Navigation

Migros - Ein M besser

Nachhaltig sein:

Wir reden nicht nur drüber, wir machen es. Mehr erfahren!

Wer hat die schönste Wiese im Land?

An den Wiesenmeisterschaften werden Trockenwiesen aus der Region bewertet. Der Gewinn geht dabei an die Natur: Durch den Wettbewerb wird die Biodiversität in der Landwirtschaft gefördert.

artikelbild-wiese

Die Blumen sind bunte Punkte in der artenreichen Wiesenlandschaft.

An drei Tagen im Jahr 2020 macht sich die Jury der Wiesenmeisterschaft auf den Weg, mehrere Magerwiesen im Zürcher Oberland zu begutachten. Diese sind von Botanikern in ­einem ersten Durchgang als ­besonders wertvoll beurteilt worden. Der Wettbewerb wird dieses Jahr zum dritten und letzten Mal im Kanton Zürich durchgeführt und auch von der Migros ­Zürich finanziell unterstützt. Ziel ist es, die Artenvielfalt auf naturbelassenen Wiesen zu schützen und zu fördern. Aus­gezeichnet werden dabei ästhetisch schöne und artenreiche Wiesen.

 

Das Vorzeigeobjekt in Agasul

Die erste Wiese, die am ersten Tag beurteilt wird, gehört Balz Schatzmann vom Schömlet-Hof in Agasul. Seine Naturwiese ist weithin bekannt. Der Landwirt hegt und pflegt sie bereits seit über 30 Jahren. Die Fläche ist mit 750 Aren enorm gross und wird von unendlich vielen Pflanzen und Insekten bewohnt. Die Jury stösst auf Küchenschellen und wilde Orchideen wie Bienen-­Ragwurz, Spitzorchis und Purpur-Knabenkraut, die in dieser Region fast ausgestorben sind. Dass eine so grosse Fläche nicht von mehreren Gehwegen durchkreuzt wird, ist ein weiterer grosser Vorteil für die Tiere und Pflanzen. So kann sich alles in Ruhe vermehren.

 

Biodiversität in Bäretswil

Gerhard Fischer aus Bäretswil präsentiert die zweite Wiese. Auf seinem Biohof wird viel Wert auf Biodiversität gelegt. Die zu begutachtende Wiese liegt an einem Hang und eignet sich damit nicht für die inten­sive Landwirtschaft.

Auf seiner Wiese findet die Jury unter anderem Thymianwürger, die Aufrechte Trespe und viele Witwenblumen, aber auch Dutzende Heugümper oder Schmetterlinge wie den Schwalbenschwanz und den Schachbrettfalter. Das kleine Biotop am Rand der Wiese ist ein weiteres Highlight. Die teilnehmenden Landwirte sind bei der Begehung der Jury stets dabei und geben breitwillig Auskunft. Man merkt ihnen den Stolz und den Idealismus für eine naturverträgliche Landwirtschaft richtig an.

 

artikelbild-jury

Die Jury begutachtet im Rahmen der Wiesenmeisterschaften eine Wiese im Zürcher Oberland.

 

wiesenmesiterschaften roman von surey

Roman von Sury, Projektleiter Wiesen­meisterschaften 2018–2020

Nachgefragt

Herr von Sury, wie viele Wiesen wurden dieses Jahr für den Wettbewerb angemeldet?

Die Landwirte haben insgesamt 103 Wiesen angemeldet, das hat uns sehr gefreut. ­Neben ­artenreichen Mager- und Fett­wiesen zeichnen wir auch Feucht- und neu ­angesäte Wiesen aus.

Welche Kriterien sind bei der Beurteilung wichtig?

Wir legen Wert auf arten­reiche und ästhetisch an­sprechende Wiesen. Ein ­spezielles Engagement von Landwirten, die ­Nutzung von Hecken, Säumen und natür­lichen Unterschlüpfen sind uns ebenso wichtig wie klas­sische ­Anforderung an die Teilnehmenden: die Fläche in Etappen zu mähen und dafür das richtige Gerät zu ver­wenden. Weiter zeichnen wir ­Zürcher Spezialitäten aus, also Pflanzen, die vor allem in der Region vorkommen.

Über welche Pflanze haben Sie sich auf den Begehungen am meisten gefreut?

Auf einer Feuchtwiese habe ich die Sumpf-Stendelwurz entdeckt, eine wunderschöne, weiss-violett blühende Wild­orchidee. Diese Pflanze gefällt mir ausserordentlich gut und begleitet mich schon seit 30 Jahren – als ich an­gefangen habe, mich mit der Biodiversität auf Wiesen
zu beschäftigen.