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«Von Hudigäggeler bekomme ich Pickel»

Das Duo Lapsus arbeitet für seinen Circus Lapsus Helveticus mit Klischees und zerlegt ­sie gleich wieder in ihre Einzelteile. Im Atelier in Dietikon ­erklären sie, warum sie nicht bloss als Zwischennummer durch die Show in der Maag-Halle führen.

Circus Lapsus Helveticus: Duo Lapsus im Atelier

Der Gesichtsausdruck täuscht: Die Duo-Lapsus-Darsteller Peter Winkler (l.) und Christian Höhener (r.) können wirklich Alphorn spielen.

Es braucht eine gute Mischung zwischen Poesie und Blödsinn.

Christian Höhener (im Duo Lapsus: Bruno)

Duo Lapsus, wie kam es zu Ihrer eigenen Zirkusshow? Wurde es Ihnen als Komiker langweilig?

Christian Höhener: Wir wurden angefragt von der Maag-Halle. Die Grundidee war, mit Schweizer Volksmusik zu arbeiten. Anfänglich fanden wir das heikel, weil man mit solchen Themen schnell mal in die rechte Ecke gestellt wird. Wir haben dann aber stundenlang Volksmusik gehört und gemerkt: Da gibt es eine grosse Vielfalt und auch wirklich berührende Musik. Also wagen wir es. Es geht auch darum, ein Statement zu setzen. Die Volksmusik ist von einer Ecke gepachtet. Das ist nicht fair, weil die Musik an sich politisch neutral ist.

Peter Winkler: Wir reden nicht nur von traditionellem «Hudi­gäggeler», davon kriege ich ­ehrlich gesagt ja auch Pickel. Die junge Volksmusikszene ist ­super. Die Musikerinnen und ­Musiker rund um Mathias Landtwing, die an der Show live spielen werden, arbeiten mit Einflüssen wie Jazz, Elektronik und Klassik. Volksmusik wird leider vielfach auch mit einer politischen Gesinnung verbunden. «Trycheln» beispielsweise steht nicht mehr im musi­kalischen Kontext, sondern ist ­politisch instrumentalisiert.

Höhener: Wir wollten nämlich mit Trycheln die Show beginnen, das hat einen Wahnsinnseffekt.

 

Also haben Sie sich überlegt, das Trycheln zu streichen?

Höhener: Nein, das streichen wir genau aus diesem Grund nicht. Aber unsere Auf­gabe ist es, auch weniger patriotisch denkende Zuschauer zu begeistern.

 

Sie stellen hier ein Programm mit vielen internationalen ­Artisten vor. Hat die Schweiz zu wenig gute Akrobaten?

Höhener: Ja, das ist tatsächlich ein Problem, wie wir rausge­funden haben. Zumindest auf diesem Niveau. Wenn du eine solche Show willst, dann müssen die Artisten der Hammer sein.

Winkler: Zudem müssen die Leute auch gerade verfügbar sein. Und offen genug, ihre Nummer auf unser Programm und unsere Musik zu adaptieren. Es war nicht ganz einfach, solche unkomplizierten Künstler zu finden, die zusammen mit uns etwas entwickeln wollen.

 

Also mehr als aneinander­ge­reihte Acts, in die Ihr als ­Zwischennummer reinplatzt?

Höhener: Ja, definitiv. Es braucht eine gute Mischung zwischen Poesie und Blödsinn. Wir als Duo machen die eher chaotischen Geschichten und geben dann wieder Raum zum Geniessen mit den Artisten und der Musik.

Winkler: Wir wollten aber von Anfang an kein Varieté, kein ­reines «Nümmerliprogramm», machen. Das kennen wir vom Humorfestival Arosa, wo wir die Moderation machen. Wenn wir schon eine eigene Show auf die Beine stellen, soll es ein Herzensprojekt sein, in dem wir mit den grossartigen Musikern und ­Artisten eng ­zusammenarbeiten. Das kannst du zwar fast nicht ­finanzieren, aber eigentlich ­interessiert mich nur das. Da verdiene ich lieber nichts, aber gehe einen Schritt weiter und habe eine hammermässige Show.

 

Wie sieht die Zusammenarbeit mit den Artisten aus?

