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«Die Begegnung mit Tieren löst etwas aus»

Wie soll sich der Zoo Zürich bis 2050 entwickeln? Zoodirektor Severin Dressen über die Herausforderungen und die Aufgaben eines modernen Zoos.

Visualisierung Pantanal Voliere im Zoo Zürich

Die nächste Grossanlage des Zoo Zürich: Für 2025 ist die Eröffnung der Pantanal-Voliere geplant.

Severin Dressen, Zoodirektor Zürich

Zoodirektor Severin Dressen

Severin Dressen, Sie sind seit 1. Juli 2020 Direktor des Zoo Zürich. Sind Sie im Job und in der Stadt angekommen?

Ja, absolut. Meine Familie und ich fühlen uns in Zürich sehr wohl. Zu Beginn war es wegen der Pandemie etwas schwierig, die Stadt zu entdecken, dafür haben wir viele ländliche Gebiete kennengelernt. Was den Job betrifft, habe ich das Gefühl, dass ich schon viel länger dabei bin. Ich bin jedoch immer noch sehr beeindruckt von der Offenheit des Zoos gegenüber mir – nach so vielen Jahren unter der gleichen Leitung.

Der Zoo Zürich hat kürzlich seinen Entwicklungsplan 2050 präsentiert. Darin zeigt er seine Vision für die nächsten 30 Jahre auf. Was ist der Kern Ihres Plans?

Die augenscheinlichsten Elemente sind die geplanten Bauprojekte. Bis 2050 soll der Zoo Zürich elf grossräumige Lebensräume umfassen. Damit wollen wir neue Massstäbe setzen, was die Tierhaltung und das Erlebnis für die Gäste betrifft. Ferner konzentrieren wir unsere Tätigkeiten auf die vier Schwerpunkte Naturschutz, Artenschutz, Bildung und Forschung.

Die teils riesigen Anlagen sollen alle auf der bestehenden Fläche umgesetzt werden. Wie soll das gehen?

Es ist korrekt, der Zoo vergrössert sich flächenmässig nicht. Heute verfügen wir über Dutzende Kleinanlagen. Daraus sollen einst elf grosse Anlagen entstehen, wo verschiedene Tiere miteinander in einer spezifischen Umgebung leben. Einen Schwerpunkt legen wir auf die Dreidimensionalität. Mit den Volieren erschliessen wir die Höhe, mit der Wasserwelt die Tiefe. Vögel können künftig in Schwärmen fliegen, Affen bis in höchste Baumwipfel klettern.

Ihrer Meinung nach erfordern Probleme wie der Verlust an Biodiversität und die Zerstörung der Umwelt eine grundlegende Wende. Kann ein Zoo etwas dazu beitragen?

Ja, unbedingt! In sehe uns sogar in der Pflicht, hier einen wichtigen Beitrag zu leisten. In Zusammenarbeit mit anderen Zoos weltweit können wir auf verschiedenen Ebenen etwas beisteuern.Sei es mit internationalen Naturschutzprojekten, im Bereich Artenschutz, mit Bildungsprogrammen oder in der Forschung. Andere Institutionen können zwar einzelne dieser Bereiche auch abdecken. Aber nur ein Zoo kann alle diese vier Aspekte miteinander kombinieren.

Entwicklungsplan Zoo Zürich 2050

Die Bauprojekte des Entwicklungsplans 2050: Die Projekte in roter Schrift befinden sich in konkreter Planung, die anderen in der erweiterten Konzeptionsphase.

Der Zoo Zürich möchte künftig bedrohte Tierarten priorisieren. Was bedeutet das konkret?

Das heisst, dass wir verstärkt jene Tiere aufnehmen, die vom Aussterben bedroht sind. Leider ist das bereits heute für viele unserer Tierarten im Zoo der Fall, wir wollen hier aber nochmals einen Schritt weitergehen. In Europa sind wir sehr gut vernetzt, im Europäischen Zooverband beteiligen wir uns an Erhaltungszuchtprogrammen. Auf bestimmte Tierarten spezialisierte Kuratoren koordinieren dabei den Tierbestand für alle Zoos übergreifend.

Was ist Ihre Prognose für die Artenvielfalt in 30 Jahren?

Es kommt sehr darauf an, ob man Optimist oder Pessimist ist. Als Optimist hofft man, dass wir immer mehr begreifen, wie kostbar Flora und Fauna um uns herum sind, und dass es uns gelingt, diese wirkungsvoll zu schützen. Als Pessimist muss man wohl davon ausgehen, dass immer mehr Tierarten einst nur noch im Zoo betrachtet werden können. Ich persönlich glaube daran, dass wir es hinkriegen, auch künftig einen natürlichen Lebensraum für die Tiere zu erhalten.

Zu diesem Gelingen wollen Sie auch mit Bildungs- und Forschungsprogrammen beitragen.

Genau. Der Zoo Zürich leistet hinter den Kulissen bereits tolle Arbeit in diesen Bereichen. Als Beispiel: Wir züchten und erforschen in einer Zuchtstation im Hintergrund seltene, hochbedrohte Frösche aus Südamerika – aber kaum jemand weiss davon. Nun geht es darum, die Problematik und unsere Arbeit den Leuten besser zugänglich zu machen.

Was braucht es, um die heutige Zoobesucherin und den Zoobesucher abzuholen?

Man muss ihnen die Gelegenheit bieten, mit der Umgebung der Tiere eins zu werden. Es berührt die Menschen, wenn sie im gleichen Raum wie die Tiere sind. Nehmen wir den Masoala-Regenwald als Beispiel: Hier fühlt und riecht man die hohe Luftfeuchtigkeit, hört die Tiere, sucht aktiv nach ihnen und sieht sie umherspringen. Von Tieren umgeben zu sein, sich mit ihnen auf Augenhöhe zu befinden – das löst in den Leuten etwas aus.

Wir schauen ins Jahr 2050: Welchen Herausforderungen muss sich der Zoo in 30 Jahren stellen?

Ein Zoo ist nie fertig, er muss sich kontinuierlich weiterentwickeln. Was heute funktioniert, kann in 20 Jahren schon wieder überholt sein. Das wird auch in 30 Jahren der Fall sein. Besonders die Bautätigkeit müssen wir aber langfristig betrachten. Deshalb beginnen wir bereits jetzt mit dem neuen Entwicklungsplan. Um eine Grossanlage umzusetzen, benötigen wir rund zehn Jahre. Nicht zuletzt wegen dieser langfristigen Planung sind wir zutiefst dankbar für die fruchtbaren und langjährigen Partnerschaften mit Sponsoren wie der Migros. 

20 Prozent günstiger in den Zoo Zürich

Die Migros Zürich ist langjährige Hauptpartnerin des Zoo Zürich. Dank des Engagements gibt es vom 1. bis 30. November 20 Prozent Rabatt auf alle Eintritte, die online gekauft werden. Die Tickets sind ab Montag, 1. November auf zoo.ch/migros erhältlich und gelten ein Jahr ab Kaufdatum. Das Passwort lautet «FLAMINGO».