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Migros - Ein M besser

Die Schwingsaison kann beginnen!

«Es muss schon kribbeln»

Joel Wicki ist Botschafter der Migros Luzern. Im Interview verrät der Spitzenschwinger, wie er sich auf die kommende Saison vorbereitet und weshalb es wichtig ist, auch andere Dinge als Schwingen im Kopf zu haben.

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Joel Wicki

Joel Wicki, 2018 haben Sie an acht Kranzfesten teilgenommen und vier davon gewonnen. Haben Sie sich nach dieser erfolgreichen Saison gut erholt?

Ich habe mich wunderbar erholt! Im letzten Herbst habe ich bewusst pausiert, das hat mir gutgetan. Ich habe etwas «abgeschaltet» und mich meinen anderen Hobbys wie dem Fischen gewidmet. So konnte ich mich für die kommende Saison motivieren. Jetzt bin ich wieder bereit und freue mich auf die Schwingsaison 2019 inklusive des Eidgenössischen in Zug.

 

Am 5. Mai starten Sie am Zuger Kantonalen – erwartet Sie 2019 ein voller Schwingkalender?

Ja, los geht es eigentlich bereits Anfang und Mitte April an zwei regionalen Schwingfesten in Wolhusen und Sursee. Diese «kleinen» Schwingfeste machen mir grosse Freude und geben mir auch einen ersten wichtigen Aufschluss über meine sportliche Form.

 

Nun ist es Ende März, sind Sie bereits fit?

Ja, und ich habe glücklicherweise keine Beschwerden. Im Winter habe ich gut trainiert, im Klub, dort im Schwingkeller in Hasle oder bei meinem Trainer Daniel Hüsler in Willisau im Kraft- und Fitness- bereich. An diversen Schwingkursen und auch im WK in Magglingen habe ich mit Schwingkameraden aus der ganzen Schweiz an meinen Techniken gefeilt.

 

Wo legen Sie zurzeit beim Training den Schwerpunkt?

In der Phase kurz vor dem Saisonstart bin ich insbesondere auf die Schwingtechnik fokussiert.

 

Woraus besteht Ihr tägliches Training?

Ein guter Mix ist wichtig, deshalb trainiere ich abwechselnd Kraft, Ausdauer und Technik. Das Training mit meinen Schwingkameraden und das individuelle Training sind zentral. Insgesamt kommen so fünf bis sechs Trainingseinheiten proWoche zusammen. Wichtig ist aber auch die bewusste Regeneration – sie gehört in jeden guten Trainingsplan.

 

Sind Sie vor einem Wettkampf nervös? Was hilft Ihnen, damit Sie sich fokussieren können?

An den Tagen vor dem Wettkampf helfen mir Gespräche mit Kollegen über andere Themen als das Schwingen. Es ist wichtig, dass man auch einmal völlig andere Gedanken im Kopf hat und sich nicht alles um den Sport dreht. Vor dem Wettkampf gehört für mich ein gesundes Mass an Nervosität dazu. Es muss schon ein wenig kribbeln.

 

Wie fühlt es sich an, gegen einen «König» im Mehl zu stehen?

Ich habe vor jedem Gegner Respekt. Sich kameradschaftlich mit den Schwingern zu messen, gefällt mir. Gegen einen König anzutreten, ist für mich – wie wahrscheinlich für jeden ungekrönten Schwinger – immer ein Highlight.

 

Sie werden als Anwärter für den Königsthron am ESAF in Zug gehandelt.

Es gibt viele Königsanwärter. Meine Ergebnisse der letzten beiden Jahre waren gut, diese Saison beginnt aber alles wieder bei null. Ich versuche wie alle Schwinger mein Bestes zu geben. Das Wichtigste ist und bleibt, am Abend nach den Trainings und von den Wettkämpfen gesund heimzukehren.

 

Alle wollen etwas von Ihnen: die Familie, eine Partnerin, der Sport, die Sponsoren. Wie gehen Sie mit diesem Druck um?

Den grössten Druck macht man sich selber, und das ist letztlich auch gut so. Ich schätze mich glücklich, dass ich eine Familie, Kameraden im Schwingsport und Partner habe. Manchmal kann ich ihre Wünsche erfüllen, manchmal beim besten Willen nicht. Das ist normal und wird in guten Beziehungen auch respektiert.

 

Haben Sie ein Rezept, wie Sie alles unter einen Hut bringen?

Eine solide Wochenplanung ist sehr wichtig. Ich bin froh darüber, dass ich eine sehr starke Unterstützung von meiner Familie und meiner Partnerin, aber auch viel Verständnis von meinem Arbeitgeber und meinem ganzen Umfeld habe. Das ist nicht selbstverständlich. 

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Mit den Bedienelementen und über die Tastatur kann das Karussell manuell bedient werden.

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