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Versuchung in Rot

Auf dem Betrieb der Familie Lehner in Felben-Wellhausen TG ist die Kirschenernte ein wichtiges Ereignis im Erntejahr. Damit Kundinnen und Kunden der Migros Zürich baumfrische Kirschen geniessen können, liefert die Tobi Seeobst AG diese zweimal täglich in die Verteilzentrale.

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Kirschpflücken ist Handarbeit: Eine Pflückerin oder ein Pflücker legt in der Stunde rund 20 Kilogramm in den "Chratten".

Sie künden die warme Saison an wie kaum ein anderer Baum: Kirschbäume sind bei vielen ein beliebtes Fotomotiv und ein Sujet voller Romantik. Übertroffen wird das prächtige Blütenkleid noch von den Früchten, die sich ab Anfang Juni süss und saftig und in verschiedenen Rottönen an den Bäumen präsentieren. Weshalb Schweizer Kirschen so begehrt sind, hat für Beat Lehner, Gründer und Inhaber von Lehner Obstbau in Felben Wellhausen, mit der Saisonalität zu tun, aber auch mit ihrer unschlagbaren Frische. Weil nur kurze Zeit erhältlich, freuen sich «Chriesi-Fans» umso mehr auf sie – wie auf andere hiesige Klassiker: Spargeln, Erdbeeren oder Aprikosen.

Sie mögen Wärme und Licht
«Wenn Kirschen eines nicht mögen, dann schwere und kalte Böden, die lange nass bleiben.» Kirschbäume seien wärme- und lichtliebende Pflanzen, erklärt Beat Lehner weiter. Als Grundsatz gelte deshalb: «Wo es Reben und Beeren wohl ist, gedeihen auch Kirschen gut.» Im Thurgau finden Kirschen beste Bedingungen, nicht umsonst kommt mittlerweile knapp ein Drittel der Schweizer Beeren und Kirschen aus der Ostschweiz. Auf Lehners zwei Anlagen mit je vier Hektaren wachsen auf sogenannten gedeckten Intensivkulturen jedes Jahr etwa 120 Tonnen Kirschen heran. Diese verbreitete Methode hat für die Kundschaft und für die Produzenten viele Vorteile. Dank Folien und feinen Netzen sind die Kulturen weitgehend vor Hagel und Feuchtigkeit geschützt, aber auch vor ungebetenen Gästen wie Insekten – etwa der gefürchteten Kirschessigfliege – oder Vögel. Gleichzeitig reduziert sich der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln oder aber sie lassen sich viel gezielter anbringen. Und dass die Niederstammkulturen lediglich eine Höhe bis zu fünf Metern erreichen, vereinfacht sowohl die Pflege als auch gerade jetzt die Ernte.

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Hansruedi Gallmann (l.) von der Tobi Seeobst AG und Obstbauer Beat Lehner (r.) arbeiten seit 20 Jahren zusammen.

Um der sommerlichen Hitze zu entgehen, beginnen die Erntehelfer in den frühen Morgenstunden. Bis zu 40 Paar flinke Hände unterstützen Beat Lehner zu Spitzenzeiten. Gleich nach der Ernte kommen die frisch abgelesenen Kirschen unter eine eiskalte Wasserdusche. Dieser Schritt verlangsamt den natürlichen Alterungsprozess, und so bleiben die Früchte länger haltbar. Kirschenpflücken ist eine intensive Arbeit und mit ein Grund, warum die Früchte ihren Preis haben. Wie viele Produzenten verfolgt auch Lehner eine Vielsortenstrategie. Bellise, Georgia, Vanda, Oktavia, Sweetheart und viele weitere klingende Namen haben die gängigen Kirschensorten. Sie sind der Schlüssel einer Strategie, die vom Früh- bis Spätsommer auf eine ununterbrochene Ernteabfolge setzt.

Neue Sorten testen
Schon ist man mittendrin in einem Fachgebiet, das Lehner besonders am Herzen liegt. Seit sich der gelernte Bauer in den Neunzigerjahren in Felben-Wellhausen niedergelassen hat, befasst er sich mit der Veredelung von Obstsorten und betreibt auch eine Baumschule. Lehner arbeitet in einem internationalen Verbund und testet neue Sorten, zusammen mit Obstbauern aus Norwegen, England, Italien, Spanien und der Niederlande. Ein Engagement, das Hansruedi Gallmann von der Tobi Seeobst AG in Bischofszell sehr schätzt: «Als einer unserer innovativsten Produzenten kennt Lehner die gesamte Wertschöpfungskette.» Doch gut Ding will Weile haben: Was Beat Lehner heute pflanzt, wird erst in fünf Jahren Früchte tragen – und Auge und Gaumen der Liebhaber in Versuchung führen.

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Die Kirschen sind bereit für den Transport in die Migros Zürich.