Winkler: Ein grosses Kulturhaus hätte drei Monate Zeit für so was, wir müssen es in zwei Wochen Proben schaffen, mit einem rich­tig durchgetakteten Programm.

Höhener: Durch die Pandemie hatten wir in den letzten ein­einhalb Jahren viel Zeit, um auf dumme Ideen zu kommen. Etwa auf das Palett-Ballett, bei dem wir alle zusammen mit Paletten tanzen. Die Artisten müssen nicht unbedingt Humor haben, wir binden sie ohne grosse Worte in die Geschichte ein. Aber wir wissen beispielsweise, dass die schwedischen Akrobaten Freude haben, Blödsinn zu machen. Das versuchen wir dann einzubauen.

 

Circus Lapsus Helveticus: Duo Lapsus im Gespräch

Auch nach 25 Jahren Zusammenarbeit hat das Duo Lapsus immer noch neue Ideen.

Wie kommen Sie auf die Gags?

Höhener: Wir probieren aus und kämpfen miteinander um die Gags. Plötzlich haben wir eine gute Idee und Freude daran. Dann machen wir weiter und merken, das ist doch doof. Es ist ein Hin und Her. Mit unseren Alphörnern haben wir gleich vor Livepublikum an einer Gala improvisiert und einfach geschaut, was beim Publikum ankommt.

 

Haben Sie den gleichen Humor?

Höhener: Plus minus. Es gibt schon auch Peter-Gags, wo ich sage, das findet er jetzt lustig und sonst keiner (lacht).

Winkler: Meine Witze sind halt einfach intellektueller, die muss man verstehen.

Höhener: Es ist ja so, Peters Figur Herr Hitzig ist mehr der Manager, Pseudointellektuelle, und meine ist eher einfacher. Arbeiten wir miteinander, schaut jeder ein wenig für seine Figur. Bruno geht ins Clowneske, Herr Hitzig bringt eher feinere Geschichten.

Winkler: … einfach nicht die ­lauten Lacher. Wir haben viele Diskussionen, ob ein Gag nicht zu simpel ist oder umgekehrt, ob man nicht über sechs Ecken denken muss. Ich finde es schön, wenn wir alle im Publikum ansprechen können.

Höhener: Es ist stets ein bewusster Entscheid, in welche Richtung wir gehen. Dann gehen wir beide in diese Richtung. Wenn wir improvisieren, tauschen wir auch die Rollen: Dann spiele ich Hitzig und Peter spielt Bruno.

Winkler: Wir haben keine Rivalitäten, wer die Pointe bringen darf, das ist durch die Rollenverteilung ziemlich klar vorgegeben.

 

Herr Höhener, haben Sie kein Problem, mit Bruno immer den dümmlichen Part zu spielen?

Höhener: Nein, ich weiss ja, dass ich im Hintergrund an den intelligenteren Parts mitschreibe. Das reicht mir.

Winkler: Ich könnte auch eifersüchtig sein, dass ich nicht die Pointen hole. Damit habe ich aber auch kein Problem. Es ist ein gemeinsames Werk

Circus Lapsus Helveticus 2021 Visual

Tickets gewinnen für Circus Lapsus Helveticus

Das erfolgreiche Komikerduo Lapsus feiert sein 25-Jahre-­Jubiläum und schart inter­nationale Topartisten und junge Schweizer Volksmusiker um sich. Im «Circus Lapsus Helve­ticus» wechseln sich Schleuderbrett-, Vertikalseil- und Flying-Pole-Nummern mit Handstandkunststücken auf der Kuhtränke, Skiliftbügelakrobatik und einem Fahnenschwingduell ab. Eine spektakuläre Show, begleitet von bodenständiger Musik.

Das Kulturprozent der Migros Zürich verlost 10 × 2 Tickets für die Show vom Duo Lapsus in der Maag-Halle, für eine frei wählbare Vorstellung zwischen 2. Dezember und 2. Januar.

Teilnahme: Senden Sie bis 26. November eine E-Mail mit Betreff ­«Helveticus», Name und Adresse an: regio@gmz.migros.ch

Infos zur Show: lapsus-helveticus.ch

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