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13.10.2017 - Regionale Medienmitteilungen - Migros Aare Die Klubschule Solothurn wird zum Hotspot für zeitgenössische Kunst

Schönbühl - Das Kulturprozent der Migros Aare verstärkt sein Engagement in der Kunstförderung. In der Klubschule Solothurn werden ab dem 14. Oktober die neu angekauften Kunstwerke des Jahres 2017 der Kunstsammlung der Genossenschaft Migros Aare gezeigt.

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Seit 2016 wird die Kunst­sammlung der Genossenschaft Migros Aare  gezielt durch Neuankäufe von Kunstwerken von regional bedeutenden Künstlerinnen und Künstlern erweitert. Ein erster Schwerpunkt beim Ankauf  bildete die Welle7 in Bern, nun wurde auch für die Klubschule Solothurn zeitgenössische regionale Kunst gekauft.

Spannendes Spektrum
In der Klubschule Solothurn sind ab kommenden Samstag, 14. Oktober, die neuesten angekauften Werke der Kunst­sammlung der Migros Aare zu sehen. Die ent­sprechende Auswahl der Neuankäufe wurde durch die Kunstkommission der Migros Aare getroffen. Vertreten sind insgesamt acht zeitgenössische regionale Künstlerinnen und Künstler aus dem Wirtschaftsgebiet der Migros Aare (Bern, Solothurn und Aargau). Ausserdem werden weitere Werke aus den Beständen der Sammlung gezeigt.

Dies sind die Kunstschaffenden, welche die Klubschule Solothurn auch zu einem Hotspot zeitge­nössischer Kunst machen:

  • Henry Althaus (geboren 1970, lebt und arbeitet in Zollikofen bei Bern)
  • Verena Baumann (geboren 1964, lebt und arbeitet in Biberist und Paris)
  • Dimitra Charamandas (geboren 1988, lebt und arbeitet in Solothurn, Bern und Amsterdam)
  • Thomas Kneubühler (geboren 1963 in Solothurn, lebt und arbeitet in Quebec, Kanada)
  • Jean Mauboulès (geboren 1943, lebt und arbeitet in Bellach (SO))
  • Rolf Neeser (geboren 1959, lebt und arbeitet in Biel)
  • Pat Noser (geboren 1960, lebt und arbeitet in Biel)
  • Thomas Woodtli (geboren 1956, lebt und arbeitet in Oberwil (BL) und Kleinlützel (SO))

Kurzinfos zu den Kunstwerken:
​Unterwegs in den lokalen Kneipen und Bars der Stadt Bern porträtiert Henry Althaus die verschiedenen Gäste in seinem Skizzenbuch. Die Skizzen dienen als Grundlage für seine Gemälde, welche mit expressiver Ölfarbe (oil sticks) entstehen, die er eher grob mit Finger und Pinsel aufträgt. So ist eine umfangreiche Serie an Skizzen und Gemälden in und um die Café-Bar »Parterre« in der vorderen Länggasse in Bern entstanden, vier Bilder davon sind nun in der Klubschule Solothurn zu bestaunen. Seine comichaften Darstellungen zeichnen sich aus durch eine überspitzte Bildsprache, leicht übertriebene oder verzerrte Charaktere.

Die 11 angekauften Fotografien Paris Bird von Verena Baumann sind in Paris und Umgebung sowie in Solothurn entstanden. Die farbige Leuchtkraft der Fotografien wird mit der Präsentation auf Glas wirkungsvoll unterstützt. Die Sujets verfliessen durch die Spiegelungen der Scheiben in eine geheimnisvolle Bildwelt, die den Betrachter staunen und rätseln lässt, was das eigentlich Abgebildete ist. Die vagen und weichen Motive werden zusätzlich verfremdet, indem die Farben digital nachbearbeitet sind, somit kräftiger erscheinen, was die Dramatik der Bilder nochmals steigert.

Die Solothurner Künstlerin Dimitra Charamandas bewegt sich in ihrer Bildwelt im Spannungsfeld zwischen Gegenständlichkeit und Abstraktion. Dabei beschäftigt sie das Verborgene, das Ungesagte, die offen gelassene Stelle. Für ihre teilweise sehr grossformatigen Öl-Malereien recherchiert sie meist unterwegs, schreibend und zeichnend, sie fotografiert und filmt. Ihre Arbeiten entwickelt sie an der Schnittstelle dieser Medien und in der Wechselwirkung von Text und Bild. 

Die beiden angekauften Fotografien von Thomas Kneubühler Twilight und Water Line sind Teil des Projektes Days in Night, eine Arbeit zum Leben in der Polarnacht. Sie entstand im Rahmen des Canadian Forces Artists Program auf CFS Alert, einer Militär- und Forschungsstation in der Arktis.

Twilight zeigt eine Landepiste in Richtung Arktischer Ozean des Flughafens auf CFS Alert mit seinem Packeis. In Water Line sehen wir die Lebensader für die Siedlung, eine Wasserleitung, die mit einem komplexen Pumpwerk selbst bei -45°C Trinkwasser für die Bewohner liefert. 

Seit 1985 arbeitet Rolf Neeser aus Biel als freischaffender Fotograf mit Schwerpunkt in den Bereichen Natur und Menschen. Mit einem geschärften Blick für spannende und aktuelle Themen ermöglicht uns Neeser einen Einblick in das nicht Alltägliche. Die sechs angekauften Fotografien sind Teil der Serie Traum Tänzerin. Neeser portraitiert die über 70 Jahre alte Tänzerin Tzvetanka. Neeser begleitete die Ballerina und ihren Mann in den Städten Basel, Bern, Biel, Zürich und Genf.

