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Migros - Ein M besser

Ein Wille, ein Ziel

Sport ist sein Leben: Felix Frohofer ist erfolgreicher Handbiker und Sportfachverkäufer im SportXX Uster. Trotz Handicap lebt er für seine Passion, die ihn bis an die Paralympics in Rio de Janeiro brachte. Eine Erfolgsgeschichte, die noch lange nicht zu Ende erzählt ist.

Es herrschen 35 Grad, die Luftfeuch­tigkeit ist hoch. Die zwölf besten Handbiker der Kategorie MH4 warten auf den Startschuss für das 60 Kilometer lange Strassenrennen an den Paralympics 2016 in Rio de Janeiro. Unter ihnen ist auch der Schweizer Felix Frohofer. Seit Geburt ist der Zürcher Oberländer querschnittsgelähmt. Über Monate hatte er für seinen grossen Traum trainiert: die Teilnahme an den Para­lympics. Obwohl er die Qualifikation erreicht hatte, ergatterte er keinen der wenigen Start­plätze. Der Traum schien geplatzt. Doch alles kam anders. Wegen der Disqualifikation der russischen Athleten aufgrund eines Doping­skandals rutschte Felix Frohofer in letzter Sekunden auf einen der wieder verfügbaren Startplätze vor. «Ich war überglücklich, als ich erfuhr, dass ich doch an den Paralympics starten durfte», erzählt er heute. 

Mit Wille zum Erfolg
Seine Leidenschaft für den Sport entdeckt der Zürcher früh. Trotz Handicap eifert er schon als Kind seinen Brüdern nach und ist bei allen Aktivitäten mit von der Partie – ganz nach dem Motto «Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg». Kein  anderes Sprichwort passt so gut zum jungen Sporttalent wie die­ses. Seine Zielstrebigkeit ist der rote Faden, der sich durch sein Leben zieht. Nach seiner Ausbildung als Sportfachverkäufer bewirbt er sich auf eine Stelle im SportXX der Migros Zürich und hat Erfolg. «Wir waren sofort von seiner Persönlichkeit und seinen Fach­kenntnissen begeistert», erinnert sich Geremia Mastro nardi, ehemaliger Leiter SportXX Uster, der Frohofer einstellte. 

Zurück in Rio: Das Rennen beginnt. Die Strecke ist sehr flach, nicht das bevorzugte Streckenprofil von Frohofer. Dennoch kann der Handbiker über lange Zeit mit der Welt­spitze mithalten. Die Hoffnung auf einen Spitzenplatz löst sich in einer heiklen Kurve in Luft auf. Das ganze Feld ist beisammen, als Felix Frohofer auf der sandigen Strasse ins Rutschen kommt. «Ich hatte grosse Mühe, das Bike unter Kontrolle zu halten und nicht zu stürzen. Ich verlor deshalb den Anschluss ans Feld.» 

Die Kraft reicht nicht aus, um aufzu­schliessen. Mit einem anderen Fahrer kämpft er um die letzten Plätze. Am Ende entscheiden wenige Zentimeter. Es wird der zwölfte Schlussrang. «Ich bin enttäuscht, dass es wie im Zeitfahrrennen nur für den zwölften Rang gereicht hat», sagt Frohofer.

Besser verlief vor zwei Jahren der Start bei der Migros Zürich. «Das SportXX Team hat mich sofort sehr gut aufgenommen und sich schnell an die neue Situation gewöhnt», blickt Frohofer zurück. Erfreut über diese Entwick­lung ist auch sein damaliger Vorgesetzter Geremia Mastronardi: «Wir hatten noch nie jemanden im Rollstuhl im Team. Es ist eine wahre Bereicherung für alle. Die Reaktionen der Kundschaft sind meist sehr positiv.» 

Den Kontakt mit den Kunden macht Fro­hofer besonders Freude. «Da ich neben Hand­bike weitere Sportarten wie Unihockey und Langlauf ausübe, habe ich selbst viel Erfah­rung.» Bei gewissen Handgriffen braucht er Hilfe von seinen Kollegen. «Doch meistens weiss ich mir selbst zu helfen», betont er stolz.  

Flexible Arbeitgeberin
Damit er auch in Zukunft seine sportlichen Ziele verfolgen kann, wird Frohofer vom SportXX Uster bestmöglich unterstützt. Das behinderungsbedingte 60­Prozent-­Pensum kann der Zürcher nutzen, um einen inten­siven Trainingsplan zusammenzustellen. «Die Migros hat viel Verständnis für meine Sportkarriere. Wenn ich an einen Wett­kampf oder ins Trainingslager muss, kann ich mir die Arbeitszeit sehr frei einteilen.» 

Unterstützung erhält das Sporttalent auch von seinem Umfeld in Russikon. Bei seiner Rückkehr aus Rio organisierte der Turnverein seines Heimatdorfs kurzerhand einen Spezialempfang. «Es waren mehr 
Leute beim Empfang in Russikon als beim Empfang der ganzen Delegation am Flug­hafen. Es war einfach überwältigend.»

Mit dieser Unterstützung blickt Frohofer bereits wieder nach vorne. «Ich trainiere an bis zu sechs Tagen pro Woche, um mein Ziel, die Paralympics 2020 in Tokio, zu erreichen. Ich möchte ganz vorn mitfahren.» 

Damit dies in Erfüllung geht, wird ihn sein Team vom SportXX auch weiterhin  unterstützen. Schliesslich soll bei den nächsten Paralympics die Zentimeter­ Entscheidung zu Gunsten von Felix Fro hofer ausfallen.