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Migros - Ein M besser

Weniger ist mehr

Die Migros Zürich setzt sich seit 2017 tatkräftig dafür ein, Verpackungen von Biogemüse und Früchten zu reduzieren. Dies gelingt schrittweise mittels dünneren Plastikfolien, Banderolen und Aufklebern. 2018 sparte die Zürcher Genossenschaft so 5,74 Tonnen Verpackungsmaterial ein. 

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Gemäss dem Bundesamt für Umwelt verbraucht jeder Schweizer pro Jahr rund 100 Kilogramm Plastik. Dreimal mehr als der europäische Durchschnitt. Ein Drittel der 100 Kilogramm machen Verpackungen aller Art aus. Auch die Migros ist sich der Problematik bewusst. Als grösste Detailhändlerin der Schweiz packt sie mit an und ersetzt – wo es sinnvoll ist – Plastik. Bereits 2017 hat die Migros schweizweit Einsparungsmöglichkeiten beim Verpackungsmaterial im Früchte- und Gemüsesortiment durchleuchtet. Das Ergebnis: nationale Vorgaben zur maximalen Dicke von Schalen, Etiketten und Folien führen zu massiven Einsparungen. Hanna Krayer, Projektleiterin Nachhaltigkeit beim Migros-Genossenschafts-Bund, nennt ein Beispiel: «Indem die Foliendicke des Kartoffelsacks reduziert wurde, kann die Migros jährlich 10 Prozent, also etwa 20 Tonnen Material einsparen». Zudem optimierte die Detailhändlerin die Plastikschalen der Rispen- sowie Cherrytomaten à 500 Gramm im Oktober 2018 und spart dadurch jährlich weitere 15 Prozent und somit rund 11 Tonnen Verpackungsmaterial ein.

Mehr Angebote im Offenverkauf
Neben den Massnahmen auf nationaler Ebe­ne, passiert auch in der Genossenschaft Mi­gros Zürich einiges. Diese nimmt sich die Kundenrückmeldungen zu Herzen und geht bei der Verpackung der Bioprodukte im Früchte-­ und Gemüse­-Sortiment noch einen Schritt weiter: Neben der Reduktion von Verpackungs­materialien gibt es auch etliche Bio­-Produkte bei der Migros Zürich neu im Offenverkauf. Das heisst, der Wirz und die ro­ten Zwiebeln oder auch die Blondorangen, die Kaiser­-Birnen und die Goldkiwi aus biologischem Anbau werden neu offen und nur wenn aus Grün­den der Deklaration erforder­lich mit Stickern versehen angeboten. «Für das Jahr 2019 verfolgen wir das Ziel, die Ver­packung zahlreicher weite­rer Saisonartikel anzupassen», bestätigt Melanie Chaves, Leiterin Marke­ting Früchte und Gemüse bei der Genossen­schaft Migros Zürich. Massgeblich daran be­teiligt ist Markus Gassmann, Product­-Mana­ger für Bio-­Früchte und ­-Gemüse. Er treibt zusammen mit den Bio­-Produzenten die Entwicklungen laufend voran. So konnte im Frühjahr 2018 dank einer neuen Packanlage auf zusätzliche Schalen für die Biokarotten à 500g, den Biokarottenmix oder den gepack­ten Lauch verzichtet werden. «Die Genossenschaft Migros Zürich hat dank der diver­sen Verbesserungen im Jahr 2018 bereits 5,74 Tonnen Verpackungsmaterial im Biofrüchte-­ und Biogemüsesortiment eingespart», rechnet Markus Gassmann vor.

Manchmal hält Verpackung länger frisch
Eine Verpackung hat immer auch die Auf­gabe das Produkt zu schützen und die Halt­barkeit zu verlängern. Erhöht sich durch den Verzicht einer Verpackung die Lebens­mittelverschwendung deutlich, ist es aus ökologischer Sicht sinnvoller, den Artikel verpackt anzubieten. Manchmal macht des­ halb eine dünne Plastikfolie durchaus Sinn: «Eine unverpackte Gurke wird innert Tagesfrist weich. Mit einer 1,5 Gramm leichten Plastikfolie bleibt sie jedoch bis zu einer Woche frisch und knackig.», sagt Melanie Chaves. Da jede Frucht und jedes Gemüse beim Weg­lassen einer Schutzfolie in Bezug auf ihre Haltbarkeit unterschiedlich reagieren und die Ansprüche unterschiedlich sind, greifen generelle Standardlösungen im Früchte­- und Gemüsebereich nicht. Es gilt auch zu bedenken, dass bei ganzheitli­cher ökologischer Betrachtung Plastik nicht immer die schlech­tere Alternative zu Karton ist. Denn es kommt auf die Dicke und Menge des benötigten Ma­terials an. «All diese Überlegun­gen berücksichtigen wir, wenn wir uns für eine Veränderung der Verpackung entscheiden», so Melanie Chaves. Schritt für Schritt setzt die Migros Zürich die neuen Massstäbe um und hat sich zum Ziel gesetzt, in diesem Jahr noch mehr als 5,74 Tonnen an Verpackungsmaterial einzusparen.