Die beiden Glascollagen N° 4 und N° 35 von Jean Mauboulès setzen sich aus simplen geometrischen Formen zusammen, die zugeschnittenen Gläser sind auf den Untergrund geklebt und von einem Stahlrahmen gefasst. Das verwendete Industrieglas schimmert leicht grün und verdichtet sich in der Überlagerung. Die Gegensätzlichkeit der beiden Materialien Glas und Stahl bekräftigt sich durch die schlichte und durchscheinende Gestaltung.

Für das Gemälde Migros grün beschaffte sich Pat Noser in der Migros von nebenan verschiedene Produkte – alle in Grün – und arrangierte diese zufällig und zugleich kunstvoll in einem Einkaufswagen: Überdimensionierte grüne Petflaschen, riesengrosse Eierschachteln, Waschmittel, Shampoo oder frisches grünes Gemüse. Migros grün ist Teil einer Serie, in der sich Noser der Konsumgüter als Sujet für Stillleben bedient. Sie bricht in dieser Serie mit der klassischen Tradition des Stilllebens, durch ein Arrangement mit zeitgenössischen Konsumgütern, den monumentalen Formaten und den monochromen Farbspielen und zeigt uns eine neue Form des Stilllebens – im Kult des 21. Jahrhunderts. 

In den beiden Werken Schmutzige Gläser fotografierte Thomas Woodtli die Spiegelung von Bäumen in Scheiben. Woodtli druckt seine Motive mit einem UV-Drucker auf die Rückseite von monumentalen Glasplatten und schafft so eine Art digitale Hinterglasmalerei. Die Bildwelten Woodtlis zeigen verspielt und vielschichtig eine Vielzahl von Erscheinungen: Fotografie, Spiegelung, Subjekt und Objekt verdichten sich zu einem vielschichtigen Gebilde.  

Werke aus den Beständen der Sammlung
Die Collage A bis Z von Roland Werro (geboren 1924) besteht aus 3 x 3 cm grossen, aufgeklebten Zettelchen, die nur lose auf den Untergrund geklebt werden. Die Zettel aus Aquarellpapier werden nach der Bemalung mit Wasserfarbe genässt und dann wieder getrocknet. Dadurch entsteht eine leichte Krümmung des Papiers, die dem Werk einen dreidimensionalen Charakter verleiht. Für das Werk A bis Z wurden 2088 solcher 3 x 3 cm grossen Zettel nebeneinander und übereinander gereiht, so entsteht ein faszinierendes Licht- und Schattenspiel.

Die plastische Arbeit aus geschmiedetem Eisen von Oscar Wiggli (geboren 1927, gestorben 2016) mit ihren gewölbten Oberflächen weckt Assoziationen an organische Körperlichkeit, namentlich an den weiblichen Körper, ohne ihn je direkt abzubilden. Die Beschränkung auf wenige, spannungsvoll miteinander in Dialog tretende Bestandteile ist ein wichtiges Merkmal von Wigglis Arbeiten, der für seine Eisenwerke eine persönliche Schmiedetechnik mit speziellen, von ihm selbst angefertigten Werkzeugen entwickelte. 

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Hintergrund-Informationen

Zur Kunstsammlung der Migros Aare
Dank dem Kulturprozent der Migros Aare ist über viele Jahre hinweg junge Kunst mit einem Bezug zu den Kantonen Aargau, Bern und Solothurn gefördert worden. Auf diese Weise sind Werke bedeutender Künstlerinnen und Künstler des 20. und 21. Jahrhunderts in einer Sammlung zusammengekommen: Malerei, Grafik und Fotografie von regionalen Kunstschaffenden wie Meret Oppenheim, Rolf Iseli, M.S. Bastian & Isabelle L., Olivia Notaro, Marianne Engel, Martin Ziegelmüller, Balthasar Burkhard oder Franz Gertsch.

Nach Phasen des strukturierten Ankaufs von neuen Kunstobjekten wurden in den letzten Jahren aber nur noch sporadisch Kunstwerke angekauft. Seit 2016 erweitert die Migros Aare ihre Kunstsammlung nun wieder gezielt.

Angekauft werden Werkarten, die in der bestehenden Kunstsammlung der Migros Aare bereits vertreten sind: Druckgrafiken, Zeichnungen, Gemälde, Fotografien, Skulpturen, Kunst am Bau sowie Werke der Medienkunst.

Die Migros Aare berücksichtigt dabei Künstlerinnen und Künstler, die in deren Wirt­schafts­gebiet (Kantone Aargau, Bern und Solothurn) tätig sind, der regionalen Kunst­szene angehören oder deren Kunstwerk einen Bezug zur Region aufweist.  Angekauft werden die Kunstwerke nach Möglichkeit gezielt für ausgewählte Standorte.

Über die Ankäufe entscheidet eine Kunstkommission. Diese setzt sich aus Fachpersonen aus Kunst und Kultur sowie Mitarbeitenden der Migros Aare, inklusive der Geschäftsleitung zusammen. Sie verfügt über ein Budget von 200‘000 Franken pro Jahr.

Für die Pflege und Erweiterung der Kunstsammlung der Migros Aare ist die Berner Kunsthistorikerin Eva Bigler verantwortlich.

Zum Migros Kulturprozent
Das Migros-Kulturprozent ist ein freiwilliges Engagement der Migros in den Bereichen Kultur, Gesellschaft, Bildung, Freizeit und Wirtschaft. Mit seinen Institutionen, Projekten und Aktivitäten ermöglicht es einer breiten Bevölkerung Zugang zu kulturellen und sozialen Leistungen. Bei der Migros Aare sind das jährlich rund 16 Millionen Franken.
www.migros-aare.ch/kulturprozent