordert und am Optimieren.» So etwa bei der Bewässerung oder Unkrautbekämpfung. Ob er es schafft, bei sich auf dem Betrieb die herkömmliche Kartoffelproduktion sukzessive durch die Süsskartoffel abzulösen, lässt er offen. «Die experimentelle Phase ist noch nicht vorbei», meint Hagenbuch, der ein Faible für die Tüftelei hat.

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