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Migros - Ein M besser

Mit Auslauf ins neue Jahr

Mit gutem Beispiel voran: Seit Anfang des Jahres verkauft die Migros Zürich die Schweizer Eier nur noch aus Freilandhaltung. Ein Meilenstein im Sinne des Tierwohls und der Kundinnen und Kunden. 

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Die grosszügigen Aussengehege bieten den Hühner viel Platz für Auslauf.

Mit dem Ausstieg aus dem Verkauf von Eiern aus Bodenhaltung macht die Migros einen ähnlich bedeutenden Schritt wie vor zwanzig Jahren. Damals stieg sie als erste grosse Schweizer Detailhändlerin konsequent aus der Käfighaltung aus. «Was heute als selbstverständlich gilt, war damals eine echte Pionierleistung», sagt Thomas Stoffel, Marketing Milchprodukte und Eier der Migros Zürich. Nun geht die Migros einen weiteren bedeutenden Schritt in Richtung tierfreundlicher Haltung. Bis Ende des Jahres 2020 wird in den Migros-Regalen kein einziges Ei aus Bodenhaltung mehr zu finden sein. Eine solche Sortimentsumstellung ist aber aufwändig und erfolgt wegen ihrer Vielschichtigkeit in Etappen und unter den zehn Migros-Genossenschaften schrittweise. Nach der Migros Luzern und der Migros Genf bietet  nun auch die Genossenschaft Migros Zürich die Schweizer Eier nur noch aus Freilandhaltung an.  

Für mehr Tierwohl
Kaufen Kundinnen und Kunden in der Migros Zürich ein Schweizer Ei, haben sie fortan die Gewissheit, dass dieses aus einer tierfreundlichen Freilandhaltung stammt. Denn sämtliche Hennen, die für die Migros Zürich Eier legen, haben Zugang zu einer Wiese oder Weide. Neben den Ställen mit Wintergarten stehen in der Freilandhaltung jeder Henne mindestens zweieinhalb Quadratmeter Weidefläche zur Verfügung. 

Bei den Kunden beliebt
Im Vordergrund der Umstellung auf Freilandeier stehen das Tierwohl  und die steigende Nachfrage von Konsumenten nach Produkten aus tierfreundlicher Haltung. Von den im Jahr 2018 in der Migros Zürich verkauften Eiern waren rund 30 Prozent Bio Eier und weitere knapp 30 Prozent des Labels «Aus der Region. Für die Region.».

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«Zum Wohl der Tiere»

Experteninterview mit Thomas Stoffel, Leiter Marketing Molkerei der Migros Zürich

Thomas Stoffel, was bedeutet Freilandhaltung?
Die Hühner haben freien Auslauf auf die Weide. Es kann Tage geben, an denen der Auslauf auf die Weide aufgrund widriger Witterungsbedingungen, wie starker Regen, Wind, Schneefall oder wegen sehr tiefen Temperaturen ganz oder teilweise eingeschränkt ist. Damit die Hennen dennoch täglich an der frischen Luft scharren und picken können, steht ihnen ein gedeckter Aussenklimabereich (Wintergarten) zur Verfügung. Im Auslauf hat jede Henne 2,5 Quadratmeter Platz auf der Weide. Die Weide ist mit ausreichend Unterstandsmöglichkeiten wie Bäumen, Sträuchern oder Sonnensegeln versehen. Auf der weitläufigen Auslauffläche können die Hennen nach Gräsern, Insekten und Würmern suchen.

Welche Schritte waren bei der Umstellung nötig? 
So eine Umstellung geht nicht von heute auf morgen, sondern bedarf langer Vorbereitung, die den Produzenten genügend Zeit gibt, ihre Betriebe den Freiland-Vorgaben entsprechend anzupassen. Dabei wurden die Produzenten von den Eier-Plattformen der Migros begleitet und unterstützt.

Wozu die Umstellung? 
Es ist ein Entscheid der Migros, der mutig, aber auch nötig ist. Beim Thema Hühnerhaltung schlüpft sie abermals in die Rolle der Pionierin. Ich kennen neben der Migros und dem Spar keinen grösseren Detailhändler, der freiwillig auf den Verkauf der günstigeren Eier aus Bodenhaltung verzichtet. Bereits vor 20 Jahren haben wir der Käfig haltung den Rücken zugekehrt. Auch damals stand das Tierwohl im Vordergrund, während in Europa für viele Hühner heute noch die Käfighaltung Realität ist.

Freilandeier, bedeutet das auch teurere Eier? 
Nein, im Gegenteil. Wir wollen ein attraktives Preis-Leistungs-Verhältnis anbieten und werden bei den nationalen Freilandeiern wie auch bei den regionalen der Kundschaft sogar entgegenkommen. Mit dem Import- Freilandei von M-Budget, das 2020 in einem letzten Schritt auf Freilandproduktion umgestellt wird, wird die Migros ausserdem weiterhin das günstigste Ei auf dem Schweizer Markt anbieten können. Beides ist möglich, weil die Migros die Mehrkosten selber trägt.