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Migros - Ein M besser

Von Ausländern und Bünzli-Schweizern - 07.03.2016 Von Ausländern und Bünzli-Schweizern

Der Theaterverein Fürstenland präsentiert vom 15. April bis 7. Mai das Musical «Die Schweizermacher». Er darf dabei auf die Unterstützung des Migros-Kulturprozents zählen.

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Obwohl er bald 40 Jahre alt wird, ist er bis heute der erfolgreichste Schweizer Kinofilm: «Die Schweizermacher» von Rolf Lyssy. Der Film ist im Nachgang zur sogenannten Überfremdungsinitiative aus dem Jahr 1970 entstanden. Sie verlangte, dass der Ausländeranteil in jedem Kanton maximal zehn Prozent betragen dürfe. Das Thema ist heute aktueller denn je. Der Theaterverein Fürstenland bringt die Geschichte, die die Schweizer Einbürgerungspraxis aufs Korn nimmt, ab dem 15. April als Musical auf die Bühne. «Wir haben das Stück vor allem deshalb ausgewählt, weil wir unseren Gästen gute Unterhaltung bieten möchten. Dass die Popularität des Stücks dank der Durchsetzungsinitiative noch gewachsen ist, konnten wir nicht voraussehen», erklärt der Vizepräsident des Vereins, Marco Ciorciari. Er wird als Italiener Francesco Grimolli auch auf der Bühne stehen. 


Auf Schweiztauglichkeit überprüft 

Hauptfiguren im Stück sind der bärbeissige Einbürgerungsbeamte Max Bodmer und der Kantonspolizist Moritz Fischer, der sich bei der Fremdenpolizei bewirbt. Fischer soll lernen, Ausländer auf ihre Schweiztauglichkeit und ihren Integrationswillen zu überprüfen. Die Beamten observieren Francesco Grimolli, den sozialistischen Italiener, der in einer Schwarzwäldertortenfabrik am Fliessband arbeitet, Milena, die in der Schweiz aufgewachsene Balletttänzerin mit jugoslawischen Wurzeln, sowie das deutsche Ehepaar Gertrud und Helmut Starke. Plötzlich wird die Arbeit der Beamten dramatisch: Fischer versteckt sich bei seinem Tête-à-Tête mit der hübschen Einbürgerungskandidatin Milena vor seinem Chef in der Badewanne. Wird der Sozialist Grimolli als Tell verkleidet von seiner Teilnahme an einer Gewerkschaftsdemonstration ablenken können?


Grosses Engagement von Freiwilligen

«Im Vergleich zum Film wirkt das Musical ein bisschen kürzer und schneller. Es hat weniger Dialoge, dafür umso mehr wirkungsvolle und bunte Massenszenen», verspricht Marco Ciorciari. Die Regie führt wie bereits bei «My Fair Lady» (2010) und «La Cage aux Folles» (2013) Thomas Diethelm. Für die Regieassistenz und die Choreografie engagiert sich Karin Diethelm, unterstützt von Melanie Stark. Pro Aufführung sind rund 100 freiwillige Helferinnen und Helfer auf und neben der Bühne beteiligt.