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Rigi Schwing- und Älplerfest 2021

Ein Bergfest in der Tal-Arena

Das Rigi Schwing- und Älplerfest wird am 11. Juli ohne Publikum stattfinden –und erstmals nicht auf der Rigi. Treu geblieben ist jedoch die Migros Luzern als Hauptpartnerin.

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Peter Inderbitzin, OK-Präsident Rigi Schwinget

Die Sportler möchten endlich wieder ihren Sport ausüben. Da wird das Wie und Wo wohl zweitrangig sein.

Peter Inderbitzin, OK-Präsident Rigi Schwinget

Bis zu 90 Schwinger treffen jeweils im Juli am grossen Rigi Schwingund Älplerfest aufeinander. Normalerweise werden sie von bis zu 5000 Zuschauern angefeuert, umrandet von einem grossen Festprogramm. «Das Fest lebt von der Atmosphäre. Dazu gehören neben Schwingern auch die Zuschauer, die Festwirtschaft, die Folklore und natürlich der Alpaufzug», schwärmt OK-Präsident Peter Inderbitzin. Doch dieses Jahr wird alles anders: Wegen der Pandemie wird ganz auf das Publikum verzichtet werden müssen.

Für einmal sollen die Schwinger in der Arena Wintersried in Ibach SZ gegeneinander antreten. Denn hier im Tal findet bereits eine Woche zuvor das Innerschweizer Schwing- und Älplerfest statt, unter gleichen Voraussetzungen und mit der Migros Luzern als Kranzpartnerin. Dass das Rigi-Schwingfest verlegt wird, ruft bei Inderbitzin Wehmut hervor: «Es war ein schwerer Entscheid. Unser Herz ist auf dem Schwingplatz Rigi Staffel.»

Das Schwingen auf der Rigi hat eine lange Tradition: «Urkundlich belegt ist im Jahr 1601 eine Barspende für Laufen, Springen, Steinstossen und Schwingen auf der Rigi», weiss der OK-Präsident. Das Rigi Schwing- und Älplerfest, wie wir es heute kennen, gibt es seit der Gründung des Eidgenössischen Schwingerverbandes 1895. Seither treten hier jährlich die Innerschweizer Talente gegeneinander an. Die Gründe für die Verlegung ins Tal, ein harter Bruch der Tradition, leuchten Inderbitzin ein: «Unser Festgelände ist sehr exponiert. An einem schönen Sonntag im Juli strömen Tausende Touristen auf die Rigi. Um eine Massenansammlung zu verhindern, müssten wir das Areal mit sehr aufwendigen Massnahmen einzäunen», erklärt er.

​​​​​​​Wettkampf ohne Wenn und Aber

Nach den Lockerungen des Bundesrates von Ende Mai können die Wettkämpfe voraussichtlich stattfinden. «Wir haben zwar noch keine Bewilligung dafür, würden uns aber freuen, wenn wir am 11. Juli schwingen könnten», gibt sich der OK-Präsident zuversichtlich. Den Anlass dieses Jahr von vornherein gleich abzusagen, kam für ihn nicht infrage: «An jedem erfolgreichen Schwingfest sind die Schwinger weiterhin die wichtigsten Personen, auch wenn das manchmal fast vergessen geht. Für uns war darum ganz klar, dass wir den Wettkampf ohne Wenn und Aber organisieren wollen.»

Schwingfeste sind traditionell auch Volksfeste, doch was bleibt, wenn nun kein Publikum mehr dabei ist? Fèr den OK-Präsidenten ist klar: «Wir erwarten einen Wettkampf der Schwinger. Es wird sich alles um den Sport drehen. Das wird für uns und auch für die Schwinger ein neues Erlebnis. Die Sportler möchten endlich wieder ihren Sport ausüben. Da wird das Wie und Wo wohl zweitrangig sein.»

Schwingen ohne Zuschauer – geht das?

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Joel Wicki, Entlebucher Spitzenschwinger und Migros-Luzern-Botschafter

Ich habe eine Zweitausbildung als Landwirt EFZ begonnen. Ich besuchte die Berufsschule in Schüpfheim und arbeitete mehrere Tage pro Woche bei meinem Götti auf dem Bauernhof. An den restlichen Tagen der Woche war ich als Baumaschinenmechaniker und Baumaschinenführer tätig. Die Schwingpause konnte ich also nutzen, um mich beruflich weiterzuentwickeln. 

Die vergangenen Monate waren für den Schwingsport allgemein sehr schwierig. Eine ganze Saison ist einfach ausgefallen. Das ist für uns Schwinger und den Sport ein herber Verlust – sportlich und finanziell. Nach dem Schlussgang am Eidgenössischen in Zug stand ich als Erstgekrönter auf dem Höhepunkt der Schwingkarriere. Dann kam der Abbruch. Als Sportler haben wir nur eine begrenzte Zeit, in der wir unseren Sport ausüben können. Eineinhalb Jahre unserer kurzen Karriere sind nun einfach mehr oder weniger ausgefallen. Auch wenn ich mich nicht gross beklagen mag, ist dies schon schmerzlich.

Es war nicht einfach. Mein Trainingsalltag war lange Zeit sehr monoton. Über eine lange Zeit durften wir weder im Fitnesscenter noch im Schwingkeller trainieren. In dieser Zeit absolvierte ich meine Einheiten vor allem zu Hause oder draussen in der Natur. Die Kameradschaft hat mir gefehlt. Im Frühjahr absolvierte ich den Spitzensport-WK in Magglingen BE und konnte da von einer sehr guten Infrastruktur profitieren. Schwingtrainings fanden aber auch dort keine statt. Seit einigen Wochen dürfen wir wieder regulär trainieren, in einer Vierergruppe mit Trainer. Der Körper muss sich wieder an die grosse Belastung gewöhnen. Man muss sich an verschiedene Schwünge wieder herantasten, um Verletzungen möglichst zu vermeiden.

Die Zuschauer gehören zum Schwingen einfach dazu und werden sicher fehlen. Aber ich bin zuversichtlich, dass es bald wieder Schwingfeste mit Publikum geben wird.

Auch der Nachwuchs hat natürlich unter dieser Zwangspause gelitten. Es tut weh, wenn wir talentierte Junge an andere Sportarten verlieren. 

Derzeit ist vieles noch ungewiss. Die Saisonplanung ist coronabedingt sehr erschwert. Von allen Beteiligten wird grosse Flexibilität erwartet. Wie es derzeit aussieht, werde ich auf dem Stoos zum ersten Mal wieder ins Sägemehl steigen. Dann hoffe ich natürlich, dass nach der Absage des Jubiläumsschwingfests 125 Jahre ESV in Appenzell das Kilchberger Schwinget am 25. September stattfinden kann.

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