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Migros - Ein M besser

Sonnenblumen statt Soja für Legehennen - 17.09.2015 Sonnenblumen statt Soja für Legehennen

Ab sofort verkauft die Migros Ostschweiz Bio-Eier von Legehennen, die ohne Soja gefüttert werden. Ziel dieses Pilotprojektes ist es, soziale und ökologische Risiken des Sojaanbaus in den Herkunftsländern zu minimieren.

Die Migros Ostschweiz beschreitet gemeinsam mit der Lüchinger+Schmid AG, der Alb. Lehmann Biofutter AG aus Arnegg (SG) und verschiedenen Eierproduzenten, wie etwa dem Martyhof in Kirchberg (SG), neue Wege: Sonnenblumenkuchen ersetzen das gängige Soja als Eiweisskomponente im Futter von Legehennen. Eine ausreichende Eiweissversorgung über das Futter ist für die Gesundheit und die Legeleistung der Hühner wichtig. Um die Versorgung zu gewährleisten, wird dem Futter üblicherweise Soja beigemischt. Der Sojaanbau kann in den Herkunftsländern aber zu ökologischen und sozialen Problemen führen. Aus diesem Grund setzt sich die Migros dafür ein, Soja in der Tierfütterung aus verantwortungsbewussten Quellen zu beschaffen, zu reduzieren, oder wo möglich ganz wegzulassen.


Sonnenblumen ersetzen Soja

Beim Sonnenblumenkuchen, der das Soja im Futter ersetzt, handelt es sich um ein Nebenprodukt aus der Herstellung von Sonnenblumenöl. Er bleibt übrig, nachdem das Öl aus den Kernen ausgepresst worden ist. „Unser Team hat lange gesucht und geprobt, bis wir den Sonnenblumenkuchen so hingekriegt haben, dass er als Sojaersatz eingesetzt werden kann. Es ist klar unser Ziel, dass das Biofutter von unserer Mühle aus Schweizer und Europäischer Herkunft stammt“, erklärt Albert Lehmann, Geschäftsleiter der Biofutter AG aus Arnegg (SG). „Mit Sonnenblumenkuchen haben wir ein hochwertiges Eiweiss gefunden, das kein Anbaugebiet für die menschliche Ernährung konkurriert, aus Europa kommt und von biologisch produzierten Sonnenblumen stammt. Eine rundum gute Sache“, freut sich Thomas Diethelm, Leiter Einkauf Molkerei und Eier bei der Migros Ostschweiz. Die Freude teilt er mit Daniel Rüegg, CEO vom ebenfalls am Projekt beteiligten Handels- und Produktionsunternehmen Lüchinger+Schmid AG: „Wir begrüssen es sehr, dass mit dieser Futterrezeptur Nebenprodukte aus der Nahrungsmittelherstellung in der Nutztierfütterung eingesetzt werden können. Indem wir die Rohstoffe nun aus Europa und nicht mehr aus Übersee beziehen, können wir ausserdem die globalen Warenströme etwas einschränken.“


Hennen mögen das neue Futter

Den Hühnern schmecke das neue Futter, wie Bio-Produzent Thomas Marty versichert: „Zunächst waren die Hennen gegenüber der neuartigen Futtermischung etwas skeptisch, mittlerweile wollen sie aber nichts anderes mehr.“ Das Futter bekomme ihnen gut. Die Legeleistung sei unverändert und die Tiere gesund. Der feine Geschmack der Eier ist erhalten geblieben.
In den Supermärkten der Migros Ostschweiz sind die Bio-Eier in Sechserpackungen erhältlich. Der Sonnenblumenkuchen ist im Ankauf für die Futtermühle teurer als Soja. Deshalb liegt der Verkaufspreis pro Sechserkarton 10 Rappen höher. Das Pilotprojekt ist vorerst auf die Migros Ostschweiz beschränkt. Bei erfolgreichen Testresultaten wird eine Ausweitung auf weitere Genossenschaften und Produkte geprüft.