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Migros - Ein M besser

Der Migros-L-GAV als Schrittmacher

Der Landes-Gesamtarbeitsvertrag (L-GAV) der Migros hat seit Jahren eine Vorbild- und Schrittmacherfunktion für 29 Branchen und Märkte der Schweiz. Unsere Meilensteine und Ausbauschritte lesen Sie hier.

Unsere wesentlichen Meilensteine:

  1. Der Mutterschaftsurlaub wurde im L-GAV bereits 1987 umgesetzt – also fast 20 Jahre bevor in der Schweiz die Mutterschaftsversicherung eingeführt wurde.
  2. Weitere Meilensteine waren 1991 die 6. und 7. Ferienwoche und die Förderung der Gleichstellung von Mann und Frau. Das Gleichstellungsgesetz auf eidgenössischer Ebene trat erst Jahre danach, am 1. Juli 1996 in Kraft.
  3. 1991 erhielt die Migros auch den Hay-Preis für gute Personalpolitik. Die Begründung hebt unter anderem den guten Gesamtarbeitsvertrag und die gute Pensionskasse hervor, sowie das Mitbestimmungsrecht der Mitarbeitenden in der Unternehmensführung und die Mitarbeiterpartizipation am finanziellen Unternehmenserfolg.
  4. 1994 wurde im L-GAV die Grundlage für familienfreundliche Arbeitszeitmodelle geschaffen.
  5. 1999 wurden Lohnverhandlungen auch auf Unternehmensebene eingeführt und damit der Einfluss der Mitarbeitenden und ihrer Vertretung auf Lohnanpassungen verstärkt.
  6. 2002 war die Migros Vorreiterin für die tatsächliche Gleichstellung von Frau und Mann im Erwerbsleben. Die Gesamtarbeitsverträge stärken insbesondere die Rolle der Frauen: Teilzeitarbeit (vor allem weiblich) und Vollzeitarbeit (vor allem männlich) wurden einander gleichgestellt und damit Tausende zusätzlicher Mitarbeiterinnen dem Migros-L-GAV mit all seinen Leistungen und Ansprüchen unterstellt.
  7. Im Migros-L-GAV 2003-2006 wurde erstmals in der Schweiz in einem GAV die konsequente, vollständige Gleichstellung von Voll- und Teilzeitbeschäftigen festgeschrieben. Die Gratifikation wurde durch den 13. Monats­lohn für alle Mitarbeitenden abgelöst und die Lohnbasis für alle um 8.33 % erweitert. Für eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie wurde der Mutterschaftsurlaub auf 16 Wochen verlängert, zudem wurde der Elternschaftsurlaub auf die Väter erweitert. Bereits Jahr­zehnte vor Inkrafttreten des Mitwirkungsgesetzes führte die Migros die soziale und funktionale Partizi­pation der internen Sozialpartner ein. Noch während der Laufzeit des Migros-L-GAV 2003-2006 wurde der Mutterschaftsurlaub ga­rantiert und auf bis zu 18 Wochen verlängert, sofern das Kind nach der Geburt länger im Spital verbleiben muss (sog. Aufschub). Im Zuge der Armeereform (Armee XXI) wurde allen Mitarbeitenden mit Kindern bei Militär-, Schutz- und Zivildienst zeitlich unbeschränkt der volle Lohn garantiert, damit sie durch die limitierten EO-Leistungen nicht in wirtschaftliche Be­drängnis geraten.
  8. Weitere wich­tige Akzente für die bessere Verein­barkeit von Beruf und Familie setzten auf den 1.1.2007 der Vaterschaftsurlaub von insgesamt 4 Wochen sowie nach dem Schwanger­schaftsurlaub der Anspruch für Mütter und Vä­ter auf Wieder­anstellung nach dem Elternschaftsurlaub von 12 Monaten. Patchwork-Fa­milien und gleichgeschlechtliche Partnerschaften wur­den den traditionellen Fami­lien- und Lebensfor­men gleichgestellt. Eine neu konzipierte Krankentaggeldversicherung garantiert allen Mitarbeitenden bei Krankheit ab dem 1. Arbeitstag wäh­rend 2 Jahren den vollen Lohn. Mit dem Migros-L-GAV 2007-2010 hatte die Migros als erstes Unternehmen der Schweiz den Gesundheitsschutz auf die Prävention arbeitsassoziierter Krankheiten erstreckt und damit ein wichtiges politisches Signal gesetzt. Die Migros übernahm damit auch eine Schrittmacherfunktion gegenüber dem Gesetzgeber. Im Migros-L-GAV wurde ebenso verankert, was die Mitarbeitenden bei betrieblichen Um­strukturierungen erwarten dürfen: Eine ausgebaute Sozialplanung und ein aktives Mobilitätsmanagement für eine neue berufliche Perspektive. Im Jahr 2008 wurden mit den Sozialpartnern zudem sogenannte Branchenvereinbarungen abgeschlossen, welche in Ergänzung zum L-GAV in einigen wenigen Punkten branchengerechte Abweichungen vom L-GAV vorsahen.
  9. Im Migros-L-GAV 2007-2010 wurde ebenso verankert, was die Mitarbeitenden bei betrieblichen Umstrukturierungen erwarten dürfen: Eine ausgebaute Sozialplanung und ein aktives Mobilitätsmanagement für eine neue berufliche Perspektive.  Schliesslich wurde auf den 1. Januar 2009 die Mindestlohnpolitik mit der Festlegung von durchschnittlichen Bruttomindestlöhnen für Mitarbeitende mit Berufsbildung neu akzentuiert. Im gleichen Schritt wurde der Mindestlohn für Ungelernte erhöht.
  10. Der unter dem Eindruck der Finanzkrise entstandene L-GAV 2010-2014 konnte trotz sehr schwierigem wirtschaftlichen Umfeld die Leistungen für die Mitarbeitenden ungekürzt aufrechterhalten.
  11. Im Interesse der besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie der tatsächlichen Gleichstellung von anderen Familien- und Lebensformen in der Arbeitswelt wurde im aktuell geltenden L-GAV 2015-2018 das Spektrum familienpolitischer Leistungen weiter ausgebaut: Der Mutterschaftsurlaub wurde von 16 auf 18 Wochen bei vollem Lohn verlängert, der bezahlte Vaterschaftsurlaub um eine weitere Woche auf 3 Wochen erweitert. Zudem wurde neu ein Urlaubsanspruch bei Adoption eingeführt.  Schliesslich erfolgte in mehreren Aspekten der Familienpolitik eine konsequente Gleichstellung der Stief- und Pflegeeltern mit den leiblichen Eltern, der eingetragenen gleichgeschlechtlichen Partnerschaften und Konkubinate mit den Ehepartnern und der adoptieren Kinder sowie Stief- und Pflegekinder mit den eigenen Kinder.

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