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«Ich möchte das Recht haben, Clown zu sein»

Obwohl er den Zirkus als Kind gemieden hat, tritt Peter Brownbill diesen Winter auf der Bühne von Salto Natale auf. Der deutsche Schauspieler und Comedian will mehr durch Können als mit der Grösse auffallen.

Peter Brownbill in Salto Natale 2021

Peter Brownbill als Conférencier im Zirkus

Ich wurde für die Nibelungen-Festspiele angefragt, für die Rolle eines nicht Kleinwüchsigen.

Peter Brownbill, Schauspieler

Peter Brownbill, wie muss man sich Ihre Rolle im Zirkus­programm von Salto Natale vorstellen?

Ganz ehrlich, so viel weiss ich noch gar nicht. Es gibt kein Skript. Ich bin der rote Faden, der Concierge, der durch die Show führt. Ich habe schon mit Rolf Knie für «Knie – Das Circus Musical» zusammengearbeitet und weiss, dass Rolf auch gerne improvisiert und experimentiert. Es gibt ein grobes Gerüst, aber es wird wohl ziemlich ­intensive Probewochen geben.

Was reizt Sie am Zirkus?

Früher war der Zirkus für mich wie für den Teufel das Weihwasser. Wegen Liliputanern und ­solcher Geschichten – oder den Freakshows, wenn man noch weiter zurückgeht. Als Kind ­hatte ich da eine grosse Abwehrhaltung. Ich hatte Angst, dass mir der Spiegel vor Augen geführt wird, und irgendwie wollte ich da nicht landen. Deshalb war ich ganz überrascht, als ich durch den Berufswechsel zum Schauspieler mit Zirkus in Berührung kam und Freude hatte. Ich habe heute vieles verstanden und nicht mehr das negative Gefühl.

Sie sind also eher spät zum Showbusiness gekommen?

Ja, ich war ein Quereinsteiger und habe mit 40 eine ganz andere Richtung eingeschlagen. Ich hatte früher einen Bürojob und wollte noch mal etwas tun, das ich spannend fand. Als ich mich auf meine Stärken besinnt habe, bin ich immer auf dieses blöde Handicap mit meiner Grösse gekommen. Mir war bewusst, dass ich mit der Schauspielerei einen Teufelspakt eingehe. Hinter manche Sachen habe ich aber ­einen Haken gesetzt. Schön, dass meine Grösse in diesem Job plötzlich positiv angekommen ist. Und ich habe festgestellt, dass Künstler viel offener sind, sie mustern dich nicht von oben bis unten, sind nicht so verkniffen.

Sie haben eine Agentur für kleinwüchsige Schauspieler und setzen sich dafür ein, dass diese anders wahrgenommen werden. Wie genau?

Dass wir nicht nur den lustigen August verkörpern, indem wir durch die Manege laufen, und alle finden das schon lustig. Wir sollen durch unser Können wahrgenommen werden. Ich möchte auch das Recht haben, ein Clown zu sein. Dafür wurde ich auch angefeindet, mit diesem politisch korrekten Denken im Stil von: «Das darf man doch heute nicht mehr machen.» Ich bringe zwar eine körperliche Auffälligkeit mit, aber ich möchte für meine Leistung anerkannt werden. Es darf gerne mit mir gelacht werden – nicht über mich, sondern mit mir.

Wie weit sind wir in dieser ­Beziehung schon gekommen?

Es ist ein langer Prozess und es gibt viel Luft nach oben. Man kann es vergleichen mit der ­Situation von Frauen, die früher beispielsweise nicht zur Polizei oder ins Militär gehen durften. Ich gehe sehr provokant mit meinem Anliegen um und bin mir nicht zu schade anzuecken. Ich will die Leute aus der Re­serve locken. Ich wünsche mir, dass wir vom Schubladendenken weg- und dahin kommen, dass die Dinge nicht so genormt und uniform aussehen müssen. Mein Traum ist es eigentlich, dass meine Agentur keine Existenzgrundlage mehr hat – dass der Mensch im Mittelpunkt steht.

Ihre Rollenangebote sind ­momentan noch oft verknüpft mit Ihrer Grösse. Haben Sie damit ein Problem?

Interessante Frage. Als ich an­gefangen habe, war mir klar, dass ich klischeebehaftete Rollen spielen muss. Ich war nicht wie ein Absolvent einer renommierten Schauspielschule, der sich fragt, ob er in einem Horrorfilm spielen darf und ob das dann nach 50 Jahren ausge­graben wird. Ich habe mir keine Gedanken gemacht, ob etwas karriereschädigend sein könnte. Dieser Ansatz ist sehr befreiend und hat mir auch Spass gemacht. Mit der grossen ZDF-Produk­tion «Schneewittchen und der Zauber der Zwerge» habe ich mir einen Traum erfüllt, wenn auch «nur» als Zwerg. In Bezug auf die Rollen ändert sich aber ­momentan auch viel. Gerade Werbung ist heute viel diverser. Oder nehmen wir Peter Dinklage, der mehrfach ausgezeichnete kleinwüchsige Schauspieler, der momentan in der Heldenrolle des Cyrano zu sehen ist, die in der früheren Verfilmung von Gérard Depardieu gespielt worden ist. Ich selbst wurde Anfang Jahr für die bekannten Nibelungen-Festspiele angefragt, für die ­Rolle von Friedrich dem Weisen, der nicht kleinwüchsig war. Ich habe die Rolle an eine Frau verloren, was an sich grossartig ist. Es ging nicht darum, «den Zwerg nicht zu nehmen». Aber ich weiss auch, es wäre schwierig zu fordern, dass ich beispielsweise Romeo spiele.

Was wäre Ihre Traumrolle?

Ich will mal einen Bösewicht in einem Bond-Film spielen. Also einer, der die Weltherrschaft an sich reissen will. Dann kann ich abdanken.

Salto Natale Show Maskerade 2021

Ticketverlosung

Die Migros Zürich verlost 5 × 2 Tickets für die Gala-­Premiere am Mittwoch, 1. Dezember, um 20 Uhr in Kloten.

Teilnahme: E-Mail mit Betreff «Maskerade», Name und ­Adresse bis 21. November an regio@gmz.migros.ch

Im Cumulus-Ticketshop ­finden Sie zudem folgende Vorstellungen mit Cumulus-Rabatt:

  • Samstag, 27. 11., 15 Uhr
  • Donnerstag, 2. 12., 20 Uhr
  • Sonntag, 12. 12., 14 Uhr

cumulus-ticketshop.ch

«Maskerade» im Salto Natale

Der Winterzirkus Salto Natale lädt vom 26. November bis 31. Dezember in seine Zeltstadt ein. Das 19. Programm «Maskerade» hält viele Überraschungen bereit. Die Gäste dürfen sich auf ein Programm freuen, das atemberaubende Akrobatik, viel Witz und Charme mit stimmungsvoller Livemusik vereint. Artisten aus aller Welt entführen das ­Publikum in die Zirkuswelt, in der es viel zu lachen, staunen und träumen gibt. Die Migros Zürich unterstützt Salto Natale seit Jahren, und die Catering Services sorgen vor Ort während der ganzen Spielzeit für das kulinarische Wohl. Neben einem Sonntagsbrunch für die ganze ­Familie warten sie mit grosszügigen Angeboten für grössere und kleinere Gruppen auf, zum Beispiel Apéro oder Dreigangmenü. Ein unvergess­liches Zirkuserlebnis, das man nicht verpassen sollte.